INTERVIEW MIT GÖLÄ



Gölä - Ängu u Dämone I
1. Gueti Musig u es chauts Bier
2. Dr erscht Tag
3. I stah wider uf
4. We du nid bi mir bisch
5. Ds Läbe isch e länge Wäg
6. Hesch du wider öpper gfunge
7. Du bisch schön
8. We du jung bisch
9. Hey, shit
10. We ig di wär
11. Bösi Buebi, billigi Meitschi
12. Oh yeah
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Vier Jahre nach seiner letzten offiziellen Mundart-CD "Z'Läbe fägt" veröffentlicht Gölä nun gleich zwei brandneue Alben in seiner Muttersprache. Schon am 8. Juni erscheint die erste CD "Ängu u Dämone I". "Ängu u Dämone II" folgt am 6. Juli. Wir haben ihn zum Interview getroffen.

hitparade.ch: Dein letztes Album hast du zusammen mit den Bellamy Brothers gemacht und damit riesige Erfolge in der Schweiz erzielen können. Was ist dein persönliches Fazit aus dieser Zeit mit den Bellamy Brothers?
Göla: Für mich immer noch eine unglaubliche Ehre: Sie sind Weltstars und ich komme aus so einem Kuhdorf aus der Schweiz! Ich hätte nie erwartet, dass das einmal passieren würde.

hitparade.ch: Konntest du damit auch international Aufsehen erregen?
Göla: Das interessiert keinen Menschen, auch auf Englisch hat es niemanden gross interessiert, aber das ist auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass ich das erleben durfte, man sollte die Erwartungen nicht höher stecken. Nicht zu viel überlegen und das weitermachen, was man gerne macht und zwar Musik.

hitparade.ch: Seid ihr immer noch in Kontakt?
Göla: Ja, im Sommer haben wir abgemacht, zu grillieren.

hitparade.ch: In den letzten vier Jahren hast du Kinder-CDs gemacht. Ist dies nun abgeschlossen oder geht es weiter?
Göla: Wir sind immer dran, es geht immer weiter. Wir sind gerade an einem Album mit Kinder-Songs, welche sie gut mitsingen können. Es wird auch neue Geschichten geben, aber wahrscheinlich erst nächstes Jahr.

hitparade.ch: Seit vier Jahren ist das jetzt wieder dein erstes Mundart-Album, ursprünglich war es anders geplant…
Göla: Ja, eigentlich wollten wir das englische Album herausbringen. Doch über Winter hat es etwa 37 neue Mundart-Lieder hineingeschneit.

hitparade.ch: Das englische Album wäre ja von "The Deed" gewesen. Was ist das, für diejenigen, die mit diesem Namen nichts anfangen können?
Göla: Das ist die Band, mit der ich in den letzten Jahren zusammengearbeitet habe. Sie war bei vielen Mundart-Alben dabei, wie zum Beispiel auch bei "Z'Läba fägt" und war immer in gleicher Zusammensetzung. Es ist sozusagen die Band, die wir daraus gemacht haben, um unsere Vorlieben in Sachen "amerikanischem Rock" zu spielen.

hitparade.ch: Wie weit ist denn das englische Album bereits?
Göla: Es ist eigentlich schon seit 2 Jahren fixfertig und nie veröffentlicht! (lacht)

hitparade.ch: Warum hast du deine Pläne über den Haufen geworfen?
Göla: In der Zeit, als meine Familie auseinanderging, hatte ich ein ziemlich leeres Haus und bin dann zwei Monate lang richtig darangesessen. Da sind diese vielen Mundart-Songs entstanden.

hitparade.ch: Du bist nun bei Universal Music. Warum der Wechsel?
Göla: Es ist heutzutage nicht mehr einfach, und die Chefs der Plattenlabels wechseln auch den Job. Ich wollte einfach eine stabile Plattenfirma, die Power hat, und da sind wir am Schluss auf Universal gestossen.

hitparade.ch: 37 Songs sind in 6 Wochen entstanden. Ist das nicht ein wenig Massenabfertigung?
Göla: Die Songs sind hereingekommen, als hätte es geregnet. Ich konnte und wollte es nicht stoppen.

