INTERVIEW MIT X-AGE

Bald ist es soweit: X-Age veröffentlichen ihren ersten kompletten Longplayer. "It's all Fake" heisst die CD und bevor's im Alpenrock House zur offiziellen Album-Präsentation kommt, wollten wir noch ein paar Fragen beantwortet haben.
Im INOX Club in Baden wurden wir unkompliziert zwischen Essen und Kaffee von Stéphanie Berger und ihrem Bassisten Ueli Hofstetter empfangen, welche uns Rede und Antwort standen.

hitparade.ch: Am 21. Mai erscheint euer erstes komplettes Album, "It's all Fake", war dieses Album ein hartes Stück Arbeit?
Stéphanie: War es hart?
Ueli: Nein, eher viel Arbeit, viele Erfahrungen. Es ist eigentlich das Produkt der letzten zwei Jahre mit dieser Band. Es war nicht hart, es war schön. Wir haben viele Sachen gelernt dabei, oder aber anders angepackt als früher. Aber hart war's nicht.

hitparade.ch: Und was dürfen die Fans erwarten von diesem Album?
Stéphanie: Ich glaube es ist ein guter Mix. Es hat harte Sachen darauf, wir haben aber auch schöne balladeske Songs, allgemein im Pop-Bereich angesiedelt, aber doch stark Rock angehaucht. Generell finde ich, dass es sehr abwechslungsreich geworden ist.

hitparade.ch: Ich habe euch vor ein paar Tagen in Winterthur bereits live gehört, dort habt ihr den 90's Klassiker "Straight Up" von Paula Abdul gespielt. Wird dieser Song auch auf dem Album vertreten sein? Und warum habt ihr euch gerade diesen Song ausgesucht?
Stéphanie: Also, ich bin eigentlich gegen Covers, aber immer, wenn ich diesen Song gehört habe, dachte ich, es wäre cool, eine Rock Version davon zu machen. Und als dann in der Band mal die Diskussion aufkam, doch mal noch ein oder zwei Cover-Songs aufzunehmen, kam ich dann mit dieser Idee und die Band hat diese absolut geil umgesetzt. …Und wir haben Freude an diesem Song - er "brätscht".

hitparade.ch: Habt ihr irgendwelche Vorbilder? Wo orientiert ihr euch musikalisch? Sachen, die ihr cool findet und die ihr auch gerne so machen würdet?
Ueli: Diese Diskussion ist bis anhin eigentlich noch gar nie aufgekommen. Klar haben alle ihre Einflüsse, wir kommen ja alle aus ganz verschiedenen Ecken. Uns ist es wichtig, dass X-age nach X-age tönt, und dies ist mit der Stimme von Stéphanie schon mal gegeben. Uns ist es vor allem wichtig, dass wir unser Ding machen und nicht irgendwelchen Trends nacheifern. Klar haben wir unsere Einflüsse, aber es ist nicht so, dass wir uns sagen "das muss tönen wie..."
Stéphanie: Solche Fragen habe wir auch nicht gerne - "Wie tönt ihr?". Wir tönen nach X-age!
Ueli: Seit wir diese Band miteinander betreiben, war es immer das Ziel, eigenständig bleiben. Klar, es wird immer wieder Quervergleiche geben.

hitparade.ch: Aber die stören nicht?
Ueli: Kommt darauf an mit wem. Es kann natürlich schon stören, muss aber nicht.

hitparade.ch: Wie reagieren die Leute, wenn sie zum ersten Mal X-age hören, es ist ja purer Rock, den ihr da spielt, habe mich selber davon überzeugt am 1.Mai in Winterthur, und der Name Stéphanie Berger steht doch für brav, anständig, witzig, Ex-Miss Schweiz.
Stéphanie: Wie hast du darauf reagiert?

hitparade.ch: Gemischt.
Ueli: War's eine Enttäuschung?

