INTERVIEW MIT NITA



Nita hat es endlich geschafft, wovon manche Schweizer träumen: Einen Plattenvertrag mit Sony BMG in Deutschland. Wir haben sie getroffen und über die neue Single Everyday und ihren Durchbruch in Deutschland gesprochen.

hitparade.ch: Mittlerweile sind über 2 Jahre vergangen nach dem grossen Nita-Special auf hitparade.ch. Was hast du in dieser Zeit gemacht?
Nita: Weiter gearbeitet, ein paar Mal bin ich auch in Deutschland gewesen. Wir haben weitere neue Songs produziert und auch sehr intensiv mit der Band gearbeitet. Wir waren im Proberaum und haben an den Songs gebastelt für die Live-Shows. Zusätzlich haben wir noch ein kleineres Programm, das "Little Nita", entwickelt und mussten natürlich auch dafür proben. Auch an meiner Stimme habe ich weiter gearbeitet. Es ist einiges gelaufen, geschlafen haben wir nicht.

hitparade.ch: Songbird hat es dazumal um einen Platz haarscharf nicht in die Charts geschafft, wie sehr hat dich das gefuchst?
Nita: Wenn ich ehrlich bin, natürlich fuchst es mich. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde es sei mir egal. Natürlich bewegt es einen und man denkt: "oh nein, wieso?". Aber vielleicht hat dies seine Gründe. Wir haben schon viele solche Situationen gehabt, bei denen es kurzfristig wegen irgendetwas, seien es Firmen- oder Chefwechsel, anders gekommen ist als erwartet. Daher ist man solche Situationen gewohnt. Das heisst einfach: Weiter machen und sich durchbeissen. Irgendwann klappt es dann schon. Hoffentlich.

hitparade.ch: Wie lief denn die Geschichte in Japan weiter?
Nita: Die Asiaten stehen voll auf Video-Clips, das war genial. Das haben wir beim ersten Album "I'll Be Your Sunshine", gespürt, da es sehr gut ankam. Beim zweiten Album hatten wir keinen Clip. Wir haben einfach keinen gemacht, weil es in der Schweiz nicht ganz einfach ist, mit Video-Clips an den Start zu kommen. Das Geld dafür zu investieren hätte sich gar nicht gelohnt. Für die ganze Promotion fehlte dann eben dieser Clip und es lief nicht so gut wie beim ersten Album. Wir sind jetzt wieder am anklopfen mit unserem neuen Produkt in Japan. Mal schauen wie es ankommt.

hitparade.ch: Warst du jetzt schon mal in Japan?
Nita: Nein, bis jetzt noch nicht. Ich habe ihnen diesen Schreck noch nicht angetan (lacht). Aber ich gehe sicher mal und dann geht's los. Aber wenn es damals um Gigs gegangen wäre, wären wir ehrlich gesagt noch gar nicht so weit gewesen mit der Band. Wir wären noch nicht so gut eingespielt gewesen wie jetzt. Es würde jetzt erst Sinn machen, jetzt wären wir bereit.

hitparade.ch: Hast du immer noch Kontakt mit den japanischen Fans?
Nita: Ja, aber ich werde nicht überrumpelt. Es hat sich zwischendurch immer wieder mal jemand gemeldet, dies war sehr herzig. Vor allem in dieser Zeit.

hitparade.ch: Bis Ende Jahr hast du diverse Auftritte, einerseits als Little Nita und andererseits mit den Tanzbären. Was sind die wesentlichen Unterschiede und was kann man an den Konzerten erwarten?
Nita: Also das Positive bei beiden Auftritten ist, dass wir den Leuten vermitteln wollen, wie es auf dem Songbird Album klingt. Der einzige Unterschied ist, dass bei den Tanzbären die ganze Band mit dabei ist. Es ist rockiger, so wie es dann auch auf dem Album ist. Mit "Little Nita" haben wir die ruhigeren Stücke herausgesucht. Dort kann man natürlich nicht die rockigen Stücke wie "I Won't Let Me Down" bringen, da es sehr gitarrenlastig ist. Da fehlt jemand auf der Bühne. Wir haben einfach die Balladen und die weniger rockigen Songs herausgepickt und separat nochmals bearbeitet. Es ist sehr ein ruhiges Programm, zum Teil auch im Unplugged-Stil. Es kommt sehr gut an. Wir sind nur zwei Leute, Didier, der Keyboarder, und ich.

hitparade.ch: Was macht mehr Spass?
Nita: Beides, dies kann man wirklich nicht sagen. Ich habe an beiden Sachen extrem viel Spass, es fordert mich beides gleich viel. Wenn mehr Leute auf der Bühne stehen, kann man einfach mehr spielen mit Bassist oder Gitarrist. Aber Hauptsache auf einer Bühne und vor Leuten zu stehen, und dies haben wir ja in beiden Fällen.

