INTERVIEW MIT THE BASEBALLS



Mit einer Version des Rihanna-Hits "Umbrella" im Rock'n'Roll-Stil sind The Baseballs neu in den Charts. Sam, Digger und Basti haben uns zum Interview eingeladen.

hitparade.ch: Habt ihr schon selbst Baseball gespielt und kennt ihr eigentlich die Regeln?
Sam: Ich habe es einmal versucht. Es gab diese Sportwochen bei uns auf der Schule. Ich habe mich für den Sport Baseball eingetragen. Das ist ziemlich lange her und ich war eigentlich nicht so gut. Das muss ich ehrlich sagen.
Basti: Ich habe es einmal im Fernsehern gesehen, als in für zwei Wochen in San Francisco war. Ich habe wirklich fast nichts verstanden.
Sam: Den Bal, den Handschuh und den Schläger habe ich aber noch. Das war einfach cool mit dem Handschuh.

hitparade.ch: Woher kommt der Name "The Baseballs"?
Digger: Den Namen haben wir nur ausgesucht, weil wir irgendwas haben wollten, das auch für Popularität in den Fünfzigern steht. Wir wollten etwas finden, das auch für den Lifestyle aus dieser Zeit steht. Wir haben also weniger mit dem Sport zu tun als mehr mit diesem Gefühl des Zusammenseins und des Spasshabens.

hitparade.ch: Habt ihr auch andere Namensideen gehabt?
Basti: Wir haben eine Liste mit diversen Namen geführt. Am Anfang standen da natürlich die typischen Rock'n'Roll-Namen… The Shakers oder so. Dann wird man aber schnell in die Rockabilly-Schublade gesteckt. Das wollten wir dann doch nicht.

hitparade.ch: Euer erstes Album, Strike, ist erst seit 2 Wochen in Läden und ihr habt schon die Top 10 in Deutschland und in der Schweiz erreicht! Habt ihr so schnellen Erfolg erwartet?
Basti: Das kann man so nicht sagen. Wir haben gehofft, dass es vielleicht die Top 30 schafft, aber konkrete Vorstellungen hatten wir nicht. Es ist der Wahnsinn, in der ersten Woche Top-Plätze zu erreichen. Wenn man denkt, dass man mit Eminem und Green Day an der Spitze steht… Völlig surreal!
Digger: Es ist schön, dass man nicht sagen musste: Rock'n'Roll ist schwer an den Mann zu bringen. Die Leute haben daran noch immer Spass wie früher, man spürt die Sehnsucht danach, dass wieder so etwas kommt. Es freut uns, dass wir sowohl jüngere als auch ältere Leute ansprechen. Das sieht man auch an den Download-Zahlen. Ich unterstelle jetzt mal der Jugend, dass vor allem sie downloaden.
Basti: An den Konzerten stehen vierzehnjährigen Jugendliche und Siebzigjährige nebeneinander.

hitparade.ch: Aktuelle Hits in einer Rockabilly Stil aufzunehmen ist grossartig! Wie seid ihr auf diese Idee gestossen?
Digger: Rockabilly ist ein Teil des Rock'n'Roll. Am Anfang haben wir zusammen improvisiert und auch Klassiker wie "Blue Suede Shoes", "Jailhouse Rock" und so weiter gespielt. Dann haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir damit eine breite Masse ansprechen können. Und da kam die einfache Idee, aktuelle Hits neu zu gestalten. Es war wichtig, dass die Jungen, die auch wenig mit Rock'n'Roll zu tun haben, mit unseren Songs etwas anfangen können.
Basti: Es war aber auch wichtig, dass es den älteren Leuten gefällt. Das Cover muss auch alleine funktionieren, ohne dass der Hörer das Original kennt. So kann man die Älteren begeistern.

hitparade.ch: Es hilft natürlich auch, dass eure Stimmen zu diesem besonderen Stil passen.
Digger: Ja! Egal, was Sam singt, es klingt nach Elvis. Selbst wenn er etwas von Eminem rappen würde. Jeder würde denken, ja, Elvis versucht Neues…
Basti: Als wir uns kennengelernt haben, haben wir gemerkt, dass wir sehr unterschiedliche Stimmen haben. Sam klingt nach Elvis, Digger klingt rockig und ich habe diese poppige Stimme. Die Kombination funktioniert ganz gut.
Sam: Wir haben uns damals nicht abgesprochen. Wir haben angefangen zu singen und jeder wusste sofort, welchen Part er zu übernehmen hatte.

