Die Erfolgsgeschichte von Abba begann im Juni 1966 als Björn Ulvaeus (Jahrgang 1945) zum ersten Mal auf Benny Andersson (Jahrgang 1946) traf. Björn war damals Mitglied der Hootenanny Singers, einer sehr erfolgreichen Folk-Band, während Benny Keyboarder von Schwedens größter Pop-Band , The Hep Stars, war.
Das Duo schrieb noch im gleichen Jahr die ersten Songs zusammen und Ende 1960 hatte sich daraus eine richtige Arbeitsgemeinschaft entwickelt. Benny hatte mittlerweile The Hep Stars verlassen und die Hootenanny Singers waren nur noch im Aufnahmestudio als Band vereint. The Hootenanny Singers veröffentlichten ihre Platten bei dem Label Polar Music, das Stig Anderson (Jahrgang 1931) gehörte, der später der Manager von Abba wurde. Stig schrieb außerdem in Abbas Anfangsjahren an einigen Songs mit.
Im Frühjahr 1969 trafen Björn und Benny zwei Frauen, die nicht nur ihre Verlobten sondern auch die andere Hälfte von Abba werden sollten. Agnetha Fältskrog (Jahrgang 1950) war seit ihrer ersten Single, die 1967 veröffentlicht wurde, eine erfolgreiche Solo-Künstlerin. Björn und sie heirateten im Juli 1971. Anni-Frid Lyngstad (Jahrgang 1945), besser bekannt unter dem Namen Frida, startete ihre Solo-Karriere kurz vor Agnetha. Frida war eigentlich Norwegerin, zog aber schon in jungen Jahren nach Schweden. Benny und Frida heirateten im Oktober 1978.
Zuerst beschränkte sich die musikalische Zusammenarbeit der vier darauf, dass sie sich gegenseitig als Background-Sänger bei ihren Solo-Projekten aushalfen. Irgendwann kamen sie dann doch auf die Idee ihren eigenen Act, Festfolk, auf die Beine zu stellen (der Name bedeutet zum einen ‚verlobte Paare‘ und ‚Partypeople‘). Zuerst war das Projekt wenig erfolgreich, doch im Frühjahr 1972 nahmen sie einen Song namens „People Need Love“ auf, der sich in Schweden zu einem Hit entwickelte. Zu der Zeit nannten sie sich: Björn & Benny, Agnetha & Anni Frid.
Ermutigt von diesem ersten Erfolg nahmen sie 1973 mit „Ring Ring“ an der schwedischen Grand Prix-Vorausscheidung teil. Sie wurden Dritte, aber die Single und das gleichnamige Album erreichten daraufhin in Schweden die oberen Chart-Positionen. „Ring Ring“ wurde auch in einigen anderen europäischen Ländern sehr erfolgreich.
1974 nahm die Band noch einmal mit dem Song „Waterloo“ an den Vorausscheidungen teil, die sie dieses Mal in die Endrunde nach Brighton, England brachte. Sie nannten sich mittlerweile Abba, wie die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen. Abba war allerdings auch der Name einer schwedischen Fischkonserven-Fabrik, die nichts dagegen hatte, einer Popband ihren Namen zu leihen. Das Grand Prix d‘Eurovision-Finale im Jahr 1974 sollte zu einem entscheidenden Moment der Historie Abbas werden. Abba überzeugten die Jury und verließen den Wettbewerb als Sieger.
Kurz nach diesem Triumph gelangte „Waterloo“ in ganz Europa auf Platz Eins der Charts und erreichte selbst in Amerika die Top Ten. Das Album mit dem gleichen Titel wurde in Schweden wieder ein riesiger Erfolg. Das Stigma der Eurovision-Gewinner stand Abba zuerst im Weg, sie hatten Schwierigkeiten überall ernst genommen zu werden und ihren Erfolg zu wiederholen. Doch nach 18 Monaten bescherte ihnen die Single „SOS einen weltweiten Hit. „SOS“ wurde dem dritten Album entnommen, das schlicht „Abba“ heißt.
