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Rival Schools
Pedals

Album
Jahr
2011
6
2 Bewertungen
Tracks
CD
04.03.2011
Atlantic 7567893014 (Warner) / EAN 0075678930140
2
3:22
Rival Schools
Discographie / Fan werden
Reviews
Durchschnittliche
Bewertung
6

2 BewertungenRival Schools - Pedals
Ach du meine Fresse, was hab ich diesen Tag herbeigesehnt, und doch schon längst allerlei Hoffnung verloren… geglaubt. Eigentlich hatte wohl niemand mehr damit gerechnet, und nun ist es doch noch so weit gekommen: Rival Schools sind zurück! Keine einmalige Sache. Die Band ist wieder da - im Original Line-Up. Nach seinen Soloprojekt(en) zog es Walter Schreifels wieder ins Kollektiv. Einzelne Reunion-Gigs von Rival Schools im Jahre 2008 wirkten so befruchtend, dass die Band nun tatsächlich nach 10 (!!!) Jahren ein langersehntes zweites Album veröffentlicht. Lassen wir aber erstmal die letzten Jahre so kurz es geht Revue passieren: Rival Schools, benannt nach einer Computerspielreihe der Firma Capcom im Jahr 2001 von Sänger/Gitarrist Walter Schreifels gegründet, der zuvor in Hardcore- bzw. Post-Hardcore-Bands wie Youth Of Today, Gorilla Biscuits und Quicksand gespielt hatte. Weitere Mitglieder waren & sind Schlagzeuger Sammy Siegler (u.a. Youth Of Today, CIV, Glassjaw), Ian Love (Gitarre, Produzent) und Bassist Cache Tolman (Iceburn und später bei Institute). Das erste Werk der Band, eine 6 Song umfassende EP ("Rival Schools United by Onelinedrawing"), wurde gemeinsam mit Jonah Matranga (Far, New End Original, Gratitude & Onelinedrawing) eingespielt und über Schreifels eigenes Label 'Some Records' veröffentlicht. Kurze Zeit darauf erschien auch das Debütalbum "United By Fate" (2001), das auf Grund von vertraglichen Zwängen aus Schreifels Zeit bei Quicksand bei dem Major Label 'Island Records' erschien. Der auf diesem Album enthaltene und als Single veröffentlichte Song "Used For Glue" wurde zum eigentlichen Hit der Band. 2002 war die Ban unter anderem in Europa auf Tournee, wo sie u.a. auch mit den Beatsteaks spielten. Ian Love stieg im selben Jahr aus, um sich anderen Projekten zu widmen; 2003 wurde Rival Schools erst einmal aufgelöst. Der Schreifels Walter widmete sich kurz darauf seinem Bandprojekt Walking Concert mit dem er im September 2004 das bislang einzige Album "Run to Be Born" rausbrachte – und auch wenn es danach es still wurde, so besteht dieses Bandprojekt auch weiterhin. 2010 folgte auch Walter seit Jahren hin und her verschobenes Solodebüt "An Open Letter To The Scene". Wieder angekommen im Hier und Jetzt: Freitag 04.03.2011. Das zweite Album steht endlich in den Läden. Zehn geschlagene Jahre nachdem das Debüt, "United By Fate", nichts von seiner emotionalen Aufgekratztheit eingebüßt sondern nur an Zeitlosigkeit gewonnen hat. Das Warten wurde belohnt. "Pedals" ist sehr schön geworden, macht ganz schleichend süchtig und knüpft nahtlos da an, wo "United By Fate" aufgehört hat. Die Scheibe klingt trotz dieser überlangen Pause wirklich so, als wäre sie dem Vorgänger auf Schritt und Tritt gefolgt. Das was die Single angedeutet hat, ist auch auf Albumlänge so. Das alte Gefühl ist wieder bzw. noch immer da. Das liegt vor allem auch an Schreifels' quengelndem Gesang, bei dem trotz aller Leichtigkeit in den Melodien immer ein bisschen Verzweiflung mitschwingt. Beinahe beruhigend liegt die Stimme über den stürmischen Rhythmen. Unter der Oberfläche hat sich dennoch so einiges getan. Die Riffs sind dreckiger geworden, und der Bass steckt ab und an knietief im Fuzz. Sam Siegler bekommt am Schlagzeug keine Verschnaufspause, während Gitarrist Love, der das Ganze auch produzierte, seinem Instrument die Daumenschrauben anlegt. Es gibt da diese Songs, die so auch "United By Fate" gut gestanden hätten. Die Single "Shot After Shot" zum Beispiel, bei der eine Gitarrenwand zum Kinnhaken ansetzt, bis Schreifels ganz jugendlich naiv mit einer unwiderstehlichen Melodie um die Ecke kommt. Die Drums bekommen passend zum Refrain einen Tobsuchtsanfall, bevor die Melodie den Song wieder zur Ruhe zwingt. So einfach - so gut. Das klingt nach sommerlichem Biertrinken am Fluss, nach Autofahrten mit geöffnetem Fenster, nach Unbekümmertheit. Und "Pedals" hat von diesen Gefühlsduseleien eine ganze Menge auf Lager.Andere Songs hätte man Rival Schools so aber auch nicht zugetraut. Allen voran den fiesen Fuzz-Ritt "The Ghost Is Out There", in dem Schreifels mal kurz auf Josh Homme macht, bevor er wieder in sichere Gewässer abtaucht. Der Refrain ist dann ganz große Coldplay-Kunst und dabei doch hinreißend schön und authentisch. In diese dreieinhalb Minuten packen die New Yorker mal eben alles, was sie so können. Und das bringt eine ganze Menge Spaß. Rival Schools bleiben auch nach ihrer Auferstehung noch die kleine Band fürs Herz. Ein seltenes Glück.

(Übrigens: Schön, dass Rival Schools als altgediente Genre-Helden so eine gelungene Wiederauferstehungen feiern können. Nach Far und The Get Up Kids im Vorjahr schon die Dritten im Bunde. Neue Alben von Sunny Day Real Estate und Braid sind auch gerne gesehen.)

Ich gebe das Staffelholz ab zu soia. :)
danke...

ich lass es mir nicht nehmen diese platte in den himmel hoch zu loben.
was war ich gespannt auf die neue rival schools, was war ich gespannt auf den guten und musikalisch verlässlichen walter. würde er mich schlussendlich doch enttäuschen?

NEIN!!!

PEDALS ist einfach ein hammeralbum geworden... verdammt, es tut wirklich gut, dass die alten helden den jungen spunten zeigen wo bartli den moscht holt...