INTERVIEW MIT MICHEL TELÓ

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Der 31-jährige Brasilianer Michel Teló ist seit vielen Jahren ein bekannter Musiker in seinem Heimatland. Nun ist er dank dem grossen Hit "Ai se eu te pego!" auch auf dem Rest der Welt berühmt geworden. In der Schweiz ist er auf der Nummer 1 gelandet und ist selber ganz erstaunt über diesen grossen Erfolg. Wir haben den sympathischen Musiker zum Interview getroffen und mit ihm über seinen Song, die Schweiz und eifersüchtige Frauen geplaudert.

hitparade.ch: Michel, wie ist Dein grosser Hit "Ai se eu te pego!" entstanden?
Ich kann mich sehr gut erinnern. Ich habe das Lied ja nicht selbst geschrieben. Ich war auf Tour im Nordosten Brasiliens, habe dort das Lied gehört und habe mich dafür interessiert. Dann habe ich das Lied neu gemacht und aufgenommen und die Komponisten hatten sich sehr gefreut, dass wir den Song übernehmen wollten. Schlussendlich wurde der Hit dann von einer Frau geschrieben.

hitparade.ch: Hättest Du jemals gedacht, dass der Song auf der ganzen Welt so berühmt werden würde?
Ich habe ja schon verschiedene Hits in Brasilien. Dann schlussendlich war es in Brasilien sehr berühmt. Dass es aber auch in der restlichen Welt so berühmt sein würde, hätte ich niemals erwartet. Auch, dass ich heute hier in der Schweiz bin und am Abend auf Portugiesisch ein Konzert spielen werde.

hitparade.ch: Bist Du zum ersten Mal in der Schweiz? Wie gefällt es Dir hier?
Ja, es ist das erste Mal, dass ich hier bin. Ich bin gestern Abend angekommen und sehr liebevoll empfangen worden. Schon am Flughafen habe ich die Energie dieser Stadt gespürt und die scheint mir sehr positiv zu sein. Und von meinem Zimmer aus sehe ich einen Hauch der Berge. Schneebedeckte Alpen. Gestern Abend war ich zum Abendessen in einem Restaurant beim Paradeplatz, dort habe ich eine riesige Wurst gegessen. Die war super! Das Essen hier ist wirklich sehr gut.

hitparade.ch: Was weisst Du über die Schweiz?
Eigentlich nicht viel. Ich weiss von den Uhren und der Schokolade. In meinem Hotelzimmer lag Schokolade, die ich mir unbedingt noch kaufen gehen muss. Und ich weiss, dass die Alpen schön sind.

hitparade.ch: Zu Deinem Hit gibt es einen Tanz! Wie ist dieser entstanden? Wer hatte die Idee?
Die Komponisten haben das eigentlich kreiert. Ich selbst wollte etwas möglichst Einfaches, das Jeder nachmachen kann. Ich selbst bin ja auch kein Tänzer. Also habe ich es vereinfacht, so dass Alle mitmachen können. In Brasilien haben sich die Shows auch verändert, man versucht immer mehr, das Publikum miteinzubeziehen. Es gibt in Brasilien verschiedene Stilrichtungen. Typische Tanzmusik ist da auch dabei. Und meine Songs sind eine Mischung aus all diesen Stilrichtungen. Die brasilianische Countrymusik ist auch etwas poppiger geworden.

hitparade.ch: Irgendwie wirst Du momentan nur auf diesen einen Hit beschränkt, weil man hier kaum etwas Anderes von Dir kennt. Stört Dich diese Tatsache?
Nein! Gottseidank ist das so! (lacht). In Brasilien bin ich seit 19 Jahren Musiker und das ist ein riesiges Land. Es ist ein Kontinent für sich mit vielen Kulturen. Und alleine dort berühmt zu sein, ist schwierig genug. Nun hat sich eine Türe geöffnet für die restliche Welt.

hitparade.ch: Setzt Dich der grosse Erfolg von "Ai se eu te pego!" nicht unter Druck, was Deine künftigen Songs angeht?
Es ist schon schwierig. Dass ein Song auf einmal so berühmt wird, das passiert nicht häufig. Das ist ein Glücksfall. Mit dem Song haben wir es geschafft, durchzubrechen.

hitparade.ch: Dein Song wurde weltweit bekannt, weil der brasilianische Fussballer Neymar und auch Christiano Ronaldo zu Deinem Song getanzt haben. Bist auch Du Fussballfan?
Wie jeder Brasilianer liebe ich den Fussball. Ich habe auf der Strasse und in der Schule gespielt. Und ich liebe dieses WIN11, ein Game. Es gibt eine starke Verbindung zwischen dem Song und dem Fussball. Die Fussballer haben den Tanz immer gemacht, wenn sie ein Tor erzielt haben. Daher wurde es auch durch den Tanz erst berühmt.

hitparade.ch: Welcher ist Dein Lieblingsfussballer?
Neymar! Er spielt am besten und er kann auch den Tanz gut (lacht).

