INTERVIEW MIT MARIO PACCHIOLI









Kommenden Samstag erscheint das neue Album von Mario Pacchioli. Einen Anlass für uns, ihn zu einem Interview in Zürich einzuladen.

hitparade.ch: Am 3. September erscheint Dein neues Album "Vias". Welches Lied der CD bedeutet Dir am meisten und wieso?
Mario: Da fallen mir spontan zwei Titel ein. Zum einen "Mia via", jenes Lied, das meinem Album auch den Titel gab. Ich beschreibe darin meinen bisherigen Lebensweg, der wie bei allen aus Höhepunkten und Tiefschlägen besteht. Als zweiten Titel möchte ich "La veta" nennen. Ein Lied, das ich in Malaga nach dem Besuch eines buddhistischen Tempels geschrieben habe. Ich habe begonnen, Buddhas Leben nachzulesen und in dem Lied verarbeite ich meine Gedanken dazu.

hitparade.ch: Im CD-Booklet findet man Bilder, die Du selbst geschossen hast. Wie kamst Du auf diese Idee?
Mario: Ich habe schon immer gerne Fotos gemacht. Am Lehrer-Semi habe ich damals auch einen Foto-Kurs besucht, wo wir Bilder selber entwickelt haben. Nachher kam ich lange Zeit nicht zum Fotografieren. Als wir uns überlegten, wie das Booklet meiner neuen CD ausschauen könnte, kam mir die Idee, die Bilder doch selber zu schiessen. Es war eine schöne Aufgabe, sich zu überlegen, welche Motive am besten zur Musik passen. Mit meiner Rolleiflex ging es dann an diese kreative Arbeit. Cool, dass ich bei Universal so grosse Akzeptanz für diese Idee gefunden habe.

hitparade.ch: Auf Deiner CD sind als Musiker vorwiegend die Kameraden Deiner Band zu hören. Welchen Einfluss hatte bei der Produktion, dass ihr euch bereits gut kanntet?
Mario: Ich habe es sehr geschätzt, im Gegensatz zur ersten CD mit meiner vertrauten Band zusammenzuarbeiten. Wir haben uns zurückgezogen und während eineinhalb Wochen im Toggenburg intensiv an der CD gearbeitet. In dieser schönen Atmosphäre arbeiteten wir zusammen gute Ideen heraus. Ich denke, man hört der CD auch an, dass sie lebendig tönt und nicht wie ein reines Studio-Projekt. Das war mir sehr wichtig.

hitparade.ch: Auf "Vias" sind auch zwei Mundart-Songs enthalten. Willst Du damit auf die herrschende Mundart-Welle aufspringen?
Mario: Nein. Es war schon seit langem ein Wunsch von mir, mal was in Mundart zu machen. Mein Gitarrist kam bei mir der konkreten Idee vorbei, und der Song kam beim Publikum live total gut an. Bündnerdeutsch zu singen ist für mich ein spannendes Experiment. Ein reines Mundart-Album würde ich im Moment jedoch nicht machen wollen.

hitparade.ch: Deine erste CD war zwei Wochen auf Platz 1 der Schweizer Hitparade und hat Gold-Status erhalten. Das ist ein sensationeller Erfolg - doch bei Casting-Stars verkauft sich das erste Album meistens sehr gut. Mit Album Nummer 2 zeigt sich, wie der Künstler sich etablieren kann. Mit welchen Erwartungen begegnest Du dieser Herausforderung?
Mario: Ich denke, es wäre falsch, sich unter Druck zu setzen und ständig auf der Nummer 1 zu beharren. Es nimmt mich wunder, wie das Album ankommen wird. Im Moment läuft die Promotion auf Hochtouren. Mehr kann ich auch nicht machen - ich habe meinen grossen Teil bereits beigetragen, so dass die CD sehr persönlich geworden ist. Ich kann hinter dem Produkt bestens stehen und kann jetzt nur noch hoffen.

hitparade.ch: Deine Radio-Single "You're The Reason" ist vor einigen Wochen erschienen. Sie wird aber nur in den Bündner Radios regelmässig gespielt. Bei interregionalen Radiostationen läuft der Song nur selten. Was meinst Du, ist der Grund dafür?
Mario: Naja, was soll ich dazu sagen. Natürlich wäre es mein Wunsch, dass der Titel auch im Rest der Schweiz öfters gespielt würde. Wir sind jetzt auf Promo-Tour, und ich hoffe, dass sich der Bekanntheitsgrad der Lieder mit dem CD-Release nun ausweitet.

