STÜRMISCH UND AUSGELASSEN: DAS WAR DAS OPEN AIR GAMPEL 2017


Nemo (Zur Galerie)


Seven (Zur Galerie)


Lo & Leduc (Zur Galerie)


Broilers (Zur Galerie)


Kunz (Zur Galerie)


Dabu Fantastic (Zur Galerie)


Tory Lanez (Zur Galerie)

Das diesjährige Open Air Gampel wurde einmal mehr dem alljährlichen Motto "iischi Party" gerecht. Auf den Bühnen wurde stürmisch Musik gemacht, die Fans feierten in einem Sturm aus Freude und Partystimmung und auch Petrus feierte mit - wenn auch seine Form des Sturms nicht ganz so gut ankam.

Donnerstag

Den ersten Sonnenbrand holten sich die ersten Besucher des Openair Gampel bereits beim Anstehen vor der Eingangskontrolle. Diverse Rucksäcke wurden bis ins Detail kontrolliert und sogar das aus Glas bestehende Deo des Berichterstatters wurde beschlagnahmt (Anmerkung der Redaktion: Berechtigterweise. Es war ja auf der Homepage ganz klar deklariert). Wie es dann trotzdem Gaskocher und Reisbesen aufs Gelände schafften, ist schleierhaft.

Und dann wartete Gampel um 20:30 Uhr auf LIL WAYNE (ohne "d". Nicht Lidl, sondern Lil. Der Reporter entschuldigt sich für die fehlerhafte Aussprache im Video). Und wartete. Um 20:45 Uhr wurde darüber informiert, dass sich das Konzert um weitere 10 Minuten verzögern werde. Um 21:45 Uhr folgte schliesslich die offizielle Absage. Der Festivaldoktor stellte fest, dass Lil Wayne aus gesundheitlichen Gründen nicht auftreten könne. Die Emotionen der Fans entluden sich mit einigen "Buh"-Rufen. Die Begründung wurde skeptisch - schon fast ironisch - zur Kenntnis genommen. Schliesslich nutzte man die Alternativen: THE KILLS spielten auf der White Stage und die Festzelte boten ebenfalls viel Abwechslung. Das Warten und "Buh"-Schreien hatte durstig gemacht.
Die Partystimmung erreichte mit PAUL KALKBRENNER den Höhepunkt.

Freitag

THE SOULS aus Thun standen um 14:30 Uhr auf der Bühne und durften nach ihrem Konzert den einen oder anderen neuen Fan in ihren Reihen verzeichnen. Mit der Erfahrung aus über 300 gespielten Konzerten (beispielsweise auch in England oder den USA), strahlte die Band etwas aus, das nur schwer zu beschreiben ist. Der Sound, oft melancholisch und trotzdem schwungvoll, packte einen und man schwebte mit der Band in musikalischen Sphären.

Voller Vorfreude wartete am Freitagabend das Publikum auf SEASICK STEVE. Ein Schiff wäre auf hoher See definitiv in Seenot geraten. Nicht aufgrund des charismatischen, an ZZ Top erinnernden Seasick Steve, sondern wegen des intensiven Sturms, welcher das Rhonetal heimsuchte. Konzert unterbrochen, schlussendlich abgebrochen. Blachen, allerlei Abfall und so manches Zelt flogen umher.


Der Sturm war kurz und heftig und verwandelte das Gelände innerhalb kürzester Zeit in ein Schlammschlachtfeld. Dafür gab es nur eine Lösung: Schaden begutachten, Zelte herrichten, Gummistiefel montieren, Kehle befeuchten und zu WOLFMOTHER auf der Red Stage.

Schliesslich folgte eines der Highlights: Die schwarzen Flaggen mit dem weiss-skelettigen Reichsadler, umrundet mit den Worten "Bis zum bitteren Ende / DIE TOTEN HOSEN" wurden auf der Hauptbühne gehisst. Helmut (siehe Video) begrüsste das Publikum und innert Kürze hatte man die Kälte und die durchnässten Kleider vergessen. Eine Show mit einer bunten Mischung aus Klassikern und Liedern der neuesten CD brachten das Publikum zum Kochen. Immer wieder erstaunlich, wie die ganze Band bei jedem Konzert bis zum bitteren Ende Vollgas gibt.

Samstag

Wer am Samstagnachmittag so gegen 14 Uhr das Festival-Gelände betreten wollte, wurde von der etwas längeren Wartezeit bei der Eingangskontrolle überrascht. Der Grund dafür war der Auftritt von NEMO. Bereits um halb drei Uhr nachmittags war vor der Hauptbühne kaum noch Platz. Das Volk hatte definitiv nicht "Ke Bock" und feierte den jungen Bieler energisch.

Anschliessend dominerten Funk und Soul! SEVEN (Interview mit hitparade.ch) spielte ein Set, das perfekt in diesen sonnigen Nachmittag passte. Bei manch einem Lied war der Einfluss von Prince oder beispielsweise D'Angelo deutlich spürbar. Überrascht hat Seven mit dem Song "Die Menschen sind wir", bei dem ihn anstelle von Kool Savas & Nico Suave in Originalfassung LO & LEDUC auf der Bühne unterstützten.

Diese übernahmen dann um 18:45 Uhr den Lead auf der Hauptbühne und schmetterten Hit an Hit ins Rhonetal. Der Höhepunkt des Konzerts wurde mit ihrem Überhit "Jung verdammt" gesetzt. Jede Zeile, sogar das Herunterzählen von 3 auf 0 von Lo, wurde lauthals mitgesungen. Die Party war nun definitiv lanciert.

Wer Die Toten Hosen kennt, kennt Düsseldorf. Wer Düsseldorf kennt, kennt die BROILERS. Wer dachte, die "Hosen" seien das Mass aller Dinge wenn es um Punkrock aus Düsseldorf geht, muss die Broilers live sehen. Authentisch, direkt. Ein Mix aus Punk, Rock und Ska. Für den hier schreibenden Reporter das Highlight des Openairs.

JENNIFER ROSTOCK. Ich möchte hier gerne Gregi Sigrist zitieren: "Wenn man Helene Fischer und Rammstein durch den Fleischwolf dreht, entsteht dabei ein irritierendes Produkt, das sich Jennifer Rostock nennt."
Ich war überfordert. (Anmerkung der Redaktion: Gregi Sigrist ist SRF-Musikredaktor)

Und dann kam CRO, spielte seine smoothen, abgerundeten, für sämtliche Generationen konzipierten Songs und ging wieder. Gute Show, gute Musiker, interessantes Bühnenbild. Aber bitte nächstes Jahr nicht noch einmal.

Sonntag

KUNZ begrüsste am Sonntag um 11 Uhr die Frühaufsteher und läutete den letzten Tag des Openair Gampel 2017 ein. DABU FANTASTIC, mit einer Prise Extra-Züritüütsch für die Walliser, vermochten dann doch noch den Kater definitiv zu vertreiben und schafften es, mit ihrer sympathischen Art das Publikum vor der White Stage zu animieren. MANILLIO und SDP schlossen das Openair Gampel 2017 ab.

Wir möchten uns bei den Veranstaltern bedanken, dass wir auch in diesem Jahr Gast sein durften. Ein ganz grosses M-E-R-C-I bei all jene, welche jeweils am Morgen das ganze Gelände wieder herrichten, damit jeden Tag IISCHI PARTY gefeiert werden kann!
Yoko


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