INTERVIEW MIT TROUBAS KATER



Troubas Kater - Verdammte Novämber
1. Ächti Heude [Tuba Duo]
2. Säg kes Wort
3. Latvia
4. Lieber Fanfare aus nie
5. Wie chöit Dir nume [Guitar Duo]
6. Bi nid so
7. Ei Schritt meh
8. 1984 [Drum Duo]
9. Mach Fähler
10. Ross
11. Auso
12. Ladrina
13. Falter [Akkordeon Duo]
14. Affe
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"Es gibt nur einen kurzen Winterschlaf"

Vor genau einem Jahr ging es los mit Troubas Kater. Beinahe aus dem Nichts schossen die Berner Troubadouren in die Höhe und legten mit "Verdammte Novämber" ein Wahnsinns-Album hin. Nach über 60 Konzerten in der ganzen Schweiz folgt nun das Ende der ersten Tour. Mit Leader QC blicken wir zurück auf ein fantastisches Jahr.

hitparade.ch: Vor einem Jahr fing alles an. Hättest Du damals gedacht, dass Ihr über 60 Konzerte spielen werdet, oftmals ausverkauft, dass Ihr auf dem Gurten spielt und im Radio rauf- und runter gespielt werdet? Hast Du das kommen sehen?
QC: Nein, echt nicht. Aber man macht sich ja auch nicht so viele Gedanken am Anfang. Es ist überraschend gut gelaufen.

hitparade.ch: Auch die beliebte Mühle Hunziken, wo Ihr eines der letzten Konzerte der Tour gespielt habt, war ausverkauft. Hast Du einen speziellen Bezug zu diesem Ort?
QC: Ja! Es ist nicht meine Homebase, aber ich habe schon einige Male mit anderen Bands hier gespielt und es waren immer legendäre Abende. Diese Location ist einzigartig.

hitparade.ch: Was war das beste Konzert, das Du hier gesehen hast?
QC: Das ist schwierig, denn ich habe hier schon so viel geiles Zeug gesehen. Ein grandioses Konzert war jenes von Mothers Finest, diesen Funk-Altmeistern. Es war eine Hammer-Energie.

hitparade.ch: Ihr steht vor den letzten Konzerten der Tour. Gibt's auch schon Ideen für's nächste Projekt?
QC: Ja, aber wir haben so viel gespielt in letzter Zeit, dass Einiges untergegangen ist. Daher ist es gut, jetzt einmal eine Pause zu haben. So können wir uns auf die neuen Songs konzentrieren. Es gibt aber nur einen kurzen Winterschlaf. Wir haben uns fest vorgenommen, dass wir den Winter im Studio verbringen werden. Einige Sachen sind bereits entstanden und die spielen wir auch schon live, der Rest folgt. Es entsteht auf jeden Fall wieder ein Album.

hitparade.ch: Das heisst, wir müssen nicht lange warten?
QC: Das ist immer schwierig einzuschätzen. Das ist die klassische Regel: Wenn man denkt, man ist zu 80 Prozent fertig, dann merkt man, dass die Arbeit erst jetzt überhaupt anfängt. Bis man dann tatsächlich auf 80 Prozent ist, scheisst es Einen eigentlich schon wieder an (lacht). Dann hat man aber hoffentlich schon genug Menschen versprochen, dass es erscheinen wird, und dann muss man das Ding durchziehen (lacht).

hitparade.ch: Geht Ihr wieder so gelassen und chillig an die Sache heran wie beim ersten Mal, oder seid Ihr jetzt mehr unter Druck, da Ihr diesen Steilstart hingelegt habt?
QC: Ich weiss es auch nicht genau. Unsere Musik ist vielfältig. Wir wissen noch gar nicht genau, was die Leute von uns eigentlich erwarten. Ich glaube, das spürt man dann nach dem fünften oder sechsten Album. Wir gehen die Sache sicher relaxed an, aber es kann gut sein, dass noch Druck aufkommt. Das kann ich noch nicht beurteilen.

hitparade.ch: Heisst das, dass sich bisher auch Kritiker zurückgehalten haben?
QC: Bei Kritikern ist es ja so eine Sache. Bei einer Band, die am Anfang steht, gibt es noch zu wenige Vergleichsmöglichkeiten. Nach dem fünften oder sechsten Album kommen die dann und sagen: "Das ist nicht mehr so wie früher." Vielleicht ist die Erwartung an uns, dass alles off-beatig ist und Allen wahnsinnig gefällt und irrsinnig teuer produziert ist. Und das wird es nicht sein. Einmal kam ein Typ nach einem Konzert zu mir und meinte: "Ich hoffe wirklich, dass Ihr einmal den Durchbruch schafft". Hm. Den Durchbruch durch was? Ich sage jetzt einfach mal: So wie es ist, ist es zurzeit geil.

hitparade.ch: Habt Ihr es geschafft, nach Lettland zu gehen?
QC: Leider noch nicht! Aber es steht auf der Bucket-List. Viele Letten aus der Schweiz haben uns geschrieben und wir werden das sicher noch tun.