hitparade.ch: Während MusicStar war der Hype um Deine Person riesig. Wie erlebtest Du die Zeit danach?
Mario: Für mich war es sehr wichtig, meinen eigenen musikalischen Weg zu beschreiten. Nachdem ich schon immer Musik machen wollte, werde ich meinen Kindern und Grosskindern einmal erzählen können, dass ich bei MusicStar dabei war. Ich habe auch alle Zeitungsartikel dieser tollen Zeit gesammelt. Ich habe bei MusicStar viel gelernt. Die noch schönere und wichtigere Zeit war aber danach. Ich lernte tolle Musiker, die mit mir zusammenarbeiteten, kennen und beschäftigte mich motiviert mit dem Komponieren. Der Rummel um meine Person ist jetzt etwas zurückgegangen, was aber auch nicht nur schlecht ist. Es war ja abnormal, was zu den grossen Music-Star-Zeiten teilweise abgelaufen ist.

hitparade.ch: Hast Du noch Kontakt zu den anderen MusicStars?
Mario: Nein, weniger. Wir haben nach den Finalshows noch ein paar gemeinsame Konzerte gegeben. Jetzt macht aber wieder jeder sein eigenes Ding, und das ist auch okay so.

hitparade.ch: Was war Dein schönster Moment während der MusicStar-Zeit?
Mario: Die Rangverkündigung am Schluss war total lässig. Ich habe mich über den zweiten Platz sehr gefreut. Ich war erleichtert, als der Druck wegfiel. Jeder einzelne Auftritt war ein schöner Moment. Mein musikalischer Höhepunkt war, am Klavier zu singen.

hitparade.ch: Und Dein schlimmster Moment?
Mario: Die Kritik bei meinem Auftritt mit "In The Shadows" war weniger lustig. Ich habe aber wichtiges daraus gelernt: Du kannst Dich nicht krampfhaft verstellen und etwas Rockiges glaubwürdig rüber bringen, nur um den Leuten zu zeigen, dass Du auch was anderes kannst. Ich hab mich damals völlig verkrampft. Es konnte an jenem Abend nicht gut kommen.

hitparade.ch: Hast Du Dir die zweite Music-Star Staffel angeschaut? Hattest Du einen Favoriten?
Mario: Ja, auf jeden Fall. Meine Favoriten haben sich Show für Show wieder geändert. Am Schluss habe ich aber schon mit Salome gerechnet.

hitparade.ch: Was würdest Du anderes machen als singen? Schauspieler, Musical oder Moderator?
Mario: Schauspielern würde mich interessieren. Als kleiner Junge habe ich einst Theater gespielt - seither jedoch nie mehr. Als Musical-Darsteller sehe ich mich eher weniger. Eine Musiksendung am Radio zu moderieren wäre ein Traum, den ich habe. Im Moment fühlte ich mich aber wohl mit dem, was ich mache.

hitparade.ch: Was sind deine zukünftigen Pläne?
Mario: Ich hab schon mein Leben lang Musik gemacht und sehe darin meine Zukunft. Die Arbeit am Radio würde ich gerne einmal ausprobieren. Mal schauen, wie mein Weg verlaufen wird. Mir ist es wichtig, dass ich in der Schweizer Musikszene Fuss fassen kann und meinen eigenen musikalischen Weg verfolgen kann.

hitparade.ch: Wir legen unseren Interviewpartnern jeweils die aktuelle Top 10 der Singles-Charts vor. Kannst Du uns diese kommentieren?

1. Crazy Frog - Axel F
Dass der auf Platz 1 ist, wusste ich gar nicht. Ist gar nicht meine Musik.

2. James Blunt - You're Beautiful
Ich bin ein absoluter Fan von ihm. Schön, dass er mit dem Album auf Platz 1 gelandet ist. Das zeigt mir, dass solche handgemachte Musik wieder gerne gehört wird.

3. Juanes - La camisa negra
Finde ich vor allem für den Sommer cool.

4. Ben Moody feat. Anastacia - Everything Burns
Anastacia mochte ich schon immer gut leiden.

5. Shakira feat. Alejandro Sanz - La tortura
Dieser Song gefällt mir weniger.

6. Stress - Libéré
Ist weniger meine Musik, aber er hat grossen Erfolg in der Schweiz.

8. Britney Spears - Someday (I Will Understand)
Davon bin ich weniger Fan.

10. Akon - Lonely
Wow, ist der immer noch auf Platz 10? Den Song finde ich ziemlich cool.


Linktipps:
Zum aktuellen Album "Vias" mit Hörproben: CDs zu gewinnen
Offizielle Seite von Mario Pacchioli

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