hitparade.ch: Nein, überhaupt nicht. Ich war positiv überrascht. Ich hab's im Voraus gewusst, dass etwas Rockiges im Gange ist
Ueli: Weisst du, vielleicht sind viele Leute überrascht, oder waren überrascht - dies ist auch legitim und bei Stéphanie's Vorgeschichte vielleicht auch nicht erstaunlich. Handumkehrt kann jeder Interessierte auf unserer Website ersehen, was wir in den letzten 2 Jahren gemacht haben und wird dann sicherlich nicht davon ausgehen, dass da irgendwelcher Cüpli Jazz daherkommt. Wir haben auch unter misslichen Bedingungen gespielt und wir sind eben eine old-fashioned-Rock'n'Roll Band. Wir probieren schon musikalisch aktuell zu sein, aber unser Weg ist atypisch, ist antizyklisch. Einfach einen Schritt nach dem anderen, darum tönen wir vielleicht auch etwas rau. Darum sind wir mit unserer Art auch authentisch. Aber ganz klar, davon bin ich überzeugt, gibt es immer noch diverse Leute, welche mit riesigen Vorurteilen unsere Shows angucken und kritisieren.

hitparade.ch: Stéphanie's Vorgeschichte ist angesprochen, macht es gewisse Sachen einfacher, oder auch gewisses schwieriger?
Stéphanie: Ich denke, gerade in der Musikbranche sind die Auswirkungen von so einem Titel eher negativ. Ich habe nicht das Gefühl, ich könne davon gross profitieren. Das einzig Positive ist, dass die Medien meinen Namen kennen und eher hinschauen und die CD in die Hand nehmen und hineinhören. Was bei anderen Newcomer-Bands nicht der Fall ist. Auf der anderen Seite sind so viele Vorurteile und Missbilligung, welche wir immer wieder zu spüren bekommen. Es ist für uns alle ein extremer Kampf um Anerkennung und Respekt. Auf der anderen Seite kämpfen wir ja nicht nur für das, wir gehen einfach unseren Weg.

hitparade.ch: In den letzten Jahren hat sich Mundart wieder etabliert, viele neue Bands sind gekommen. Ihr singt englisch, gibt's da einen Grund dafür?
Stéphanie: Also, die Schweiz ist für uns ein Zwischenhalt. Es kann's definitiv nicht sein, dass wir in der Schweiz ein Album herausgeben und dann heisst's: "Danke vielmal, das war's..." Wir wollen hinaus, ganz klar. Für uns ist die Schweiz nicht die Welt, definitiv nicht.

hitparade.ch: Was haltet ihr allgemein von der Schweizer Musikszene? Du hast's angetönt, ihr wollt hinaus in die weite Welt, hat es dann in der Schweiz soviel Platz für so viele Bands? Oder sollte gar Schweizer Musik viel mehr Platz eingeräumt werden?
Ueli: Wie meinst du das? In den Medien? Weisst du, Musik hat überall Platz, es gibt Tausende von Proberäumen, das Problem entsteht eigentlich erst, wenn diese Bands an die Öffentlichkeit wollen. Das heisst Live-Szene und Medien.

hitparade.ch: Ich spreche jetzt da eher die Medien an, Radio, Fernsehen: Konzerttechnisch hat's ja relativ viele Möglichkeiten, je länger je mehr
Stéphanie: Was mich einfach nervt: Die eigenen Leute werden viel zu wenig gepusht. Wenn ein Radiosender mit einer arroganten Aussage "Wir machen keine Hits - Wir spielen Hits" daher kommt, dann sage ich "Danke, aber darauf können wir gerne verzichten", auch wenn wir am Schluss die Hits haben. Ich finde es grundsätzlich schade, wie wenig man gefördert wird und wie man sich dadurch etwas im Kreis dreht. Es gibt da halt eine Art Mafia, eine Musik Mafia, da kennt Jeder Jeden, und wenn du dort nicht dabei bist, hast du's gerade nochmals schwerer.
Ueli: Ich denke, das Problem ist, dass die Musik eine pädagogische Rolle übernommen hat. Jeder Schüler spielt ein Instrument, dann wird eine Band gegründet. Dadurch gibt es einfach eine Flut von Bands und dadurch auch ein Überangebot. Platz hat es sicher - es muss für alle Platz haben. Musik ist ja am Schluss immer etwas sehr Positives, aber es ist ein Verdrängungskampf, und der wird von den Major-Labels gnadenlos diktiert. Wir, die jetzt bei einem Independed-Label sind und unsere Band und Aktivitäten selber organisiert haben, spüren dies doppelt. Da bist du halt nicht in diesem Boot mit drin. Dann nützt es auch nicht, wenn du eine Stéphanie Berger in der Band hast. Am Schluss geht's dann immer um den harten Franken.