hitparade.ch: Wie seid ihr als Band eigentlich zusammen gekommen?
Basti: Schicksal! Ich komme aus Berlin, Digger kommt aus Köln und Sam aus Stuttgart. Ich habe in einem Proberaum in Berlin geübt, wo verschiedene Bands waren. Ich hatte mit einer Gala-Band gespielt und Digger bei der Band seines Schwagers…
Sam: Ich bin von Reutlingen den langen Weg nach Berlin gegangen und wollte bei einer anderen Band vorsingen. Ich war echt froh, diese beiden Herren dann getroffen zu haben. Ansonsten sah ich nur Heavy-Metal-Bands.

hitparade.ch: Was sind eure grössten Einflüsse?
Sam: Bei mir ganz klar Elvis Presley! Wir finden alle die Bands der Fünfziger toll. Elvis war der King, Elvis ist der King. Auch Künstler wie Eddie Cochran haben tolle Musik gemacht.
Basti: Viele waren auch zusammen unterwegs: Jerry Lee Lewis, Johnny Cash, Elvis und so weiter. Ihre Musik strahlt heute noch Energie aus.
Digger: Jerry Lee Lewis war eigentlich der Grund, warum ich angefangen habe, Klavier zu spielen, Great Balls of Fire. Bei mir stehen so viele Jerry-Lee-Lewis-CDs rum, bei Sam Elvis-CDs…
Basti: Ja, auch DVDs und Action Figuren.
Digger: Genau! Action Figuren. Sam sammelt Action Figuren von Elvis.

hitparade.ch: Damals musste man, um erfolgreich zu sein, eine gute Stimme haben. Heute kann man eine schlechte Stimme hinter der Elektronik verstecken.
Basti: Aber die alte Art, Songs aufzunehmen, kommt wieder. Elvis stand am Mikrophon, die Band hat gespielt und dann wurde aufgenommen. Man musste seine Instrumente beherrschen. Man konnte keinen Schnitt machen oder Songteile verschieben.

hitparade.ch: …oder in der Mitte aufhören!
Basti: Genau! Mann muss es durchziehen. Aber das Coole ist ja, dass gerade diese alten Aufnahmen super klingen!
Digger: Wir haben eine tolle vierköpfige Band. Wir haben viel Spass zusammen, selbst wenn wir nur Demos aufnehmen.

hitparade.ch: Ihr habt in der Heimat, in Deutschland und in der Schweiz bereits Erfolg. Wo wollt ihr als nächstes durchstarten?
Basti: Das Ziel ist eine Tournee. Daran arbeiten wir mit der Plattenfirma. Am liebsten noch dieses Jahr, im Herbst. Live spielen! Deutschland, Österreich und die Schweiz werden die ersten Stationen sein.
Digger: Das Feedback im Ausland ist auch super!
Basti: Wir haben eigentlich wahnsinnig viel Feedback bekommen. Wir haben auf youtube sehr viele polnische Einträge entdeckt. Oder auch französische, spanische, skandinavische.
Digger: Auch von US-amerikanischen Radiosendern kommen Anfragen. Das ist eine grosse Ehre. Mit dem Internet verbreitet sich die Musik wahnsinnig schnell. Wir wollen den Rock'n'Roll wieder massentauglich machen, so gut es geht. Wenn er akzeptiert wird, wollen wir auch eigene Songs einbauen.

hitparade.ch: Also wollt ihr mal ein Album mit eigenen Songs herausbringen.
Basti: Wir werden sicherlich weiter Coverversionen einspielen. Aber es werden auch vermehrt eigene Songs dazukommen. Wir schreiben schon seit einigen Jahren eigene Songs. Es wird auf eine Mischung aus Coverversionen und eigenen Songs herauslaufen.

hitparade.ch: Kommen wir zu den Charts.

Milow - Ayo Technology
Digger: Wir finden Milow gut, weil er diesen Cover-Trend auch mitmacht. Chillige Version!

Daniel Schumacher - Anything But Love
Digger: Er hat eine gute Stimme. Gehört durchaus in die Charts.
Basti: Ich kenne nur wenige. Kelly Rowland zum Beispiel.

hitparade.ch: Vielen Dank für das Interview!


Linktipps:
Höre ins Album "Strike!" rein
Offizielle Seite

Australien Belgien Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Italien Neuseeland Niederlande Norwegen Österreich Portugal Schweden Spanien Suisse Romande
english
LOGIN
PASSWORT
Passwort vergessen?