ESC-INTERVIEW MIT LOVEBUGS



In wenigen Stunden schwirren die Basler Liebeskäfer aufs internationale Parkett. Mit "The Highest Hights" vertreten sie die Schweiz am diesjährigen Eurovision Song Contest. Wir haben uns zu Frontmann Adrian Sieber nach Moskau geschaltet und haben ihn um einen Lagebericht gebeten.

hitparade.ch: Hallo Moskau - hallo Lovebugs! Seid ihr das erste Mal in Russland?
Adrian: Ja, wir sind alle hier das erste Mal hier. Eine neue Welt.

hitparade.ch: Und gibt es Leute dort, die euch schon kennen oder seid ihr völlig unbekannt?
Adrian: Wir haben in der ersten Pressekonferenz ein extrem tolles Erlebnis gehabt. Der Moderator hat uns gefragt, ob wir die Band seien mit den Songs "Under My Skin" und "Bitter Moon". Denn vor zehn Jahren sei das in Russland oft gespielt worden. Das war eine schöne Überraschung für uns, dass von damals was hängen geblieben ist.

hitparade.ch: Wie ist allgemein die Stimmung in Moskau? Merkt man was vom Eurovisions-Fieber oder ist Hockey das Thema Nummer 1 wegen des gestrigen russischen Weltmeistertitels?
Adrian: Ausser in den Zeitungen ist Eishockey in Moskau kein grosses Thema. Am 9. Mai war noch der Nationalfeiertag, aber seit gestern dominiert der Eurovision Song Contest alles. Man nimmt diesen Event überall wahr. Es gibt kaum eine Strasse, wo man nicht ein ESC-Plakat sieht. Es spitzt sich also langsam zu...

hitparade.ch: Wie sieht die Medienarbeit aus? Habt ihr vor allem Interviews mit Schweizer Medien oder auch mit der internationalen Presse?
Adrian: Es ist querbeet. Oft telefoniere ich mit Leuten aus der Schweiz. Wir sind im gleichen Hotel wie die Delegation aus Israel. Mit denen haben wir ein grosses Interview gehabt. Von den Finnen wurden wir für ein Interview eingeladen, mit Schweden und Aserbeitschan haben wir geplaudert. Es ist wie eine Olympiade, wir sind alle in einem Boot und ist eine wahnsinng tolle Stimmung hier.

hitparade.ch: Inwiefern denkst du, dass man das Resultat mit dieser Medienarbeit positiv beeinflussen kann?
Adrian: Ich glaube, die Arbeit hat keinen Einfluss auf unser Abschneiden. Wenn die Lovebugs eine Runde weiter kommen, liegt es daran, dass die Leute den Song gut finden und dass wir eine gute Performance hingelegt haben. Diese Interviews sind ein Tropfen auf dem heissen Stein. Wenn es hier aber Leute hat, die sich für die Band interessieren, dann gibt man natürlich extrem gerne Interviews.

hitparade.ch: Hast du mit anderen Teilnehmern auch persönlich Kontakt oder seid ihr stark voneinander abgeschnitten?
Adrian: Wir sind gar nicht voneinander abgeschnitten. Die von der israelischen Delegation kennen wir schon seit einer Woche und wir verstehen uns extrem gut. Noa und ihre Duettpartnerin sind auch schon seit über einem Jahrzehnt im Business und da hat man automatisch viele Anknüpfungspunkte. Gestern haben wir die finnische Delegation getroffen und haben uns auch gut verstanden. Links neben uns ist die Garderobe von Andorra und rechts jene der Türkei, wir treffen die Leute also überall.

hitparade.ch: Wen siehst du als Favoriten der Veranstaltung?
Adrian: Ich halte mich ein wenig zurück mit den grossen Analysen aller anderen Teilnehmer, weil ich mich ja schlussendlich auf die eigene Performance fokussieren möchte. Aber es gibt einige ziemlich klare Favoriten. Der norwegische Beitrag und auch die Türkei werden heiss gehandelt. Vielleicht gibt es auch eine andere Überraschung. Ich lasse mich da auch gerne überraschen.

hitparade.ch: Wie ist dein Bauchgefühl vor dem ersten Halbfinale, kommt ihr weiter?
Adrian: Das kann ich nicht beurteilen. Ich würde es mir von Herzen wünschen. Aber es ist unmöglich, das einzuschätzen. Auf der einen Seite sind wir ganz klare Aussenseiter, weil wir Schweizer sind, andererseits weil wir eine Band sind. Und drittens mit dem Song, den wir haben. Vielleicht ist das aber auch ein Vorteil, man weiss es nicht. Bei einigen Polls waren wir aber nicht mal so schlecht, und die Leute haben extrem Freude, dass eine Band da ist, die ein wenig Roll ‚n’ Roll in die Sache bringt. Darum haben die Leute ein wenig gewartet.

hitparade.ch: Und schon nervös vor dem Auftritt?
Adrian: Es kommt und geht, es ist ganz abhängig von der Tagesform. Im Moment bin ich sehr ruhig, mal schauen wie es morgen ist. Ich hoffe, dass das dann gleich ist, dann kommt es sicher nicht schlecht.

hitparade.ch: Bleibst du auf jeden Fall in Moskau fürs Finale oder würdest du wieder vorzeitig abreisen, falls ihr es nicht schafft?
Adrian: Man will noch nicht so recht darüber reden, was dann ist am Mittwoch. Ich glaube, das wird relativ spontan entschieden, was wir dann machen. Ich habe natürlich das Bedürfnis, meine Familie wieder zu sehen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe und vermisse. Das wird sicher auch noch eine Rolle in der Entscheidung spielen.

hitparade.ch: Aber verstecken wie andere würdest du nicht?
Adrian: Nein überhaupt nicht. Ich finde, wir haben überhaupt nichts zu verlieren. Was auch immer geschieht, wir präsentieren uns auf eine gute Art!


Linktipps:
Alle Songs des Eurovision Song Contest 2009 in der grossen Übersicht mit Hörproben
Zum Video des Schweizer Beitrags

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