INTERVIEW MIT UNHEILIG

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Selten hat die deutsche Musiklandschaft in den letzten Jahrzehnten eine solche Erfolgsgeschichte erlebt wie die von Unheilig. Das letzte Album "Grosse Freiheit" war über ein Jahr lang in den Top 10 der deutschen Charts. Nun erscheint nach zwei Jahren der Nachfolger "Lichter der Stadt". Wir haben den Grafen zum Interview getroffen.

hitparade.ch: Du machst seit 12 Jahren Musik. Am Anfang war das eher vor einem kleineren, familiären Publikum, später plötzlich in ausverkauften, grossen Hallen. Wie fühlte sich dieser Wechsel für Dich an?
Der Graf: Das zehnjährige Jubiläum war 2010. Genau da war dieser Sprung, dass da auf einmal unsere Konzerte ausverkauft waren und wir mussten Zusatzkonzerte machen. Es kam vor, dass wir viermal in Hamburg gespielt haben und es gab noch immer Leute, die zu den Konzerten kamen. Der ganz grosse Sprung kam dann eigentlich ein halbes Jahr später! Es wurde von Woche zu Woche immer grösser und auf einmal hast Du dann 12'000 Menschen vor Dir. Das ist schon gigantisch! Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wir das erste Konzert in Deutschland hatten, bei dem wir vor 7'000 Leuten gespielt haben. Da hatte ich schon ein mulmiges Gefühl bekommen, bevor die Leute in der grossen Halle waren. Das war schon beeindruckend. Dann stehst du da und denkst "Ups, das Ding wird heute Abend voll!" Das ist wirklich gigantisch und ein super Gefühl! Ich habe immer davon geträumt, Musik zu machen und dass ich es schaffen würde, dass mein Hobby zum Beruf wird. Das ist glücklicherweise 2010 passiert. Und das ist für mich das Allerschönste!

hitparade.ch: Hattest Du denn einen solch grossen Erfolg, wie Du ihn jetzt hast, angestrebt?
Der Graf: Nein, das hätte ich mir niemals vorstellen können. Das ist fernab meiner Vorstellungskraft gewesen. Auch das, was jetzt alles so passiert. Das ist immer noch komisch! Wenn ich irgendwo etwas darüber lese oder höre, dann ist das so, als ob die über einen Anderen reden, nicht über mich. Dann denke ich: "Okay, das ist jetzt so gross", aber es ist schwer zu begreifen.

hitparade.ch: Du hast mit Deinem letzten Album "Grosse Freiheit" sämtliche Rekorde geschlagen! In der Deutschen Chartsgeschichte warst du als einziger Künstler ununterbrochen während über einem Jahr in den Top 10 der Album-Charts. Bedeuten dir solche Rekorde etwas?
Der Graf: Ich hatte vorher gar nicht gewusst, dass es solche Rekorde gibt! Als ich das gehört habe, dachte ich an einen Menschen, der den ganzen Tag nichts Anderes macht als solche Statistiken auszuwerten (lacht). Wie oft wurden wir gespielt, wie lange waren wir auf der 1, auf der 2 oder 3, innerhalb wie vieler Wochen und mit wie vielen Abständen… Es ist typisch deutsch, alles zu katalogisieren und aufzuschreiben. Ich habe mich natürlich gefreut! Ganz klar! Es war für mich eine schöne Bestätigung, nach so vielen Jahren da zu sein, wo wir nun sind. Und ich finde es schön, dass all die Leute, die da im Hintergrund mitarbeiten, auch einmal lesen können, wo wir stehen und was wir erreicht haben. Das ist eine schöne Bestätigung für uns Alle. Aber das kannst Du gefühlsmässig in der Grössenordnung nicht vergleichen mit einem Konzert, wenn Du vor Deinen Fans stehst. Das ist Papier!

