Heute wünschte ich mir deine Finger, Geschichten sollten sie mir ins Haar schreiben und Küsse auf den Rücken hätte ich gern Gekuschel die größten Wahrheiten solltest du mir sagen oder die größten Lügen zum Beispiel daß ich die schönste Frau der Welt bin daß du mich sehr liebst solche Sachen, so etwas, so oft wiederholt, daß du mein Gesicht nachzeichnest und mir dann in die Augen schaust als hinge dein Leben ganz davon ab, daß sie lächeln und alle Möwen in der Gischt aufstören so etwas möchte ich, meinen Körper sollst du begehen den bebuschten, duftenden Weg, der erste Winterregen sollst du sein sacht dich fallen lassen dann ein Wolkenbruch. So etwas möcht ich, wie eine große Welle Zärtlichkeit, die mich auflöst das Rauschen eines Schneckengehäuses ein Schwarm Fische im Mund etwas davon zart und nackt wie eine Blume, die sich dem ersten Morgenlicht hingeben will oder einfach ein Samen, ein Baum, ein wenig Gras ein Streicheln, das mich vergessen lässt
Worte@Gioconda Belli Bild@H. P. Horst Musik@Art of Noise - Moments in love