„Mamma Mia“, ebenfalls aus dem Album „Abba“, brachte die Band wieder auf Platz Eins der britischen Charts. Dies gelang ihnen zwischen 1974 und 1980 insgesamt neunmal. „Mamma Mia“ war auch in Australien auf Platz Eins , das erste Land, das die Single im August 1975 veröffentlicht hat. In den nächsten Jahren sollte in Australien ein wahres Abba-Fieber ausbrechen, das der Band sechs Nummer Eins-Erfolge brachte.
1976 war es offiziell, dass Abba mittlerweile eine der erfolgreichsten Bands der ganzen Welt waren. Die beiden Best of-Zusammenstellungen, die in England und Australien in diesem Jahr veröffentlicht wurden („Greatest Hits“ und „The Best of Abba“) sind immer noch die Bestseller aller Zeiten dieser Länder. Singles wie „Fernando“ und „Dancing Queen“ gelangten weltweit an die Spitze der Charts. Im April 1977 erreichte „Dancing Queen“ Platz Eins der US-Charts.
Ende 1976 wurde Abbas viertes Album, „Arrival“ veröffentlicht. Das Album stürmte die Charts und brachte Hits wie „Money, Money, Money“ und „Knowing Me, Knowing You“ hervor. Von Januar bis März 1977 folgte eine ausverkaufte Tournee durch Europa und Australien. Als die Tour Australien erreichte, wurde mit den Arbeiten zum Film „Abba – the movie“ begonnen. Die Premiere im Dezember 1977 erfolgte zeitgleich zur Veröffentlichung des Albums „Abba – the album“. Hits dieses Albums waren u.a. „The Name of The Game“ und „Take A Chance On Me“.
Im Frühjahr 1978 gingen Abba auf ausgedehnte Promotiontour nach Amerika. Auf die Hitsingles „Summer Night City“ und „Chiquita“ folgte Abbas sechstes Album, „Voulez-Vous“, das im April 1979 veröffentlicht wurde. Anfang dieses Jahres hatten Björn und Agnetha ihre Scheidung bekannt gegeben. Das bedeutete zwar nicht das Ende für Abba, warf jedoch einen deutlichen Schatten auf das Image der Band: zwei glückliche Paare, die zusammen Musik machen.
Im Herbst 1979 wurde „Gimme!Gimme!Gimme! (A Man After Midnight)“ veröffentlicht, zeitgleich zu einer Tour durch Kanada, Amerika und Europa. Gleichzeitig wurde die Zusammenstellung, „Greatest Hits Vol.2“ zu einem internationalen Erfolg.
Im März 1980 tourten Abba durch Japan, das sollte auch ihre letzte Tournee werden. Danach wurde Abbas nächstes Album, „Super Trouper“ aufgenommen, das Klassiker wie „The Winner Takes It All“ und „Super Trouper“ enthält.
Im Februar 1981 ließen sich dann auch Benny und Frida scheiden, diese Nachricht war eine Ernüchterung für alle Fans – das Image endgültig dahin. Trotz allem arbeiteten die vier nach wie vor zusammen. Ende des Jahres wurde Abbas achtes Album, „The Visitors“, veröffentlicht. „One Of Us“ wurde der größte Hit des Albums.
1982 ließ die Energie der Band nach. Das einzige Album, das in dem Jahr veröffentlicht wurde, war „The Singles – The First Ten Years“ – eine Doppel-CD, die zwei neue Songs enthielt. Obwohl „The Day Before You Came“ eine von Abbas besten Singles ist, wurde sie kein Hit – zumindest nicht in den Dimensionen, die Abba normalerweise gewöhnt waren. Ende 1982 verordneten sich Abba selbst eine Pause. Sie könnten ja jederzeit wieder zusammen kommen, sollten sie das wollen.