hitparade.ch: Dank diesem Erfolg hast du natürlich auch unzählige Auszeichnungen bekommen. Gewöhnt man sich an solche Auszeichnungen?
Der Graf: Nein! Ich habe ja nie Musik gemacht, um Preise zu gewinnen. Ich freue mich darüber, denn das Schöne daran ist, wenn Du zuhause bist und diese Preise siehst, dann kannst Du den Erfolg "greifen". Dann ist der Erfolg bei Dir zuhause und er ist Dir bewusst. Wenn Du die ganze Zeit unterwegs bist, dann hast Du nicht den Kopf dafür, zu begreifen, was da alles passiert. Das kriegst Du nur zuhause mit, wenn Du zur Ruhe kommst und darüber nachdenkst. Wenn Du die Preise siehst, dann weisst Du: "Das ist wahr!" Man begreift, dass es real ist. Und das ist schön! Ich freue mich immer über jeden Preis, weil den kann ich entgegennehmen im Namen aller Leute, die seit 12 Jahren mitarbeiten. Leute, die viel leisten, aber nicht auf der Bühne stehen und den Applaus kriegen. Und das ist auf jeden Fall super!

hitparade.ch: Als Dein Erfolg sich immer mehr abgezeichnet hatte, gab es ja eingefleischte Fans, die davon nicht so begeistert waren. In Internetforen hiess es, Du hättest "Deine Seele verkauft". Was denkst Du darüber? Kannst Du diese Gefühle bei Deinen Fans nachvollziehen?
Der Graf: Ich habe das wahrgenommen und es hat mich sehr getroffen. Ich hatte nicht mit so etwas in dieser Form gerechnet. Ich bin ein Mensch, der Kritik annimmt und die Dinge dann in Frage stellt. Ich bin Einer, der zuhört, auch wenn mir mal etwas erzählt wird, das ich vielleicht nicht so gerne höre, und denke dann auch darüber nach. Dann stelle ich in Frage, was ich tue, einfach um sicher zu sein, dass ich auf einem guten Weg bin. Mir ist bewusst geworden, dass die Leute sich darüber aufgeregt haben, dass die Musik nicht mehr nur für sie alleine ist. Aber wenn sie glauben, dass ich die Musik nur für sie mache, dann liegen sie halt falsch. Ich mache Musik für alle Leute. Ich gehe zu Fernsehshows, weil ich darüber glücklich bin, da auftreten zu dürfen. Wir haben zehn Jahre dafür gearbeitet, endlich mal ins Radio zu kommen und Fernsehauftritte machen zu können - so wie andere Musiker auch. Und wie blöd wäre ich denn, dass, wenn ich dann einmal soweit bin, sagen würde: "Nee, da gehe ich nicht hin, diese Leute dürfen meine Musik nicht hören!" (lacht). Das kann ich doch nicht machen! Ich bin doch Künstler und möchte mich den Leuten gerne präsentieren. Und ich bin ja froh darüber, wenn die Leute mir ihr Gehör schenken. Und wenn ich irgendwo eingeladen werde, dann gehe ich da hin! Ich bestimme nicht, wer die Musik hören darf und wer nicht. Wem das nicht passt, dem kann ich leider nicht helfen. Ich gehe den Weg, weil ich alle Leute gleich behandle und bin glücklich darüber, wenn ich viele Menschen erreiche. Und ich bin froh, mittlerweile von der Musik leben zu können. Das ist auch toll! Dass Du nicht mehr abhängig bist von Deinen Eltern, die Dir monatlich Geld geben. Vorher war das ja noch so. Dass ich an einen Punkt gekommen bin, an dem ich hoffen kann, mein Leben lang Musik machen zu können und keinen anderen Beruf nebenbei ausüben zu müssen. Dazu gehört es halt, dass Du mal ins Fernsehen und ins Radio gehst. Das ist super, ich finde das toll und ich geniesse das!

