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LA OREJA DE VAN GOGH IM X-TRA (04.06.2010)

Die Nachricht, dass die legendäre Combo „La oreja de Van Gogh“ (LOVG) aus San Sebastián erstmals und exklusiv einen Auftritt in der Schweiz plant, schlug bei Insidern wie eine Bombe ein. Ging man doch bisher davon aus, dass eine längere Anreise nötig sein würde, um sich live vom Schaffen der unangefochtenen Anführer der spanischen Popszene überzeugen zu können.

Kein Wunder, dass sich die in Zürich ansässige iberische Community in grosser Zahl ins X-tra aufmachte, um Leire Martínez und ihre vier Mitstreiter zu begrüssen. Da LOVG ihr Wirken bisher konsequent auf den Heimatmarkt beschränkten, erstaunte es nicht, dass sich die Anzahl der nicht spanischstämmigen Konzertbesucher in Grenzen hielt und auf diese Weise das Fassungsvermögen des X-tra nicht vollumfänglich ausgereizt wurde. Eingebettet war der LOVG-Auftritt in den Jubiläumsanlass „6 Jahre Rock Latino“. Als Stimmungsanheizer wirkte der in seiner Heimat ebenfalls erfolgreiche Mikel Erentxun, der die Zeit bis zum auf 22.30 Uhr angesagten Auftritt des Haupt-Acts überbrückte.

Noch kurz ein paar Gedanken zum wichtigen Wendepunkt in der LOVG-Karriere: Die Situation der in der Aussenwahrnehmung stark von der weiblichen Leadstimme geprägten Gruppe war ja im Jahre 2007 äusserst heikel als sich die populäre Frontfrau Amaia Montero entschloss, zugunsten einer Solokarriere eigene Wege zu beschreiten. Ihr Ersatz Leire Martínez erwies sich jedoch als absoluter Glücksfall. Stimmlich ist die Differenz zur Vorgängerin unwesentlich. Auch optisch spielt Leire in einer ähnlichen Stärkenklasse wie Amaia. Überraschend war einzig, dass sie neuerdings als kecke Blondine in Erscheinung tritt, nachdem sie in der bisherigen Wahrnehmung als dunkelhaarige Bella registriert war.

Erdiger und rockiger als in den Studioversionen präsentierten sich die Werke auf der X-tra-Bühne. Die ganz grossen Hits wie „Cuídate“, „20 de enero“, „Pop“ oder „Rosas“ kamen allesamt zur Aufführung. Aber auch die Hauptwerke von „A las cinco en el Astoria“, des ersten Albums mit der neuen Leadsängerin („Immortal“, „Más“, „Cumplir un año menos“ oder die unvergleichliche Dezenzballade „Jueves“) begeisterten. Textsicher zeigte das Publikum den sichtlich erfreuten Performern, dass deren Hits auch in der Schweiz gehört werden.

Von den vier männlichen LOVG-Mitgliedern fiel insbesondere Keyboarder Xabier San Martín, der Mastermind der Truppe, auf. Der durchaus als Doyen der gegenwärtigen spanischen Popmusik zu bezeichnende Xabi war deutlich als charismatischer Leader des Quintetts erkennbar, was nicht nur an seinem haarigen Erscheinungsbild lag. Ohne Pause präsentierten LOVG dem begeistert mitfiebernden Publikum während 90 Minuten einen satten Querschnitt durch ihr Repertoire. Als Kritikpunkt ist einzig die partiell suboptimale Abmischung des Tones zu vermerken. Die Stimme der Leadsängerin wurde in diversen Passagen vom Basissound zugedröhnt. Zugegeben: „Jammern auf höchstem Niveau“. Gesamthaft gesehen verblieb jedoch der Eindruck, an einem tollen Event teilgenommen zu haben.
goodold70


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