hitparade.ch: Am 4. Oktober feierst du dein 10jähriges Bühnenjubiläum in Wohlen. 10 Jahre auf der Bühne. Was war dein Highlight deiner bisherigen musikalischen Karriere?
Nita: Mein Highlight war es, als ich hörte, dass mein Album in Japan herauskommt. Dies hat mich wirklich umgehauen. Das war sehr überraschend, wir haben so lange sehr intensiv mit Jens Frisch in Deutschland zusammen gearbeitet. Auf gut Glück haben wir diese Songs verbreitet, um mal zu schauen was andere dazu meinen. Und dann haben die Japaner zurückgerufen und meinten sie wären sehr daran interessiert, unser Album zu releasen. Ich kann gar nicht mehr sagen, was mir alles durch den Kopf gegangen, es hat mich einfach vom Hocker gehauen.

hitparade.ch: Bist du da speziell nervös vor diesem Konzert? Kann man da etwas Spezielles erwarten?
Nita: Ja natürlich, wir haben ja auch sehr lange dafür gearbeitet. Wir haben viele geile Bands, die dabei sind, wie George oder Trauffer. Als Gast sind Celine und Eric St. Michaels mit dabei, was mich sehr freut. Wir werden, abgesehen von den tollen Schweizer Bands, die auch sonst noch dabei sind, sehr abwechslungsreich den Abend gestalten. Bei meinem Gig hört man einen Mix davon, was ich bisher gemacht habe. Auch Celine und Eric sind da dabei, denn sie haben mich extrem oft begleitet, nicht nur als Musiker sondern auch als Freunde. Und dies gehört für mich in diesen Geburtstag hinein. Und Everyday werden wir zum ersten Mal auf der Bühne spielen. Ich freue mich riesig. Ich bin schon sehr nervös.

hitparade.ch: Gibt es jemanden, mit denen du gerne in Zukunft mal ein Duett singen würdest?
Nita: Ja ich bin ja extrem offen für solche Projekte. Ich bin einfach gerne mit guten Musikern zusammen. Mit Freddy Mercury wäre es wirklich ein Traum gewesen, aber er ist leider nicht mehr unter uns.

hitparade.ch: Hast du mal darüber nachgedacht, Mundart zu singen? In der Schweiz gibt es ja verhältnismässig wenig Frauen, die mit eigenen Mundart-Projekten Erfolg haben.
Nita: Nein, ich habe zwei Stücke auf Mundart, "Süesses Lache" und "Mer wänd ned hei" mit dem Kinderchor vom Zirkus. Es hat mir Spass gemacht und war einzigartig, ich habe es sehr gerne gemacht. Aber ich fühle mich in der englischen Sprache viel wohler. Es ist auch viel schwerer vom Markt her, da hast du nicht nur 6 Konkurrenten sondern tausende, vielleicht reizt mich dies. Ich habe gerne Steine vor meinen Weg, dies motiviert mich. Da packt mich der Ehrgeiz, und die englische Sprache finde ich einfach spannender.

hitparade.ch: Was sind musikalisch deine Vorbilder?
Nita: Es gibt sicher gewisse Musiker, die höre ich sehr gerne, da schaut man auch ab. Wie z. B. Sarah McLachlan gefällt mir sehr gut. Ihr Gesang ist toll und auch von den CDs, die sie bisher gemacht hat, bin ich beeindruckt. Mir gefällt auch der Style von Alanis Morissette sehr, ich bin auf der ähnlichen Schiene wie sie. Ich höre Queen auch sehr gerne, es motiviert mich.

hitparade.ch: Und von den Schweizern her?
Nita: Eric St. Michaels. Ich finde seine Songs wahnsinnig, ich kenne auch den Menschen dahinter. Er ist einfach ein geiler Musiker. Von der Bühnepräsenz her finde ich Sina der Hammer, ich sehe gerne eine Show von ihr. Sie ist sicher auch ein Vorbild für mich. Wir haben ähnlich angefangen. Sie noch einige Jahre mehr, sie macht es so super, sie kommt authentisch rüber. Das will ich auch so ähnlich machen.