hitparade.ch: Der Songtext besteht aus wenigen Sätzen, die sich immer wiederholen. Denkst Du, dass die Genialität des Songs darin liegt, dass die Lyrics so simpel sind?
Könnte sein. Ich denke, was den Song ausmacht, sind in erster Linie die Rhytmen und die Fröhlichkeit. Und die Choreografie sagt ja schon viel über den Song aus! "Ah, wenn ich Dich kriege!" (lacht).

hitparade.ch: Der Song bezieht sich ja darauf, dass brasilianische Frauen besonders eifersüchtig sein sollen. Welche Erfahrung hast Du mit eifersüchtigen Frauen?
Ich glaube, egal wo man auf der Welt ist, gibt es eifersüchtige Frauen und auch solche, die es nicht sind.

hitparade.ch: Du bist ja seit kurzem geschieden. Hat das mit dem Lied zu tun?
Nein. Das hatte einfach damit zu tun, dass ich viel Arbeit habe. Eine Beziehung und viel Arbeit unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach. Hier hat es leider nicht geklappt.

hitparade.ch: Der Song heisst ja "Wenn ich Dich kriege!". Was passiert, wenn Du sie kriegst?
Dann flüchte ich ein bisschen. (lacht)

hitparade.ch: Es gibt ja schon zahlreiche Remixes des Songs. Was hältst Du davon?
Die gefallen mir nicht so (lacht). Die dürften das ja nicht.

hitparade.ch: Es gibt den Song auch auf Englisch. Du sprichst aber nur Portugiesisch. Wieso hast Du Dir das denn angetan?
Wir haben einfach herumgespielt. Wir haben eine Videoaufnahme davon gemacht, damit Alle, die kein Portugiesisch können, trotzdem verstehen, was da gesungen wird.

hitparade.ch: Wie bist Du ursprünglich zur Musik gekommen?
Eigentlich mache ich Musik, seit ich mich zurückerinnern kann. Meine ganze, grosse Familie hat immer gerne gesungen, auch wenn niemand professionell gesungen hat. Mit sieben Jahren habe ich zum ersten Mal auf der Bühne gestanden und habe dort Roberto Carlos gesungen. Das war ein Vorspiel für die Eltern an der Schule. An dem Tag habe ich gemerkt, dass ich singen möchte für den Rest meines Lebens. Mit zwölf Jahren habe ich professionell angefangen zu singen und mit vierzehn Jahren hatte ich mein erstes eigenes Homestudio. Als ich zehn Jahre alt war, habe ich von meinem Vater ein Akkordeon geschenkt bekommen. Zu dem Zeitpunkt konnte ich bereits Klavier spielen, daher interessierte es mich. Und auch wenn es ein eher spezielles Instrument ist, das in der modernen Popmusik nur selten eingesetzt wird, habe ich es sehr geliebt. Vielleicht habe ich es sogar ein wenig geschafft, dem Instrument ein Popgesicht zu geben. Nun mache ich seit 19 Jahren Musik.

hitparade.ch: Du warst 11 Jahre lang in einer Band, ehe Du Dich zu einer Solokarriere entschlossen hast. Was hat Dich dazu bewegt, alleine weiterzumachen?
Wir haben mit dieser Band viele CDs herausgebracht und ich habe alles mit Freude und viel Liebe gemacht. Alleine zu arbeiten heisst aber auch, dass man absolut seine eigene Musik machen kann. Man kann sich ganz anders auf das Publikum einlassen. Mit der Band hatten wir eher Musik aus dem Süden des Landes gespielt. Alleine habe ich nun mehr diesen Pop-Country-Stil verwirklicht aus einer anderen Region.

hitparade.ch: Ich habe gelesen, dass eine Zusammenarbeit mit Pitbull geplant ist. In welche stilistische Richtung wird diese Musik gehen?
Wir haben schon eine Version ausprobiert von "Ai se eu te pego!" Aber ich würde gerne etwas Neues mit ihm machen. Ich weiss noch nicht, was da herauskommen wird.

hitparade.ch: In einem Interview hast Du einmal gesagt, es sei Dein grösster Traum, einmal gemeinsam mit Shakira auf der Bühne zu stehen. Ist das wahr?
Ja, das wäre toll! Sie hat mich zu ihrem Geburtstagsfest eingeladen, aber leider habe ich jetzt so viel um die Ohren mit der Tour, dass ich nicht hingehen kann. Barcelona ist leider etwas weit weg von Brasilien.

hitparade.ch: Heute Abend spielst Du zum ersten Mal in Zürich. Wie wirst Du die Sprachbarriere meistern?
Ich bin gespannt, wie das werden wird. Ich möchte den Leuten den Song bieten, und dass sie sich amüsieren! Sicher ist da diese Sprachbarriere, doch das wird schon klappen.
Interview durchgeführt: Bettina Siegwart
Redaktion: Bettina Siegwart


Linktipps:
Das Video zu "Ai se eu te pego" anschauen
Das Album "Na balada" anhören und downloaden
Künsterportal von Michel Teló

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