hitparade.ch: Wann habt ihr gemerkt, dass das Material auch für zwei Alben reicht?
Göla: Das war schon ziemlich von Anfang an klar. Es ist für mich wieder ein neuer Lebensabschnitt, und da wollte ich etwas Spezielles machen. Ich wollte auch keine stinknormale Verpackung. Und da ich im Sternzeichen Zwilling geboren bin, wollte ich auch zwei CD's. Es gibt da auch die Zahlenmagie. Ich habe drei Zahlen, die mir gefallen, 3, 4 und 7. Auf dem ersten Album gibt es 12 Songs, 1 + 2 = 3. Beim zweiten Album hat es 13 Songs, 1 + 3 = 4. Zusammengezählt sind es 25 Songs, und 2 + 5 = 7. (lacht)

hitparade.ch: Merkt man als Musiker selber, ob ein Song Hit-Potential hat? Denn du hattest viele Hits, wie zum Beispiel "Schwan".
Göla: Nein, das weiss man nie. Wenn man zurückschaut, ist es manchmal komisch. Beim "Schwan" habe ich mich fast geschämt dafür, ich wusste nicht, ob es mehr Schlager ist als etwas anderes. "I hätt no viel blöder da" habe ich mehr für die Beiz geschrieben oder für den Feierabend. Slädu wollte das unbedingt aufnehmen und es wurde ein Riesen-Hit, das hätte ich nie gedacht. Von daher muss ich sagen, dass ich nicht oft auf mich selber hören sollte.

hitparade.ch: Die Alben heissen "Ängu u Dämone 1 und 2". Was hat es zu bedeuten?
Göla: Aus der Lebensphase merkt man immer, wie die beiden Sachen, Schwarz und Weiss, gegeneinander kämpfen, also gut und schlecht. Im Menschen selber kämpfen immer zwei Sachen gegeneinander… Wenn man eine Familie hat und weiss, es geht nicht mehr, dann möchte ein Teil in dir immer noch kämpfen, die andere Seite sagt: "Gib auf, es hat keinen Sinn mehr!" Es gibt auch andere Entscheidungen im Leben, zum Beispiel auf der Autobahn: Halte ich mich an die Geschwindigkeitsvorschrift oder nicht? Natürlich macht es mehr Spass, wenn man sich nicht daran hält, es gibt dann das Teufelchen, das sagt: "Gib ein bisschen Gas!", und das Engelchen sagt: "Nein, es gibt Gesetze, es ist gefährlich!" Der Mensch kämpft sein ganzes Leben lang mit diesen zwei Elementen, das möchte ich damit sagen.

hitparade.ch: Ging es dir danach besser, als du die Songs fertig gemacht hattest und du es sozusagen herauslassen konntest?
Göla: Ich denke, nicht, ich war ziemlich kaputt und auch jetzt bin ich noch müde. Es war eine sehr intensive Phase und es ist immer noch nicht fertig. Ich denke, ich werde erleichtert sein, wenn es abgeschlossen ist und das Album draussen ist.

hitparade.ch: Nach welchen Kriterien habt ihr die Songs auf die beiden Alben aufgeteilt?
Göla: Wir haben sie so aufgeteilt, dass beide Alben gleichwertig sind. Sozusagen, dass alle Songs, egal ob ruhig, rockig oder party, gleichmässig verteilt sind.

hitparade.ch: Am 7. Juli eröffnest du den Mega Fight von Wladimir Klitschko und Tony Thompson mit deinen Mundart-Hits. Was haben Box-Stars mit Rock-Stars gemeinsam?
Göla: Wir arbeiten beide im Show Business, wir sind in der Unterhaltungs-Industrie. Menschen hören gerne Musik und schauen gerne zu.

hitparade.ch: Letztes Jahr gab es das 100% Mundart-Konzert in Thun vor 20'000 Zuschauern. Was hast du für Erinnerungen an diesen Event?
Göla: Grandiose, das war bestimmt eines der Highlights! In einem offenen Stadion zu spielen, ist sowieso ein Traum eines jeden Musikers. Schade hat es geregnet, aber es hat trotzdem nicht gross gestört.

hitparade.ch: Gibt's dieses Jahr den Mundart-Gölä live zu sehen?
Göla: Ja, am 9. November im Hallenstadion.

hitparade.ch: Was hast du für Erwartungen an die Charts?
Göla: Keine grossen, für mich ist es wichtig, dass die Musik draussen ankommt. Den Chart-Hit und den Rest interessiert mehr die Plattenbude…

hitparade.ch: Zu guter Letzt haben wir noch die Top 10 der Alben-Charts. Was hältst du davon?
Gölä: Lovebugs kenne ich natürlich, kenne die Band, aber die Songs nicht so gut. Bastian Baker habe ich auch schon gehört, habe aber keinen blassen Schimmer, was der macht. Züri West kenne ich auch gut, denke aber, sie hatten auch schon bessere Songs. Adele ist die immer noch so hoch in den Charts? Die finde ich absolut spitze, das Album habe ich auch. Sie haut mich wirklich von den Socken! Von Nora Jones kenne ich ein paar Songs, könnte aber nicht auswendig sagen, welche genau, denke aber, sie macht guten Sound.
Interview durchgeführt: Steffen Hung
Redaktion: Sonja Eberhard, Steffen Hung


Linktipps:
Zum Album "Ängu u Dämone I"
Künstlerportal von Gölä

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