hitparade.ch: Deine Musik wird oft mit Rammstein verglichen. Ist das denn auch die Musik, die Dich beeinflusst hat? Oder in welche Richtung geht Dein privater Musikgeschmack?
Der Graf: Danke wegen Rammstein, das find ich gut (lacht). Ich bin ein Kind der 80er Jahre und ich höre seit den 80er Jahren Musik. Damit bin ich gross geworden. Alles, was heute läuft, finde ich auch gut! Es gibt ganz viele Sachen, die ich höre, mir gefallen verschiedenste Musikrichtungen. Ob das Rammstein ist, Grönemeyer oder Xavier Naidoo, Peter Fox, Metallica oder wie sie Alle heissen… Ich höre ganz viele Stilrichtungen. Mir ist eigentlich egal, aus welcher Stilrichtung ein Song ist, ich sage einfach immer: "Dieses Lied gefällt mir, dieses nicht". Etwas Anderes gibt's da eigentlich nicht. Mir ist egal, ob das Rock, Pop, HipHop oder Wasweissich ist. Ich lege mich nicht fest, ich höre alles. Daher hat mich auch alles beeinflusst. Ich habe keine Grenzen, ich höre alles ausser Marschmusik (lacht).

hitparade.ch: Bei Deiner Musik werden die Texte sehr gelobt. Wie viel Wert legst Du bei Musik grundsätzlich auf die Lyrics?
Der Graf: Oh, da lege ich ganz viel Wert darauf! Es muss für mich Sinn machen. Ich muss das verstehen, es muss etwas ankommen. Gerade bei deutscher Musik. Es gibt gute deutsche Musik, und es gibt deutsche Musik, bei der man denkt: "Hää, was will denn der mir jetzt sagen?". Und da verstehe ich das nicht, will es aber gerne verstehen. Wenn mich ein Lied berührt, dann ist das immer gut. Es gibt deutsche Künstler, die super Texte machen, beispielsweise Herbert Grönemeyer oder auch Xavier Naidoo, das finde ich toll! Es muss halt einfach auch Sinn machen.

hitparade.ch: Dein erstes Album war halb Englisch und halb Deutsch. Inzwischen ist alles Deutsch… Wie kam das?
Der Graf: Ja gottseidank ist alles jetzt Deutsch. Englisch kann ich nicht so gut, dass ich alleine Texte schreiben kann, die irgendwie sinnig sind. Wenn ich die Jemandem gebe, dessen Muttersprache Englisch ist, dann fragt er sich, was ich ihm eigentlich sagen will. Da sind wir wieder beim gleichen Thema. Ich kann am besten in Deutsch schreiben. Beim Englisch brauche ich immer ein Übersetzungsbuch. Dann muss ich das, was ich auf Deutsch denke und träume erst ins Englische übersetzen, dann muss ich auf die Grammatik achten, die finde ich im Englischen eher kompliziert. Daher lieber nur Deutsch. Beim ersten Album war noch Jemand dabei, dessen Muttersprache Englisch ist, daher hatte das Sinn gemacht, aber jetzt wär mir das zu kompliziert. Ich möchte gerne in dieser Sprache Lieder schreiben, in der ich auch träume.

hitparade.ch: Und wenn Du eine Weltkarriere anstreben würdest, dann auch in Deutsch?
Der Graf: Ja logisch! Aber das ist bei mir kein Thema, ich habe Angst vor dem Fliegen! (lacht). Es gibt in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz genug zu tun! Das reicht auch irgendwann einmal. Ich brauche mir nicht noch eine Russland- und Amerikareise anzutun. Irgendwann möchte man ja auch noch zuhause sein und einfach ein wenig Ruhe haben. Das gehört auch zum Leben dazu.

hitparade.ch: Beim letzten Album hattest Du in der Schweiz keine Promotour gemacht. Nun bist Du hier!
Der Graf: Ja! Super, oder? Es hat sich in den letzten zwei Jahren sehr viel getan! Vor zwei Jahren wussten wir gar nicht, dass wir auch hier angesagt sind. Das hat sich durch "Geboren um zu leben" und "Grosse Freiheit" so entwickelt. Es wurde immer grösser, und plötzlich durften wir auch in die Schweiz. Wir durften hier spielen, hatten sogar Fernsehauftritte und Radiotermine. Und jetzt dürfen wir sogar schon vor dem Release hier sein, was mich sehr freut.

