INTERVIEW MIT SHAKRA



Shakra - Powerplay
1. Life Is Now
2. Mask
3. Higher
4. Wonderful Life
5. Dear Enemy
6. Save You From Yourself
7. Don't Keep Me Hanging
8. Dream Of Mankind
9. I've Got To Hold On
10. Stevie
11. Because Of You
12. Secret Hideaway
13. Too Good To Be True
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Mit dem 9. Album "Powerplay", das am 11. Januar erscheinen wird, meldet sich eine der dienstältesten Schweizer Rockbands zurück. Die über 15-jährige Bandgeschichte der Emmentaler verzeichnet dabei einen kontinuierlichen Anstieg der Erfolgskurve, der bislang mit der Platzierung auf dem 2. Rang der CH-Charts des letzten Albums "Back On Track" gipfelte, das zugleich das Band-Debut von Sänger John Prakesh bedeutete. "Powerplay" hat das Zeug und die Qualität, diesen Erfolg zu wiederholen, wenn nicht sogar zu toppen. Dreizehn neue Songs zeigen Shakra von ihrer allerbesten Seite, hart, energisch und mit mächtig Druck rockend in von ihnen gewohnt hervorragendem Sound. Und dass die Band neben Gotthard die besten Balladen der heimischen Hardrock-Acts abliefert, beweisen die beiden neuen Schmuserocker "Wonderful Life" und "Too Good To Be True", von denen speziell Letzterer mit einem wundervoll hymnischen Refrain für Gänsehaut-Attacken nicht nur bei den weiblichen Fans sorgen dürfte. Charts-Platzierungen sind garantiert.
Wir trafen die beiden Shakra-Masterminds Thom Blunier und Thomas Muster, die neben Drummer Roger Tanner zu den Gründungsmitgliedern gehören, zu einem Gespräch.


Mit John Prakesh ist inzwischen der dritte Sänger im Shakra-Line-Up. Was war mit seinen Vorgängern los?
Thom: Pete Wiedmer erkrankte an Epilepsie und es wurde immer schwieriger für ihn in der Band. Es war eine tragische Sache und sein Gesundheitszustand machte es unmöglich für ihn, weiterhin als Sänger bei Shakra zu arbeiten.

2002 kam dann Mark Fox. Mit ihm habt ihr ja einige Erfolge verbuchen können. Aber nach sieben Jahren war auch diese Zusammenarbeit am Ende.
Thomas: Die Chemie hat einfach nicht mehr gestimmt. Wir hatten keinen gemeinsamen Nenner mehr. Es sind auch einige Sachen vorgefallen, über die wir jetzt nicht mehr sprechen müssen, die eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich gemacht haben. Das hatte nichts mit seiner Stimme zu tun, sondern menschlich ging das einfach nicht mehr.
Thom: Mark hatte sein eigenes Ding im Kopf und das hatte auf Dauer mit der Band nicht mehr zusammengepasst. Es ist komplett auseinandergegangen und wir konnten dann nicht mehr zusammenarbeiten.
Thomas: Es hat ursprünglich gut funktioniert, wir haben ja auch vier Alben zusammen gemacht. Von der musikalischen Seite her war es eine gute Zeit, aber menschlich ging es nicht mehr.

Wie habt ihr dann euren neuen Mann John Prakesh gefunden?
Thomas: Das Angebot an Sängern ist so klein, das haben wir schon gemerkt, als wir vom ersten zum zweiten gewechselt hatten. Wenn du einen Gitarristen oder Bassisten suchst, gibt es mehr Auswahl. Wir hatten ja über unsere Homepage einen Aufruf gemacht: Shakra suchen Sänger. Da haben sich eine Menge gemeldet, sogar aus Australien und Brasilien. Aber das hätte ja schon finanziell nie funktioniert, so wie bei Gotthard zum Beispiel. Wir verdienen schon Geld, aber ein Sänger aus Übersee hätte unsere Möglichkeiten überfordert. Es war schon frustrierend.
Thom: Wir haben einige Auditions gemacht und da waren auch einige bekannte Namen dabei, aber es hat nie richtig gepasst. Wir haben ja auch eine genaue Vorstellung davon, wie Shakra klingen soll. Und da hatten wir immer schon nach ein, zwei Songs beim Proben das Gefühl, dass die Chemie irgendwie nicht funktioniert. Obwohl da durchaus einige dabei waren, die wirklich gut singen konnten. Aber bei John hatten wir alle das Gefühl, das kann etwas werden.
Thomas: Johns Chef hat erfahren, dass wir einen Sänger suchen und hat ihm gesagt, er solle das doch mal probieren. Er wusste ja, dass John Sänger ist und auch eine eigene Band hat. Dann ist John zu einem unserer letzten Konzerte der damaligen Tour ins Bierhübeli gekommen und hat sich die Band angeschaut. Ein paar Wochen später hat er dann mit uns geprobt und da war für uns klar: John ist der Mann!

