INTERVIEW MIT PAOLO MENEGUZZI



Unser diesjähriger Beitrag zum Eurovision Song Contest kommt von Paolo Meneguzzi. Wir haben den Tessiner in Zürich zum Interview getroffen.

hitparade.ch: Was bedeutet es für dich beim Eurovision Song Contest für die Schweiz teilnehmen zu können?
Paolo: Für mich ist es eine grossartige Möglichkeit, nachdem ich mein achtes Album in Italien und Südamerika veröffentlicht habe, mit dem Album auch nach Nordeuropa zu gehen. Und ich bin mir sicher, dass, wenn ich in Belgrad einen guten Platz hinlege, ich in vielen Ländern auf Promotion gehen kann. Das ist für mich und meine Musik natürlich sehr wichtig.

hitparade.ch: Wir drücken Dir für Deinen Auftritt am ESC die Daumen. Bist Du schon nervös?
Paolo: Nein, ich bin nicht nervös. Ich bin aber sehr aufgeregt und kann es kaum erwarten. Die Zeit könnte ruhig schneller vergehen. Es wird eine grosse Show und ich möchte, dass es jetzt endlich losgeht.

hitparade.ch: Wie oft hast du in den vergangenen Jahren den Song Contest gesehen?
Paolo: Ich habe es mir immer angesehen, wenn ich nicht gerade unterwegs war oder gearbeitet habe. Ich habe die Show sicher das eine oder andere Mal verpasst, aber ich kenne mich schon etwas aus.

hitparade.ch: Hast du irgendwelche persönlichen Favoriten? Hat dir jemand besonders gefallen?
Paolo: Ich erinnere mich noch an die Finnen, die vor einigen Jahren gewonnen haben. Das war schon sehr überraschend. Ich kannte sie vorher nicht und sie machten auf mich irgendwie den Eindruck, als ob sie ein verrücktes Remake von der Band Kiss waren.

hitparade.ch: Du präsentierst mit "Era stupendo" einen eingängigen, doch relativ konventionellen Pop-Song. Glaubst Du, dass die Schweiz damit im Jahr 2008 noch mithalten kann, wo am ESC die klamaukigen, schrillen und effektreichen Songs je länger je mehr im Vordergrund stehen?
Paolo: Ich denke, dass Popsongs und Lovesongs immer einen guten Eindruck hinterlassen. Das Festival ist ja direkt für die Leute zu Hause. Und der Song soll direkt in die Herzen der Zuschauer gehen. Wenn man einen Popsong so hinbekommt, dass er beim ersten Mal hören gleich die Aufmerksamkeit der Hörer erlangt, dann ist er gelungen. Ich bin guter Dinge, dass mir das mit meinem Song gelingt. Wir werden uns beim dem Auftritt auch nur auf den Song konzentrieren, da es auch ein sehr poppiger, romantischer Song ist. Es wird wenig drum herum passieren. Einfach nur der Song.

hitparade.ch: Hast Du "Era stupendo" explizit für den ESC komponiert oder entstand das Lied in einem anderen Zusammenhang?
Paolo: Ich habe "Era stupendo" vor etwa zwei Jahren komponiert, als ich die Songs für mein Album "Musica" gemacht habe. Als ich dann die Lieder für das Album herausgesucht habe, habe ich "Era stupendo" raus genommen, weil ich mir den für Festivals wie den Eurovision Contest aufheben wollte. Ich finde ihn perfekt für einen Event wie diesen.

hitparade.ch: Wie äusserst Du Dich zu den Vorwürfen der Komponisten des Amy-Diamond-Songs "It Can Only Get Better", die sagen, Deine Komposition sei von ihnen geklaut?
Paolo: Ich habe mir den Song angehört und auch bei Youtube angesehen. Ich sehe schon ein paar Ähnlichkeiten. Aber diese kleinen Ähnlichkeiten gibt es zu Millionen auf der Welt, einfach auch, weil der Pop seit 50 Jahren der gleiche ist. Sowas passiert eben. Ich denke, dass jeder Song auf der Welt zwei oder drei ähnliche Songs hat.

hitparade.ch: Hast Du Dich schon über das weitere Teilnehmerfeld informieren können? Sind Dir irgendwelche "Konkurrenten" schon besonders ins Auge gestochen?
Paolo: Ja, ich habe mich im Internet informiert. Auch als die jeweiligen Teilnehmer ausgewählt wurden. Ich habe auch schon drei oder vier Songs auf Fanseiten des Eurovision Contests gehört. Aber ich höre mir lieber erstmal alles an, bevor ich dazu etwas sagen kann. Was ich aber gesehen habe, ist nicht sehr poppig, sondern eher komisch. Aber vielleicht ist das ja erfolgsversprechend, ich weiss es nicht (lacht).