hitparade.ch: Wer hat denn entschieden, dass Du nun hier bist?
Der Graf: Na Ihr! (lacht). Wenn wir vor zwei Jahren einen Rundgang in der Schweiz gemacht hätten, um unser Album, das gerade in Deutschland erscheint, zu promoten, hätte das niemanden interessiert. Man kannte uns noch nicht. Wer ist Unheilig? Eine Grufti-Band! (lacht). Will ja eh Keiner hören. Und jetzt haben wir Erfolg und ich gebe an einem Tag 16 Interviews. Dies liegt einfach daran, dass die Menschen in der Schweiz entschieden haben, dass sie Unheilig so gut finden, dass es sich lohnt, dass ganz viele Journalisten jetzt zu uns kommen. Das finde ich super. Du kriegst halt nur die Interviews, wenn Du Erfolg hast. Da beisst sich die Katze in den eigenen Schwanz: Du kriegst nur Interviews, wenn Du Erfolg hast, aber um Erfolg zu haben, muss man Interviews geben. Das ist wie mit dem Job und der Wohnung: Man kriegt eine Wohnung nur, wenn man einen Job hat, und den Job aber nur, wenn man eine Wohnung hat. Daher bin ich sehr dankbar, dass es bei mir so gelaufen ist, dass der Erfolg gekommen ist.

hitparade.ch: Wenn man in Deutschland Erfolg hat, ist es in der Schweiz schon einfacher…
Der Graf: Ja, zuerst waren wir nur in Deutschland, dann kam Österreich, und schliesslich die Schweiz. Auf einmal sahen wir, dass wir da ja auch schon in den Charts sind. Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet.

hitparade.ch: "Lichter der Stadt" heisst dein neues Studioalbum, inwiefern hat man versucht, sich nochmals zu steigern?
Der Graf: Da bin ich gar nicht erst dazu gekommen! Das Album ist von ganz alleine entstanden. "Lichter der Stadt" ist eine Art musikalisches Tagebuch der letzten zwei Jahre. Ich habe alles aufgeschrieben, was auf mich eingeprasselt ist und habe das in den Liedern verarbeitet. Zuvor war's ruhig. Und plötzlich, 2010, kommt eine riesige Erfolgswelle auf Dich zugerauscht. Fernsehauftritte, Live-Auftritte, Radiotermine, Preisverleihungen, man ist nur noch unterwegs, weit weg von zuhause. Zusätzlich sind wir durch "Geboren um zu leben" auch von Krankenhäusern eingeladen worden, weil die sich gewünscht hatten, dass wir da mal ein Konzert spielen. Wir sind von Menschen in den Hospizen eingeladen worden, weil die sich gewünscht hatten, dass sie mich mal treffen können vor ihrem Tod. All dies kam 2010 innerhalb von Wochen zusammen. Und immer mehr. Und ich habe alles gemacht. Irgendwann war es dann halt schon so viel, dass ich mich gefühlt hatte wie ein kleiner Junge vom Land, der zum ersten Mal in eine Grossstadt kommt, wo er sich nicht zurechtfindet. Da war dann auch das Konzept von "Lichter der Stadt" klar. Das ist mein Leben in diesem Erfolg, in diesem Chaos. Ich brauchte etwas zum Verarbeiten und habe dann, überall wo wir waren, Musik gemacht. Ich habe ein kleines Studio aufgebaut mit dem Laptop, zwei Lautsprechern und dem Keyboard und habe mir so alles von der Seele geschrieben. Alle Lieder, die nun auf diesem Album sind, sind Emotionen, die ihren Ursprung 2010 und 2011 haben. "Ein guter Weg" beispielsweise ist von den Hospizbesuchen inspiriert. Der Titelsong "Lichter der Stadt" entstand durch den Wunsch, einmal mitten in dieser Grossstadt zu stehen und den Überblick über das Chaos zu kriegen. Es ist ein musikalischer Rückblick. Ob dieses Album nun Erfolg haben wird oder nicht, das weiss ich nicht. Ich bin gar nie dazu gekommen darüber nachzudenken. Ich brauchte die Musik, um das alles zu verarbeiten. Immer nur weg zu sein von zuhause war schwer, ich bin auch nur ein Mensch. Da wirst Du auf einen roten Teppich eingeladen, dann ins Fernsehen, ins Radio, 16 Interviews, dann gehst Du ins Bett, schläfst, dann stehst Du auf und der Marathon geht weiter. So kommst Du nicht dazu, das alles zu verstehen. Du brauchst die Musik dafür! Bei mir war's so. Daher habe ich immer über alles Lieder geschrieben. Irgendwann war das Album fertig. Ob Druck da war, kann ich nicht so richtig sagen. Irgendwann war für mich einfach klar, dass es für mich keine andere Möglichkeit gibt, als dieses Album zu machen. Dieses Album brauchte ich, um den Erfolg zu verstehen. Um zu reflektieren, was da gerade passiert. So ist das Album entstanden. Daher würde ich auch behaupten, dass es mein persönlichstes ist, weil die Musik mir noch nie zuvor so sehr geholfen hat. Ob es das erfolgreichste wird, werden die Menschen da draussen entscheiden.

