INTERVIEW MIT RAZORLIGHT



Mit ihrer Single "Wire To Wire" und ihrem Album Slipway Fires feiert die englische Band Razorlight bei uns momentan viele Erfolge. Aus diesem Grund haben wir Johnny Borrell, Sänger der Band, wenige Stunden vor ihrem Konzert im Zürcher Volkshaus zum Interview getroffen.

hitparade.ch: Heute Abend wird euch die Schweizer Band Vivian supporten. Wie ist normalerweise der Kontakt zwischen deiner Band und den Support Bands?
Johnny Borrell: Ja, ich habe selber immer gerne Bands supportet, denn es ist schön, wenn man mit einer guten Band touren kann. Denn normalerweise ist man gut befreundet und ist dann auf Tour wie eine grosse Familie.

hitparade.ch: Von wem wurdest du denn gerne supportet?
Johnny Borrell: Normalerweise die Bands meiner Freunde, gute Erinnerungen habe ich ans Touren mit The Like aus Amerika, Dogs aus England, oder Angels Fight The City, auch aus England. Eben, mit Freunden auf Tour zu sein ist am Schönsten.

hitparade.ch: Auf eurem neuen Album Slipway Fires gibt es einen Song Namens "Tabloid Lover"… Ist dies ein autobiographischer Song, weil du selber aufgrund deines Privatlebens oft in der Klatschpresse warst?
Johnny Borrell: "Tabloid Lover" ist kein Song über mich, aber ein Song über einen guten Freund, der etwa gleich erfolgreich ist wie ich und öfters in der Klatschpresse war… Das Album ist eine Art Dokumentation über die vergangene Zeit und alles darauf ist war, aber dieser Song ist nicht über mich.

hitparade.ch: Also basieren alles Songs auf dem Album auf bestimmten Erfahrungen?
Johnny Borrell: Ja, definitiv. Wenn ich darauf zurückschaue, da die Arbeit daran vor ungefähr einem Jahr begonnen hat, ist es wirklich wie eine Dokumentation dieser Zeit und ich wollte damit vor allem mit bestimmten Leuten kommunizieren. Da waren drei Leute auf der Welt, denen ich etwas sagen wollte, und darum habe ich es gemacht.

hitparade.ch: Dein Privatleben war wie schon gesagt öfters ein grosses Thema in den Medien… Hat dies beispielsweise stalkende Fans nach sich gezogen?
Johnny Borrell: Hm, vor meinem Haus hat zum Beispiel noch nie jemand gecampt, und auch mit stalking hatte ich nie grosse Probleme… Thank God!

hitparade.ch: Könntest du dir denn eine Schlagzeile vorstellen, die du gerne über deine Band lesen würdest?
Johnny Borrell: Hm, eine Schlagzeile… Razorlight, Razorlight, Razorlight, Razorlight, Razorlight, Razorlight. Vielleicht nicht wirklich originell, aber ich bin ja auch kein Journalist.

hitparade.ch: Vor ein paar Wochen hat Dominik Büchele, Kandidat von DSDS, euren Song "Wire To Wire" gesungen, worauf ihr ihn zu einer eurer Shows eingeladen habt. Wie fandet ihr es, dass er diesen Song gesungen hat?
Johnny Borrell: Es ist immer eine Ehre, wenn jemand deinen Song, also haben wir es als Kompliment gesehen.

hitparade.ch: Was denkst du denn sonst von solchen Shows?
Johnny Borrell: Ich weiss eigentlich gar nicht viel darüber und es hat nicht viel mit dem zu tun, was ich als Musiker mache, oder damit was eine Rock'n'Roll Band macht. Ich habe solche Sendungen nie geschaut, und ich denke nicht, dass sie was für mich wären…

hitparade.ch: In eurer Heimat seid ihr schon seit längerer Zeit eine der grösseren Bands, doch ihr gehört zu den wenigen jungen Rock'n'Roll Bands, die in der Schweiz Erfolge feiern können und auch viel Airplay erhalten… Wie erklärst du dir das?
Johnny Borrell: Ich weiss nicht. Weisst du, es ist immer sehr schmeichelnd, wenn jemand deine Musik hört. "Wire To Wire" ist aber zum Beispiel ein Song, den wir live und am Stück im Studio eingespielt haben, ohne Overdubs und so, es ist ein pures, kleines Stück Musik. Es ging viel in mir vor, als ich den Song geschrieben habe, auch dieser Song ist einer bestimmten Person gewidmet. Wenn dieser Song überall auf der Welt in den Radios gespielt wird, sehe ich es als Sieg ehrlicher Musik gegenüber aller massenproduzierter Musik an, was für mich auch wahnsinnig und schön ist. Als ich den Song geschrieben habe, war ich selbst begeistert davon. Aber ich verstehe es selbst manchmal nicht.