hitparade.ch: Deine neue Single "Everyday" ist bereits auf den Playlists von einigen grösseren Radiosendern, und auch auf hitparade.ch kommt der Song bei den Bewertungen sehr gut weg. Deine bisherigen Singles stammen ja alle aus der Feder von Jens Frisch, dieses Mal ist es ein schwedisches Songwriter-Team. Wie seid ihr zu diesem Song gekommen?
Nita: Als wir sehr intensiv am Album gearbeitet haben, konnten wir mit den Singleauskopplungen nie dort andocken, wo wir es gewollt haben, nämlich das Album und die Songs unter die Leute zu bringen. Wir sind eventuell zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Unser Ziel war es nun, einen Song zu finden, der geil und authentisch ist und zu mir passt, damit ich Gas geben kann. Wir haben auch selber an Songs gearbeitet, ich war ein paar Mal in Köln und bin ohne Erfolg wieder zurückgeflogen. So kamen wir zwar nicht weiter, aber das hat es wohl gebraucht. Wir haben auch zusätzlich durch einen Verlag in Deutschland einen Suchaufruf gemacht an Songwriters weltweit und haben sehr viel Material bekommen. So kam auch der Song Everyday, bei dem die Produzenten gerade gedacht haben, dies wäre doch ein Song für Nita. Es war ein ähnliches Gefühl wie damals bei Stay. Ich bin Feuer und Flamme gewesen bei diesem Song, ich fand in so geil. So hat es angefangen. Eigentlich von einem Monat auf den anderen war es klar, dass wir diesen Song produzieren und ein Video machen möchten. Dieser Song hat uns verzaubert. Bei der Zusammenarbeit mit Jens geht es nicht nur darum nur Songs von ihm zu nehmen, sondern unser Ziel ist es, dass wir einen geilen Song haben. Es gibt halt Leute, die haben andere Ideen.

hitparade.ch: Wie kann man sich dies vorstellen: Hast du einfach den Song erhalten und dann keinen Kontakt mehr gehabt? Oder hast du mit den Songwritern noch Kontakt?
Nita: Ich stehe mit den Leuten noch in Kontakt, auch mit denjenigen, die die Songs geschrieben haben für das Album Songbird. Da war ein Schwede, ein Kanadier, einer von Amerika, mit denen habe ich immer noch Kontakt. Mit denen von Everyday gerade nicht, aber dies ist alles noch im Aufbau. Die bekommen dann irgendwann alles mit, was so geht, dann kommt der Kontakt meistens über MySpace.

hitparade.ch: Wie waren die Dreharbeiten beim Videoclip?
Nita: Ich habe dort viel gearbeitet. Wir sind jeden Tag um 5 Uhr aufgestanden, dann ging's sofort zum Coiffeur und in die Maske. Nachher ab an den Strand oder in die Berge, so dass wir das Licht beim Sonnenaufgang nutzen konnten. Zwischendurch hatten wir kurze Pausen. Wir haben jeweils mittags nach einem geeigneten Plätzchen gesucht, bei dem man Abends drehen kann, weil die Sonne beim Untergang auch wieder sehr schön ist. Um 23 oder 24 Uhr sind wir dann ins Bett. Und dies 5 Tage hintereinander. Es war extrem heavy, ich hatte seit einer Ewigkeit nicht mehr nur so wenig geschlafen, aber es war eine tolle Atmosphäre. Wir waren in der Finca von Justus Frantz, ein bekannter Komponist Deutschlands. Der hat 40 Hektar Finca in den Bergen im Landesinneren in Gran Canaria. Es war wunderschön, da steht man gerne früh auf. Man will es geniessen. Am Schluss war ich aber recht kaputt. Wir hatten super Leute dabei gehabt. Ausserdem hatten wir dort auch noch einen Radiotermin, das war auch sehr faszinierend. Es war cool!

hitparade.ch: Wie viele Schweizer Künstler arbeitest du noch nebenbei. Wie gross ist denn noch der Wunsch, nur von der Musik leben zu können?
Nita: Der Wunsch ist sicher sehr gross. Aber was ich sehr schön finde, ist, dass ich nicht ganz abhängig bin, auf jeden Fall nicht von der Bühnenmusik. Weil ich es nicht so sehr geniessen könnte, wenn ich wüsste, ich muss nächsten Monat wieder Miete bezahlen. So weit will es nicht kommen lassen. Deswegen finde ich diese Abwechslung sehr schön, durch normales Arbeiten auch weg vom Mittelpunkt zu sein. Das geniesse ich auch sehr. Je mehr ich von der Musik leben kann, umso besser. Aber so 100% weiss ich nicht, kann ich nicht sagen, aber ich würde alles dafür geben, dass ich mit der Musik mehr machen kann.

