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Angel Dust
Into The Dark Past

Album
Jahr
1988
5
2 Bewertungen
Tracks
LP
22.04.2016
No Remorse NRR 52132 / EAN 0744430521321
Angel Dust
Discographie / Fan werden
Reviews
Durchschnittliche
Bewertung
5

2 BewertungenAngel Dust - Into The Dark Past
11.06.2008 15:17
Ein albernes Intro, wie es zu jener Zeit in Mode war - und ab geht's!! Der ANGEL DUST Panzer rollt los und hinterlässt nur noch Staub und Asche...

Man kann von deutschen Metalbands halten was man will; meistens handelt es sich hierbei um Nachzügler, die ihre Vorbilder aus den Staaten und England (und ein bisschen auch aus der Schweiz) kopieren, dies jedoch mit einer Hingabe und einem schier unendlichen Enthusiasmus... So auch die Nordrhein-Westfaler ANGEL DUST.

Doch wer oder was ist ANGEL DUST? Klar, 1992 gab es eine sehr erfolgreiche LP von FAITH NO MORE mit diesem Titel, doch die waren damals noch ganz untergrundmässig am Start und fristeten ein Schattendasein. Die Droge wird damit auch nicht gemeint sein... Wahrscheinlicher ist die Namensgebung zu erklären, dass die Kulttruppe und Mitbegründer des Extrem-Metals VENOM was damit zu tun haben könnten; auf ihrem 1981er Debüt "Welcome to hell" gibt es einen Kanller namens "Angel dust" - und so kompromisslos wie ANGEL DUST in die Saiten und auf die Felle hauen, ist daher der Name sehr logisch.

Mitte der 80er brodelt es in Deutschland, vorallem in NRW, im Untergrund und unendlich viele Kids spielten die Musik, die sie bei ihren Vorbildern aus den Staaten (Thrashmetal) und England (NWoBHM, Punk) sehen. So formierte sich in Dortmund um 1984 die Gruppe ANGEL DUST. Demos wurden eingezockt und 1986 konnte dann das vorliegende Debütalbum "Into the dark Past" erscheinen - eine Platte, die sich rifftechnisch unüberhörbar an alte Metallica und kraftmässig an Exodus anlehnt; wuchtig und schnell - jedoch trotz dem Dreck und der ungehobelten Kraft immer stets etwas melodiös. Eine feine Mischung.

Viel neues gibt es auf der LP nicht zu hören, jedoch macht die Scheibe dennoch Spass und wirkt nicht abgegriffen, sondern voller Spielfreude... Man höre den überlangen Spitzentrack "Gambler" oder "Marching for revenge" - sensationell!! Vorallem erstgenannter Track widerspiegelt die Aufbruchstimmung im oft verregneten, verhangenen Dortmund sehr gut; einer zwar mittlerweile schönen Stadt, jedoch auch durch Industrie gezeichneten Betonfront, die an Regentagen trostlos und unbequem erscheint.

"Into the dark Past" ist für mich ihre beste Scheibe, vielleicht auch, weil ich sie eben zuerst gekannt habe - der Nachfolger "To dust you will decay" ist jedoch auch zu empfehlen. Allerdings lege ich die vorliegende Scheibe dem Metalfan eher an's Herz. Sie wirkt irgendwie frischer, ungebändigter, unkontrollierter, auch wenn eben nicht sonderlich eigenständig.

Noch anzumerken bleibt mit einem Grinsen auf den Stockzähnen, dass ein gewisser Holger Stratmann das Management der Band übernahm. Dem Metalfan kein unbekannter Name; Stratmann war Redakteur (und Mitgründer) der westfalischen Metalzeitschrift ROCK HARD. Wundert auch keinen, dass die Band damls sehr gute Rezessionen im Heft bekam; dies jedoch zurecht - geile Platte!!
Brachialer deutscher Thrash Metal. Da jagt eine Granate die andere.