Shakra gibt es ja nun bereits seit knapp 20 Jahren, ohne dass der grosse Durchbruch gelungen ist. Wie motiviert man sich nach dieser langen Zeit immer wieder, eine neue Platte zu machen? Gibt es immer noch die Hoffnung auf einen kommerziellen Grosserfolg?
Thomas: Man kann das nicht immer auf den verdammten, kommerziellen Erfolg fokussieren. Ich spiele halt gerne Gitarre und kann damit mein Essen bezahlen. Das ist ja unfassbar cool. Dass ich damit ein Weltstar werde, davon träume ich schon seit zwanzig Jahren nicht mehr, bzw., das war noch nie der Antrieb für mich. Aber Sachen, die du gern machst, die willst du doch immer weitermachen. Coole Songs schreiben, die Plattenaufnahmen und dann live spielen - das ist immer noch das Geilste.
Thom: Der kommerzielle Durchbruch..., das ist sowieso sehr subjektiv. Wenn du mit 200 Stutz leben kannst, bist du schnell Profimusiker. Wenn du 4'000 im Monat brauchst, wird's ein Problem.
Thomas: Natürlich sind wir nicht so weit wie unsere beiden Chefbands. Wir haben ja immer schon gute Platten gemacht, aber ich hatte auch immer das Gefühl, das können wir noch besser. Das ist die Motivation.
Thom: Ja, ja - wir haben auch jeweils immer selbst gemerkt, dass das nicht so gut ist wie das von den Bands, die richtig Geld verdienen. Aber das ist ja auch ein Ansporn.
Thomas: Ich bin ja immer ein Balladen-Freak gewesen. Ich liebe Balladen, für mich sind Balladen schon immer ein wichtiger Teil einer jeden Hardrock-Band gewesen. Ich habe schon viele Balladen geschrieben und jedes Mal gedacht: Das geht schon noch besser! Aber für mich ist das ein schöner Moment, wenn du mir sagst: "Too Good To Be True" ist ein geiler Song. Das freut mich sehr und ist eine Bestätigung meiner Arbeit und zugleich eine grosse Motivation.
Interessant ist auch, dass jedes Mal, wenn wir eine Platte aufgenommen hatten, ich sofort wieder angefangen habe, neue Songs zu schreiben, weil mir langweilig war. Thom war noch am Abmischen des Albums, da hatte ich schon wieder neue Songs. Jetzt ist das zum ersten Mal nicht passiert. Wir sind seit ein paar Wochen mit der Platte fertig und ich habe noch nicht einen einzigen neuen Song geschrieben. Ich habe das Gefühl, dass wir auch mit den Balladen jetzt an einem Punkt angekommen sind, wo ich sage: "Das ist gut. Ich möchte die Songs des neuen Albums jetzt erst einmal geniessen." Das ist mir zum ersten Mal passiert.
Thom: Das geht mir bei der Studioarbeit auch so. Jedes Mal, wenn der Mix fertig war, dachte ich, das will ich nochmal machen - das geht noch besser. Aber dieses Mal nicht.
Thomas: Um nochmal auf die Frage zurückzukommen: Natürlich wollen wir auch den Erfolg, aber nicht um jeden Preis. Es gibt Leute, die machen alles, aber wirklich alles dafür - aber das will ich nicht. Die grösste Motivation ist ja auch die Liebe zur Musik.
Thom: Ja, ich gebe das Bestmögliche - das schon. Aber ich stelle mich nicht nackt in die Schweizer Illustrierte.

Wie entstehen bei euch neue Songs? Wie arbeitet ihr?
Thomas: Ich schreibe die meisten Songs zuhause mit Gitarre, Drum-Computer und Keyboards. Und dann bekommen die Jungs ein fertiges Demo von mir. Der Vorteil dabei ist, die Arbeit geht schneller, denn ich weiss beispielsweise genau, wie und was unser Drummer spielt und so programmiere ich dann auch den Computer. So muss ich Roger (Shakra Drummer) nicht erst stundenlang erklären, wie ich mir den Song und das Arrangement vorstelle.