hitparade.ch: Wie sehen denn Deine Erwartungen aus? Wann bist Du zufrieden?
Der Graf: Wenn es den Leuten gefällt! Wenn ich im Internet positive Reaktionen lesen kann am 16. März. Dann bin ich glücklich. Der Rest kommt oder kommt nicht. Das kannst Du nicht beeinflussen.

hitparade.ch: Du hast schon immer grossen Wert darauf gelegt, persönlichen Kontakt zu Deinen Fans zu halten. Dies ist ja nun sicherlich sehr viel schwieriger geworden. Wie kannst Du diesen Grundsatz weiterhin erfüllen?
Der Graf: Das ist superschwer! Die letzten zwei Jahre waren wirklich nicht einfach. Mir hat das gefehlt und die Kritik von aussen war: "Warum kann er das jetzt nicht machen?" Nur, wenn ich ein Konzert mache, an das 20'000 Leute kommen, und ich habe vorher nur eine Stunde Zeit, um Autogramme zu geben, dann bekommen 60 Leute ein Autogramm und die anderen gehen enttäuscht nach Hause. Das ist doch blöd. Wir versuchten dann, diese Autogrammstunden im kleineren Rahmen zu machen, dies ging aber vor den Konzerten so nicht. Also hatten wir beschlossen, dass wir einfach eine Autogrammstunde organisieren ohne Auftritt oder andere Termine. Die dauern dann halt länger. Wir haben jetzt in Deutschland innerhalb der letzten 2 Wochen vier Autogrammstunden gemacht, ich habe insgesamt 32 Stunden Autogramme gegeben, es waren 6'000 bis 8'000 Leute da. Jeder hat in aller Ruhe sein Foto bekommen, einen Knuddler und ein Autogramm (lacht). Das war super. Aber so etwas muss man halt organisieren. Du musst eine Location und einen Partner haben, damit das alles funktioniert. Wie ein Auftritt ohne Auftritt. Ich muss die richtigen Leute dabeihaben, damit ich das 8 Stunden durchstehe. Danach bist Du platt, da bist Du hinüber. Wenn Du 8 Stunden lang Autogramme gibst und Dich wirklich um alle Menschen kümmerst, die da hinkommen, dann bist Du einfach müde am Ende. Dann gehst Du ins Hotelzimmer, legst Dich hin und bist erledigt. Da muss man richtig ausschlafen, damit man am nächsten Tag wieder fit sein und weitermachen kann. Man muss sich halt diese Zeit nehmen.