hitparade.ch: Ich habe da etwas gehört von einem Plattenvertrag in Deutschland, kannst du uns mehr darüber erzählen?
Nita: Das Ganze ist abartig. Wir hatten schon öfters Diskussionen über so viele Projekte, und am Schluss hat es nicht geklappt. Jetzt hat es endlich einmal Früchte getragen. Die sind total begeistert und wollen das richtig gross aufziehen. Im November fängt die Promo in Radio und TV mit Everyday in ganz Deutschland an, das Album "Songbird" wird dann Mitte Februar veröffentlicht, das ein bisschen anders sein wird als das Schweizer Album. Ich habe keine Ahnung, was auf mich zukommt, aber ich finde es mega geil.

hitparade.ch: Wie es denn dazu gekommen?
Nita: Wir haben gute Kontakte zu Coconut, die an Sony BMG Deutschland angeschlossen sind. Die kennen mich schon länger. Der Song "Everyday" ist dorthin geschickt worden, und dann hat man an mich gedacht und mir den Song vorgeschlagen. Wir haben den Song produziert und angefragt, wie es denn wäre mit uns, und sind auf Interesse gestossen. Also haben wir ein Album zusammengestellt und ihnen präsentiert, und nach Absprache mit Sony BMG hat dann Coconut ja gesagt. Es ist Hammer, aber ich weiss nie, was das jetzt bedeutet, das ist ein Terrain, das total neu ist. Ich bin extrem gespannt, total offen und bereit.

hitparade.ch: Was hat denn das Ganze für die Schweiz eine Bedeutung?
Nita: Ich habe schon das Gefühl, dass dieses Thema auch wichtig ist für die Schweiz, und auch umgekehrt. Wir standen in Deutschland immer wieder in Kontakt mit Leuten, die immer wieder nachgefragt haben, wie es in der Schweiz läuft. Und jetzt wo promomässig viel in der Schweiz abgeht mit der Medienpräsenz und dem Song, der gut ankommt, das ist auch wichtig für Deutschland. So kann das gegenseitig gepusht werden.

Hier die Top 10 der Schweizer Hitparade. Kannst du sie für uns kommentieren?

10. The Pussycat Dolls - When I Grow Up
Nita: Ich höre die eigentlich ziemlich gerne. Wenn ich sie höre, schalte ich nicht um. Aber ich höre die CD nicht auf und ab. Es ist mehr Glamour, das ist nicht so meine Welt. Aber ich finde es auch nicht so schlecht.

8. Söhne Mannheims - Das hat die Welt noch nicht gesehen
Nita: Die finde ich Hammer, sehr sinnlich, sehr echt, sehr bodenständig. Ich habe ein paar Liveauftritte im Fernsehen gesehen.

7. Rihanna - Disturbia
Nita: Ich sehe sie sehr gerne, sie ist eine wunderschöne Frau. Sie macht es super, auch von der Bühnepräsenz her. Ich habe mal eine Sendung über sie gesehen, sie hatte es auch nicht ganz einfach. Wie sie das geschafft hat in diese Szene reinzukommen, echt cool. Ich hoffe das es weiter so lauft, ich finde sie ganz cool.

6. Coldplay - Viva la vida
Nita: Ich gehe am Sonntag ans Konzert, ich freue mich riesig. Ich finde die Musik richtig träumerisch, so in sich gekehrt. Da kann mal voll abgehen, ich finde es wunderschön.

4. Amy Macdonald - This Is The Life
Nita: Ich finde die cool. Ich habe sie zum ersten Mal gesehen, als sie einen Live Auftritt bei der Mister Schweiz Wahl hatte. Sie kam als unscheinbare Frau daher, und als sie anfing zu singen, ist sie ganz in einem anderen Element, voll geil. Ich glaube sie hat eine extreme Schweizer Sympathie, sie ist natürlich, bodenständig und die Songs sind sehr eingängig. Ich finde sie cool.

3. Kid Rock - All Summer Long
Nita: Der ist natürlich ein Klassiker. Der Sommer Klassiker dieses Jahres. Da singt jeder mit, wenn dieser Song gespielt wird. Aber man hört ihn wahrscheinlich nicht mehr so gerne, weil er immer läuft.

2. Gabriella Cilmi - Sweet About Me
Nita: Der ist obergeil. Ich höre den sehr gerne, finde ich cool. Ich kann nicht mehr dazu sagen, ich kenne sie zu wenig. Aber diesen Song höre ich sehr gerne.

1. Katy Perry - I Kissed A Girl
Nita: Finde ich auch sehr geil. Ich könnte diesen Song zwar nicht stundenlang hören, aber ich finde ihn cool.


Linktipps:
Zum Musikvideo "Everyday" - 10 signierte Singles zu gewinnen
Nita-Special auf hitparade.ch
Offizielle Seite

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