Zwei Jahrzehnte später ist eine Abba-Wiedervereinigung immer noch nicht in Sicht. Aber die Musik von Abba war beliebter denn je, 1990 gab es ein riesiges Abba-Revival. Es entstanden etliche Cover-Versionen der größten Abba-Songs, einige Filme benutzten Abba-Songs für ihre Soundtracks und Abba war wieder im Gespräch. Die Hitzusammenstellung „Abba Gold“, die 1992 veröffentlicht wurde, verkaufte sich bis heute mehr als 20 Millionen Mal und befindet sich seitdem konstant in den Charts weltweit.
Im Juni und Juli 2001 wurden die acht Original-Alben von Abba auf CD wiederveröffentlicht. Für eine begrenzte Zeit waren außerdem Digipack-Versionen dieser CDs erhältlich. Dieses Programm enthielt außerdem 180 g Vinyl-Ausgaben der originalen Analog-Aufnahmen.
Frida:
1982 (Abbas letztem gemeinsamen Jahr) nahm Frida ihr erstes englischsprachiges Soloalbum auf. Das Album hieß „Something’s Going On“ und wurde von Phil Collins produziert. Ihr zweites Album, „Shine“, erschien 1984 und wurde von Steve Lillywhite produziert. Kurz darauf entschied sich Frida, ihre musikalische Karriere erst einmal aufzugeben und sich mehr um ihre Familie zu kümmern. Ihr Comeback hatte sie 1996 mit dem schwedischsprachigen Album „Djupa Andetag“ („Deep Breaths“), das die schwedischen Charts eroberte, aber bis heute ihr letztes Album ist.
Agnetha:
Agnethas erstes englischsprachiges Solo-Album hieß „Wrap Your Arms Around Me“ und wurde 1983 von Mike Chapman produziert. Zwei Jahre später wurde „Eyes Of A Woman“ veröffentlicht, das aus der Zusammenarbeit mit Produzent Eric Stewart entstand. Ihr bisher letztes Album, „I Stand Alone“, wurde 1987 von Peter Cetera produziert. Es ging direkt auf Platz Eins der schwedischen Charts. Eine offizielle Biographie von Agnetha erschien 1996 und trug den Titel „As I Am“. Seitdem hat sie sich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen.
Björn und Benny:
Nach Abbas letzten Aufnahmen haben Björn und Benny mit Tim Rice am Musical Chess gearbeitet. Das Album dazu wurde 1984 veröffentlicht, gefolgt 1986 von der Musical-Premiere in London. Benny veröffentlichte 1987 und 1989 zwei Alben, in erste Linie mit Instrumental-Stücken. 1990 begannen Björn und Benny mit der Arbeit an einem neuen Musical. Das schwedische Musical „Kristina Fran Duvemala“ („Kristina aus Duvemala“) hatte 1995 Premiere und wurde ein großer kommerzieller Erfolg.
1999 fand in London die Premiere des Musicals „Mamma Mia!“ statt, basierend auf den Songs von Abba. Björn wurde voll in den Entstehungsprozess des Muscials einbezogen. „Mamma Mia!“ wurde im Mai 2000 in Toronto aufgeführt und sollte auch in verschiedenen amerikanischen Städten gezeigt werden, der Anfang wurde im November 2000 in San Francisco gemacht. Im Juni 2001 wurde „Mamma Mia!“ in Melbourne, Australien aufgeführt bis zur Broadway-Premiere am 18. Oktober 2001.
Nun soll in Kürze eine neue Doppel-CD veröffentlicht werden: „The Definitive Collection“. Diese Zusammenstellung enthält erstmalig alle A-Seiten von Abba, die zwischen 1972 und 1982 von Polar Music veröffentlicht wurden. Außerdem sind Songs enthalten, die in einigen wenigen Territorien als Singles veröffentlicht wurden.





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