hitparade.ch: Nutzt Du auch Internetplattformen, um mit Deinen Fans Kontakt zu halten? Facebook beispielsweise?
Der Graf: Ich lese alles! Das glaubt mir ja nie Jemand, aber ich lese jeden einzelnen Eintrag bei Facebook oder myspace und wo ich sonst noch überall präsent bin. Ich antworte nie, kriege aber alles mit! Die Leute wundern sich oft, wenn dann einmal ein Avatar bei einer Autogrammstunde vor mir steht und ich sage: "Dich kenne ich, ich weiss, was Du da geschrieben hast!" Das ist immer toll. Ich kenne die alten Fans von früher noch gut, da wir damals ja oft in kleinen Clubs gespielt haben und viele dieser Menschen gehen diesen Weg weiterhin mit mir mit. Und die werden dann auch begrüsst wie alte Freunde. Das ist immer wunderbar. Ich finde es toll, dass die mich noch immer begleiten. Denn es gibt ja auch solche, die, wie wir vorhin besprochen haben, gesagt haben, es sei nun zu kommerziell.

hitparade.ch: Kannst du die aktuelle Top 10 der Schweizer Hitparade kommentieren?

Ivy Quanoo - Ivy
Der Graf: Die habe ich gesehen! Die Gewinnerin von "The Voice of Germany". Freue mich, dass sie in den Charts ist und hoffe, dass sie auch weiterhin Erfolg hat. Ich habe bei der Show die Castings am Anfang geguckt, wo die sich noch umdrehen mussten mit ihren Stühlen. Irgendwann kamen dann die Battles, die fand ich nicht mehr so interessant. Ich habe dann nur noch mitbekommen, dass sie gewonnen hat, wer aber sonst noch im Finale war, weiss ich nicht.

Lana Del Rey - Born To Die
Der Graf: Das Album kenne ich, das finde ich gut. Super Stimme! Sehr melancholisch, finde ich gut. Das war's auch schon. Schöne Musik.

Plüsch - Eile mit Weile
Der Graf: Kenne ich nicht! Was ich gut finde bei Euch, ist, dass Ihr immer viele einheimische Künstler bei Euch in den Charts habt. Ein bisschen Nationalstolz. Finde ich toll.

Kay One - Prince Of Belvedair
Der Graf: Ist nicht meine Musik. Kenne es nicht so richtig.

DJ Antoine - Platinum Collection
Der Graf: Kenne ich auch nicht.

Michel Télo - Na balada
Der Graf: Wer kennt ihn nicht. Nossa Nossa! Wer's mag! Unfassbar! Das Ding ist überall. Wir sind mit unserem Song "So wie Du warst" in Deutschland nur auf der 2 gelandet, weil der Typ offenbar unschlagbar ist. Ist okay! Ich habe das Lied zum ersten Mal gehört, als ich das Dschungelcamp geguckt habe und Ailton es gesungen hat.

Xavier Naidoo - Danke für's Zuhören, Liedersammlung 1998 - 2012
Der Graf: Er ist auf der Nummer 4! Das freut mich sehr für ihn! "Liedersammlung" ist ein schönes Wort. Ich habe ihn als Duettpartner auf dem Album, habe ihn kennengelernt, finde ihn super, als Musiker und als Mensch. Freue mich, dass seine "Best Of" in Deutschland und auch in der Schweiz so erfolgreich ist.

Adele - 21
Der Graf: War klar. Das Ding ist seit 58 Wochen da! Das wird auch in 100 Wochen noch da stehen!

Katie Melua - Secret Symphony
Der Graf: Ich kenne den Namen, aber ich weiss nicht, ob ich das schon mal gehört habe.

Bruce Springsteen - Wrecking Ball
Der Graf: Wahnsinn, dass der immer noch Musik macht. Wie alt ist der?? (lacht). Toll!

Das war also die Schweizer Hitparade! Abgesehen von den Schweizer Musikern ist sie ähnlich wie in Deutschland!
Interview durchgeführt: Bettina Siegwart, Steffen Hung
Redaktion: Bettina Siegwart


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