hitparade.ch: Vor elf Jahren trat mit Barbara Bertà das letzte Mal eine Künstlerin aus dem Tessin mit einem italienischen Lied für die Schweiz an. Siehst Du Dich in Belgrad vor allem auch als Vertreter des Tessin?
Paolo: Natürlich, ich wurde im Tessin geboren und bin dort aufgewachsen. Ich lebe dort. Es ist für mich jetzt eine grosse Chance, das Tessin für die Schweiz dort zu vertreten. Ich finde es auch gut, dass wir auf italienisch singen. Es ist eine sehr romantische Sprache. Ich glaube, das wird gut ankommen.

hitparade.ch: Italien, wo Du besonders erfolgreich bist, hat sich vor einigen Jahren vom ESC zurückgezogen. Wird Deine Präsenz am ESC dort wahrgenommen?
Paolo: Ja, doch. Es wird darüber gesprochen. Ich habe auch Interviews gegeben. Journalisten aus Italien werden auch nach Belgrad kommen um den Event zu verfolgen. Ich denke, dass es auch gut für Italien ist. Vielleicht denken sie dann wieder darüber nach, auch selber wieder teilzunehmen.

hitparade.ch: Du blickst auf fünf Teilnahmen am San-Remo-Festival zurück. Wenn Du den Träumen freien Lauf lässt: Was würde Dir mehr bedeuten: ein Sieg bei San Remo oder ein Sieg bei der Eurovision?
Paolo: Dieses Jahr habe ich nicht gedacht, dass ich am San-Remo teilnehme, es war eine Überraschung für mich. Das habe ich eigentlich nur zu Promotion meines neuen Albums gemacht. Der ESC ist mir schon sehr wichtig und ich konzentriere mich hauptsächlich darauf. Natürlich ist es mein Traum, dort zu gewinnen.

hitparade.ch: Hast Du Dir ein persönliches Ziel gesetzt, wie weit Du mit "Era stupendo" kommen möchtest?
Paolo: Das ist unmöglich zu sagen. Wenn du einen Song schreibst, denkst du sowieso erstmal, das ist der beste auf der Welt (lacht). Ich glaube, wir haben einen guten Song und das ist eine gute Voraussetzung. Das Publikum entscheidet über den Erfolg.

hitparade.ch: Du sagtest, dass du gerne auch nach Nordeuropa gehen und auch ausserhalb der Schweiz und Italien auftreten willst. Kannst du dir auch vorstellen in Englisch zu singen?
Paolo: Ich werde "Era stupendo" auch in Englisch aufnehmen. Die Übersetzungen laufen gerade. Wir haben die Anfrage an das Label geschickt, weil ich denke, dass das auch wichtig für mich ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Länder das Englische eher akzeptieren als den Song auf italienisch. Da hat man einfach auch mehr Möglichkeiten.

hitparade.ch: Was sind deine Pläne nach dem Song Contest? Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten, entweder bist du erfolgreich oder eben nicht wie z.B. DJ Bobo beim letzten Mal.
Paolo: Ich kann ja eigentlich nichts verlieren. In den anderen Ländern beginne ich wirklich von null. In der Schweiz kam ja bereits mein neues Album raus und da bin ich auch von 0 auf Platz 22 in den Albumcharts gesprungen. Das ist natürlich grossartig. Wir versuchen einfach, das Bestmögliche heraus zu bekommen und werden einfach schauen, was kommt.

hitparade.ch: Zur Top 10 der Schweizer Hitparade. Was kennst du davon?

10. Amy Winehouse - Back To Black
Paolo: Sie ist schon eine sehr gute Sängerin.

9. Lenny Kravitz - I'll Be Waiting
Paolo: Ich mag ihn sehr. Er war auch in San Remo um sein neues Album zu präsentieren. Er ist schon sehr speziell. Ich mag seine Songs jetzt nicht besonders, aber er ist schon etwas sehr Besonderes. Er hat einfach eine unglaubliche Persönlichkeit.

8. Stefanie Heinzmann - My Man Is A Mean Man
Paolo: Sie hat eine schöne Stimme, sie hat etwas Besonderes darin.

3. Timbaland presents OneRepublic - Apologize
Paolo: Timbaland ist ja im Moment der grösste Produzent. Ein Traum von mir ist es, mit einem solchen Produzenten ein Album zu machen, mit Timbaland oder dem Produzenten von Robbie Williams, das wäre was.

1. Leona Lewis - Bleeding Love
Paolo: Leona Lewis ist ja mittlerweile überall zu sehen und zu hören. Ich finde sie singt sehr gut.


Linktipps:
Höre ins aktuelle Album "Corro via" rein
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Zu unserem umfangreichen Eurovision Song Contest Special: Alle Songs seit 1956

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