hitparade.ch: Es gibt Gerüchte: Deine weibliche Fanbase sagt, dass QC 2016 gleich viel Sexappeal hat wie Kuno Lauener in den 80er Jahren. Was sagst Du dazu?
QC: Öhm (lacht). Was sagt man dazu? Ich würde es nie wagen, mich mit Kuno zu vergleichen. Ich würde das aufs Strubste dementieren. Ich würde es nicht für möglich halten. Aber ich fühle mich geschmeichelt, dass es dieses Gerücht gibt (lacht).

hitparade.ch: Den letzten November hast Du ja als "Verdammte Novämber" betitelt. Wie sieht es mit November 2017 aus?
QC: Ich würde jeden November als "verdammte Novämber" betiteln. Ich habe aber meinen Frieden mit diesem Monat geschlossen. Es gibt einen Rhythmus - und schon als Kind empfand ich diesen Monat als Scheissmonat. Ich muss dazu sagen, dass ich im Seeland aufgewachsen bin, wo man im November bleich wie ein Zombie ist und nur vier Meter weit sehen kann. Es war irgendwann befreiend, den Gedanken zu akzeptieren, dass es diesen Monat nun einmal gibt, der einfach etwas scheisse ist. In diesen vier Wochen macht man dann halt ein Puzzle oder so. Es braucht diesen Monat, er braucht auch seinen Platz. "Verdammte Novämber" ist nicht einmal so negativ gemeint, wie es klingt. Ich habe ihn akzeptiert.

hitparade.ch: Eure Songs bestehen aus den kreativsten und unterschiedlichsten Instrumenten. Wie kann man sich da eine Studio-Produktion vorstellen? Wie schwierig ist es, aus einer Song-Idee ein solch kreatives Gebilde zu erschaffen?
QC: Wenn wir Songs vorproduzieren, dann erstmal simpel mit Synthesizern und vielem mehr. Da spielt es noch keine Rolle, wie der Sound daherkommt. Im Studio spielen wir diese fertigen Songs dann mit den vorhanden Instrumenten nach. Das ist sicher nicht immer leicht, aber es macht unglaublich viel Spass und ist eine geile Challenge. Genauso auch live wieder - da kommen wir teilweise auf verrückte Ideen, damit wir die Ideen auch mit ungewöhnlichen Instrumenten umsetzen können. Das ist eigentlich auch die Philosophie hinter Troubas Kater.

hitparade.ch: Okay, kommen wir zum Rückblick auf Euer vergangenes Jahr: Was war Euer Tiefpunkt während des letzten Jahres?
QC: Wir spielten einmal an einem Open Air mit zwei Subs. Der Sound ging gar nicht. Am Abend zuvor hatte ich etwas Schlechtes gegessen und habe total den "Schiisser" bekommen. Die ganze Nacht nach diesem furchtbaren Gig habe ich auf dem WC verbracht. Das war definitiv der Tiefpunkt (lacht).

hitparade.ch: Welches Konzert wird Dir am meisten in Erinnerung bleiben?
QC: Da kann ich mich nicht festlegen. Es war extrem belebend, die Strassenkonzerte zu machen. Dann wieder krasse Bilder, wo die ersten Reihen alles auswendig mitsangen. Dann wieder die Plattentaufe, oder aber ein Konzert an einem abgelegenen Ort irgendwo in Davos… Es waren einfach viele Eindrücke, die ich nie vergessen werde.

hitparade.ch: Der lustigste Moment auf der Bühne?
QC: Jürg macht mit seiner Tuba immer solche Walfischgeräusche bei unserem Duo. Da hat er sich im Laufe der Tour immer weiter hineingesteigert und immer komischere Sachen mit der Tuba gemacht. Eigentlich müsste er nur den Beat spielen. Aber einmal hat er die Walfischgeräusche immer mehr in die Länge gezogen. Ich habe ihn dann vorgestellt als jemanden, der in der Lage ist, sein Innenleben auf esoterische Art durch seine Tuba zu präsentieren. Da hat es ihn "verbrätscht" und dann konnten wir beide eine ganze Weile nicht mehr richtig spielen, weil wir so lachen mussten. Ach ja, und Obi habe ich einmal die Trompete ins Gesicht gehauen, aber das fand eigentlich nur ich sehr lustig (lacht).

hitparade.ch: Wer hatte den strubsten Kater während der Tour?
QC: Mätthu! (lacht) In Zermatt. Da ging es ihm in 3'000 Meter Höhe nicht ganz so gut. (lacht).

hitparade.ch: Wer kam am häufigsten zu spät an die Proben?
QC: Ich!

hitparade.ch: Wo habt Ihr am besten gegessen?
QC: Schwierig! Wir haben einige Male gegessen wie die Götter. In der Mühle Hunziken beispielsweise war es grandios. Das mit dem Essen variiert extrem, im Fall! Da gibt's die ganze Range von 59 Gault-Millau-Punkten bis hin zu "Da het's süsch no paar Pommes Frites."
Interview durchgeführt: Dominik Yoko Wyss und Bettina Siegwart
Redaktion: Bettina Siegwart


Linktipps:
Zum Album "Verdammte Novämber"
Künstlerportal von Troubas Kater

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