hitparade.ch: Du machst ja noch einiges Anderes als Musik, bist im Fernsehen und in den Medien. Ist Musik jetzt das, was du jetzt voll durchziehen willst, deine Zukunft, oder ist das ein Weg von dir, den du jetzt mal beschreitest und schaust, wie weit du kommst?
Stéphanie: Das Showbusiness ist und bleibt mein Leben. Ich komme von dort, und dort bleib' ich auch. Aber die Musik st für mich im Moment absolut zentral. Also, es ist bestimmt nicht so, dass ich mal schaue, wie weit ich komme und wenn's dann halt nicht klappt, mache ich dann etwas Anderes. Ich habe aufgehört, Pläne zu machen, ich weiss nicht, was in einem Jahr ist, oder in zwei Jahren. Ich weiss, heute st ein Konzert, jetzt haben wir dann Album Release, wir wollen ins Ausland, und der Fokus liegt sicher darauf. Aber was weiter kommt, kann man dann weiter diskutieren, wenn's soweit ist. Aber für den Moment ist ganz klar die Musik, die zählt.

hitparade.ch: Nun haben wir auch für euch die aktuellen Top 10 Singles der Schweizer Hitparade, euer Kommentar...

1. 50 Cent feat. Olivia - Candy Shop
Stéphanie: Ich finde den so ein ***.
Ueli: Ist nicht meine Musik.

2. Mario - Let Me Love You
Stéphanie: Ist eine Hommage an alle Frauen. Grossartig. Ich liebe diesen Song, den finde ich super.
Ueli: Finde ich genau gleich gut wie Platz 1 .

3. Gotthard - Lift 'U' Up
Stéphanie: Ich finde den geil! Vielleicht bin ich die Einzige, aber ich finde ihn toll.
Ueli: Erinnert mich an Gary Glitter 1975, ein Party-Song, ist cool. Ich weiss einfach nicht, wo diese Band image-mässig noch hin will.

5. Schnappi - Schnappi, das kleine Krokodil
Stéphanie: Kein Kommentar.
Ueli: Ist ein Spiegelbild der Musikgesellschaft.

6. Sarah Connor - From Zero To Hero
Stéphanie: Ist ein Produkt, richtig gemacht für den kommerziellen Erfolg, da kann ich nicht soviel damit anfangen.
Ueli: Finde ich eine sympathische Frau, gefällt mir noch.... Musik macht sie auch??

8. Ciara feat. Missy Elliott - 1, 2 Step
Stéphanie: Ist eine gute R'n'B-Nummer, ist ok.

9. Mustafa Sandal feat. Gentleman - Isyankar
Stéphanie: Ich habe nichts gegen exotische Klänge, aber ist nicht mein Ding, würde ich mir nicht kaufen.
Ueli: Finde ich ok, Weltmusik, ist ok.

10. Patrick Nuo - Beautiful
Stéphanie: Hat mich überrascht, ist ein ganz guter Song, der beste, den er bis jetzt hrrausgebracht hat.
Ueli: So will ich aussehen...


Linktipps:
Konzertbericht X-Age im INOX

Australien Belgien Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Italien Neuseeland Niederlande Norwegen Österreich Portugal Schweden Spanien Suisse Romande
english
LOGIN
PASSWORT
Passwort vergessen?