hitparade.ch: Also ist es auch einer der Songs, den du am liebsten magst?
Johnny Borrell: Es ist immer schwer zu entscheiden, welchen Song man am Liebsten mag. "Wire To Wire" habe ich in kurzer Zeit geschrieben und direkt am nächsten Tag aufgenommen, es ging alles sehr schnell.

hitparade.ch: Im Videoclip für "Wire To Wire" trägts du einen Ohrring und eine Perlenkette. Gab es dafür einen bestimmten Grund?
Johnny Borrell: Ich trage eigentlich immer einen Ohrring, ich habe meinen gerade erst verloren, vor einer Woche. Und ich trage auch gerne Ketten. Aber einen bestimmten Grund gab es eigentlich nicht, wir wollten nur mal etwas anderes machen.

hitparade.ch: Was sind eigentlich eure nächsten Pläne? Plant ihr, Amerika zu erobern?
Johnny Borrell: Wir touren einfach, und wir haben jetzt einen Drummer, Skully ist eben erst eingestiegen, und wir sind in einer guten Form, deshalb will ich auch bald wieder mit der Band ins Studio. Im Sommer spielen wir zudem viele Festivals und wir wollen einfach so weitermachen.

hitparade.ch: Wie du eben erwähnt hast, hat Andy Burrows vor kurzem die Band verlassen… Wie kommt ihr als Band mit der Situation klar?
Johnny Borrell: Ich bin nur sehr glücklich, dass Skully jetzt dabei ist und ich mit so einem guten Drummer spielen kann, er ist ja bereits der dritte Razorlight Drummer… Das Schlagzeug ist sehr wichtig und ich könnte nicht mit jemandem weiterhin in der Band spielen, mit dem ich mich nicht verstehe, deshalb bin ich einfach nur froh, dass wir ihn nun haben, denn sonst könnten wir nicht weitermachen.

hitparade.ch: Also ist das keine komische Situation?
Johnny Borrell: Es ist schon anders… Vor allem bei den ersten paar Gigs… Aber dann wird es anders und alles passt wieder zusammen, was auch aufregend ist… Und es ist so… Jedes Mal, wenn die Rolling Stones ein neues Bandmitglied hatten, sagten sie, es sei ein riesiger Kick, der die Band verändert… Ich habe das nie geglaubt und habe das immer für Mist gehalten… Aber es gibt dir wirklich einen Kick und es bringt frischen Wind, worüber ich natürlich glücklich bin.

hitparade.ch: Ihr habt vor ungefähr zwei Jahren bereits in Zürich gespielt, damals im ausverkauften Rohstofflager. Wie erinnerst du dich an dieses Konzert und was erwartest du vom heutigen Gig?
Johnny Borrell: Es ist lustig, als wir damals in Zürich gespielt haben, waren wir in einer ähnlichen Situation… Wir waren bereits sehr lange auf Tour und gut in Form, und wir hatten auch damals das Gefühl, gut mit dem Tourleben klar zu kommen. Wenn man lange auf Tour ist, wird man mit der Zeit aber auch eine "Touring-Machine". Wir haben uns verändert und es wird spannend sein, zu sehen, wie die Leute heute auf unsere Musik reagieren, worauf wir uns freuen. Und ich sags jetzt mal, es fühlt sich so an, wie wenn wir in einer verdammt guten Form sind und auch tolles Zeugs spielen, und hoffentlich wird es für alle einen schönen Abend.

hitparade.ch: Sind die Shows, die ihr in der Schweiz und im restlichen Europa spielt anders als die, die ihr in eurer Heimat spielt?
Johnny Borrell: In England spielen wir halt in grösseren Arenen, aber wir spielen auch dort gerne kleinere Shows, weil die aufregender sind. Doch wenn wir auf der Bühne stehen, ist es egal, ob wir für 20 oder 200'000 Leute spielen, wir machen einfach unser Ding und wir freuen uns über jeden, der uns hören möchte. Aber ich mag Konzerte, wie wir sie in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz spielen, meist vor ca. 2000 Leuten, da ist die Stimmung meist am Besten.

hitparade.ch: Zum Ende haben wir noch die Top 10 der Schweizer Charts… Könntest du da durchgehen und kommentieren, was du kennst?
Johnny Borrell: Hm, da bin ich der Falsche dafür, ich kenne gar nichts… Gar nichts, sorry. Aber wow, wir sind Platz 12, das ist cool…


Linktipps:
Zum Konzertbericht vom Volkshaus Zürich
Zum aktuellen Album "Slipway Fires"
Discographie von Razorlight
Offizielle Seite

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