Könnt ihr von der Musik leben?
Thomas: Es kommt auf die Ansprüche an. Wenn du eine Villa am Neuenburgersee brauchst, dann wird's schwierig. Wenn du normal lebst, geht es. Ich kann mir ein Auto leisten und auch mal Ferien. Aber ich schreibe auch alle Songs, da kommt dann mehr Geld herein als zum Beispiel bei unserem Drummer.

Ihr habt jetzt die Plattenfirma gewechselt. Habt ihr die Hoffnung, dass euch das einen Erfolgsaufschwung beschert?
Thom: Nun, unser Vertrag bei Sony ist ausgelaufen. Wir hatten damals das Angebot von Sony und einmal bei einem Major zu sein, hat uns schon gelockt. Das war auch gut so, aber jetzt waren wir wieder frei und haben uns umgeschaut. Beim Musikvertrieb waren wir früher schon einmal und dort kennen wir einige Abläufe ganz gut. Aber Hoffnung setzen wir nicht in andere, sondern nur in uns selbst. Der Schweizer Markt ist ja überschaubar. Da gibt es Sachen, die muss man einfach machen und das machen beide Firmen sicher gut. Wir müssen einfach eine gute Platte machen, und ob dann Sony oder Musikvertrieb das verkaufen, ist eher sekundär. Ich glaube nicht, dass eine Plattenfirma in der heutigen Zeit noch diesen Stellenwert hat wie früher, wo man mit viel Geld einiges bewegen konnte.
Aber wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Musikvertrieb.
Thomas: Wenn etwas zu verändern ist, können wir das nur selbst machen und es nicht auf Andere übertragen. Was schlussendlich im Marketingbereich bei der Plattenfirma läuft, können wir nicht beeinflussen.

Ausserhalb der Schweiz seid ihr beim deutschen AFM-Label für den Rest der Welt. Gibt es Länder, wo Shakra besonders gut läuft?
Thom: Nein, es läuft überall gleich beschissen (lacht). Es geht eigentlich nur in Deutschland und in der Schweiz ganz gut.

Thom, du gehörst ja zu den besten Rockgitarristen im Land. Hast du schon Angebote bekommen, in andere Bands einzusteigen?
Thom: Nein, eigentlich nicht. Beim letzten Mal gab es ein Angebot, in eine Toto-Coverband einzusteigen. Aber ich habe da Null Interesse. Ich bin bei Shakra ausgelastet, weil ich ja auch die ganzen Produktionen mache. Und vielleicht sieht es nicht so aus, aber ich muss viel üben, damit ich einigermassen das reproduzieren kann, was ich mir als Gitarrist vorstelle. Wenn ich mir vorstelle, dass ich jetzt noch fünfzig Toto-Songs üben müsste, dann könnte ich den Job bei Shakra nicht mehr so machen, wie ich das möchte.

Jetzt kommt also das neue Album heraus. Was wird bei Shakra im Zusammenhang damit passieren?
Thomas: Zuerst hoffen wir, dass die Fans Freude an der neuen Scheibe haben. Im März machen wir eine Club-Tour in Deutschland und der Schweiz. Dann hoffen wir, dass im Sommer einige Festivals dazu kommen, aber da steht momentan noch nichts fest.
Thom: Ja, jetzt kommt dann die spannende Phase. Wir haben unsere Arbeit gemacht, wissen aber nicht, wie die Leute darauf reagieren. In erster Linie ist wichtig, wie unsere Fans die Platte annehmen.
Thomas: Ja, wenn das die Fans geil finden, dann ist das gut. Das ist das, was zählt. Dann ist es mir egal, ob irgendein Journalist das Album scheisse findet. Du kannst es ja sowieso nicht erzwingen, dass alle Leute das Album gut finden. Das ist eine Herzensangelegenheit von jedem Einzelnen persönlich. Aber es wäre schon schön, wenn es möglichst vielen Leuten gefällt. Jeder möchte doch gern Erfolg und Bestätigung für seine Arbeit bekommen.
Interview durchgeführt: TRACKS Magazin - www.tracks-magazin.ch


Linktipps:
Zum neuen Album "Powerplay"
Künstlerportal von Shakra

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