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Frankie Miller
Falling In Love

Album
Jahr
1978
5.5
2 Bewertungen
Weltweit
NO
Peak: 8 / Wochen: 9
Tracks
LP
1978
Chrysalis 38 780 3
4
3:08
Frankie Miller
Discographie / Fan werden
Singles - Schweizer Hitparade
Titel
Eintritt
Peak
Wochen
Darlin'
Eintritt: 28.01.1979 | Peak: 2 | Wochen: 13
28.01.1979
2
13
Reviews
Durchschnittliche
Bewertung
5.5

2 BewertungenFrankie Miller - Falling In Love
07.07.2007 13:46
Es gibt in der Geschichte der Rockmusik Musiker, deren Talente trotz eines Achtungserfolges dem Publikum für alle Zeiten verborgen bleiben. Einer dieser Talente ist der am 06.11.1949 geborene Gitarrist, Sänger und Songschreiber Frankie Miller. Der Brite hatte in den Gruppen The Stoics, Jude und JB gespielt, bevor er in den frühen 70er Jahren seine eigene Gruppe Frankie Miller’s Full House auf die Beine stellte. Die Gruppe spielte einige hervorragende Alben ein und konnte sich in der englischen Pub-Szene einen guten Namen machen, doch der große Erfolg beim breiten Publikum stellte sich nicht ein. Ab 1977 trat der Musiker mit etwas heiseren Stimme als Solist in Erscheinung. Mit der LP „Double Trouble“ und der Single „Be Good To Yourself“ gelangen ihm zwei erste Achtungserfolge. Im Herbst 1978 erschien dann die Single „Darling“, die ihn bis in die englischen Top 10 katapultierte. Europaweit machte ihn diese stimmige Nummer bekannt. Der Durchbruch zum Topstar schien zum Greifen nahe, zumal er Anfang 1979 mit „Falling in Love“ ein vorzügliches Album nachlegte. Das Programm von „Falling In Love“ erinnert in seiner Machart, einer Mischung aus eigenen Nummern und Fremdkompositionen, an die frühen Werke von Rod Stewart. Ein Blick auf die Besetzungsliste zeigt, daß sich Frankie mit einer hochkarätigen Mannschaft zusammengetan hat, u.a. Chris Slade (Schlagzeug), Tim Renwick (Gitarre), Terry Britton (Gitarre) und Paul Carrack (Keyboards). Es überwiegen softe Nummern, in zwei Stücken läßt es Frankie richtig krachen: „A Woman To Love“ und „Pappa Don’t Know“, zwei gradlinige Rocker, erinnern an den frühen Bob Seger. Wie gut Frankie mit Fremdmaterial umgehen kann, beweist er mit Bob Marleys „Is This Love“. Der Reggaenummer verpaßte er eine ordentliche Portion Motown-Soul, so daß „Is This Love“ so klingt, als käme sie frisch aus den Detroiter Studios. Natürlich bleibt Bob Marleys Original unübertroffen, doch zeigt Frankie mit seiner Version, wie gekonnt und liebevoll man mit solchen Ausnahmekompositionen umgehen kann, ohne sich daran schändlich zu vergreifen. „When I’m Away From You“ erinnert an die Bonnie Tyler Hits der Jahre 1977/78 und verfügt über enormes Hitpotential. „If I Can Love Somebody“ ist eine geschmackvolle, wenn auch etwas langweilige Ballade, aus der ein Rod Stewart zu jener Zeit mit Sicherheit eine Riesennummer gemacht hätte. Der Hit „Darling“ hätte auch einem Rod Stewart gut zu Gesicht gestanden. Frankie Millers etwas unbeholfen wirkender Gesang und seine tollen Mundharmonikaeinlagen verleihen dem Stück eine wirklich tolle Atmosphäre. „And It’s Your Love“ ist eine unauffällige aber sehr schöne Ballade. Das gleiche gilt auch für das wunderschöne „Falling In Love With You“. Hätte Rod Stewart dieses Stück zu jener Zeit als Single herausgebracht, es wäre ein todsicherer Hit für ihn geworden. Einen Schuß Country & Western beinhaltet die Ballade „Every Time A Teardrop Falls“. Das beste Stück eines wirklich guten Albums hat sich der gute Frankie Miller bis zum Schluß aufgehoben, und zwar das wehmütig anmutende „Good To See You“. Als zweite Singleauskopplung sollte dieses Stück Anfang 1979 den Erfolg von „Darling“ wiederholen, floppte aber. Wer gute und sehr schöne Popmusik der ausgehenden 70er Jahre zu schätzen weiß, der macht mit Frankie Millers „Falling In Love“ einen mehr als guten Griff. Eigentlich schade, daß Frankie nach dem Erfolg der Single „Darling“ und dem Album gleich wieder in der Versenkung verschwand. Obwohl er in den folgenden Jahren noch einige gute Alben und Singles auf den Markt brachte, konnte er keinen Hit mehr landen.
Frankie Miller erlitt am 25.08.1994 einen Schlaganfall. Er schrieb gerade in New York neues Material für seine neue Band, die er zusammen mit Joe Walsh (Eagles), Nicky Hopkins und Ian Wallace gegründet hatte. Er lag sechs Monate im Koma und ist bis heute nicht wieder völlig hergestellt.