KURZBERICHT VOM 31. OPENAIR ST. GALLEN




Bloc Party


Arctic Monkeys


Maxïmo Park


Wir Sind Helden





Zur 31. Ausgabe des OpenAir St.Gallen vom 29.06 - 01.07.07 warteten die Organisatoren mit einem fulminaten Progamm auf: Alles, was in der neueren Britpop-Szene Rang und Namen hat, war vertreten. Bereits am Freitag war das Festival ausverkauft und 96'000 Besucherinnen und Besucher genossen im Sittertobel drei super Tage mit Livekonzerten bei vorwiegend schönem Wetter und einer ausgelassenen Stimmung. Hier unser Kurzbericht der Hauptacts vom Samstag und Sonntag.

Samstag, den 30.06.07

Am frühen Abend stand Bloc Party auf der Bühne. Nach einem guten Auftakt schaffte es die Band jedoch nicht, das Publikum für sich zu begeistern. Der Gesang des Frontmanns Kele Okereke kam leider nicht im Geringsten so gut an wie seine sympathische Ausstrahlung. Die Stimmlage - zeitweise sehr weinerlich - erinnerte stark an Robert Smith von The Cure. Die Songs begannen vielversprechend, entpuppten sich aber schnell als sehr ähnlich und - mit wenig Abwechslung zwischen ruhigen und schnellen Liedphasen - eintönig. Da auch das Publikum nicht sonderlich auf Touren kam, hielt der Sänger wenigstens die Security-Leute auf Trab, als er entgegen dem ausrücklichen Verbot eine „crowd surfing“ - Einlage hinlegte. Fazit: nette Jungband mit wenig eigenständigem Ausdruck und Message.

Danach traten die Beatsteaks (man beachte das Wortspiel ;-)) aus Berlin auf. Zuerst fiel gleich mal die arrogante, pseudowitzige Art des Sängers auf: Er forderte das Publikum auf, es solle ihn jetzt mit "Fick dich, du Arschloch" antworten. Der Sound war nicht definierbar: Punk, Rock, Reggae und Berliner Hinterhofballaden wechselten sich ab. Die Band hatte keinen eigenen Stil und spielte jede Menge Coverversionen, so zum Beispiel einen Song von den Beastie Boys. Positiv zu bemerken war allerdings, dass sie trotz allem, die Menge für sich begeisterten konnten und schlussendlich auch mehrere Zugaben spielten. Fazit: Sie waren nicht mehr als die Einheizer für die Kaiser Chiefs.

Und so trat der Hauptact des Samstagabends auf: Kaiser Chiefs! Das Publikum stand dichtgedrängt und war von der ersten Minute an begeistert. Die Stimmung war bereits ab dem dritten Song "Ruby, Ruby, Ruby" auf dem Höhepunkt. Frontmann Ricky Wilson hatte bei weitem die stärkste Bühnenpräsenz und performte souverän. Er war ständig in Bewegung, sprang umher, liess auch das Bad in der Menge nicht aus und forderte die Fans zum Mitsingen auf. Der super abgemischte Sound machte den gesamten Gig zu einem perfekten Erlebnis. Nur schade, dass er so bald zu Ende war. Fazit: Kaiser Chiefs liefterten die Hymne des diesjährigen Festivals: "Ruby, Ruby, Ruby"

Nach Mitternacht hatte die kanadische Band Arcade Fire ihren Auftritt. Auf der Bühne lief ein verfremdetes Video mit einer TV-Predigerin, das in das Standbild "Neon Bible" - der Titel ihres aktuellen Albums - überging. Dann kamen die acht Akteure auf die Bühne. Der Sound erinnerte an melodiösen, irischen Folkrock und war von Beginn an mitreissend, mit schönen Frauenvocals. Eindrücklich und eigenwillig waren auch die Instrumentente: Kontrabass, Orgelpfeifen im Hintergrund, Violinen, Horn, Drehleier und Akkordeon bildeten einen interessanten Gegenpol zu den "klassischen" Rockinstrumenten Gitarre, Bass und Schlagzeug. Leider wurde aus den anfänglich schwungvollen Songs doch ein zunehmend bombastischer Einheitsbrei und damit verlor die Darbietung trotz allem betriebenen Aufwand an Faszination. Fazit: Art Performance - man muss Band, Instrumente und das Bühnebild als Gesamtkunstwerk betrachten.

Sonntag, den 01.07.07

Bei strahlendem Sonnenschein nachmittags um vier Uhr war es soweit und die Artic Monkeys betraten die Sitterbühne. Sie griffen sofort in die Vollen: knackiger, schneller und punkiger Brit-Pop, der die Massen begeisterte. Sänger Alex Turner hatte eine beeindruckende Stimme mit tiefem, leicht kratzigem Timbre. Die Band spielte Stücke aus ihren beiden Alben, wobei die neueren Songs die eindeutig abwechslungsreicheren und melodiöseren waren, aber an ihrer tollen Schrägheit nichts einbüssten. Fazit: Artic Monkeys haben Ihren ganz eigenen Stil in Sachen Rhythmus und Songaufbau. Ganz zu Schweigen von der bereits erwähnten unverwechselbaren Stimme.

18:00 Uhr - es goss in Strömen! Als letzte Band des Festivals spielte Snow Patrol. Endlich! Wunderschöne, rhythmische, energetische und eingängige Songs aus Schottland. Einfach unverwechselbar! Sie spielten ihre stärksten Songs aus Ihrem neuen Album. Die Fans waren hin und weg und spürten gar nicht mehr, wie durchnässt sie waren. Für die Standhaftigkeit bei diesen widrigen Verhältnissen bedankte sich der Sänger auch mehrmals und lobte das Publikum als das europaweit beste in dieser Saison. Das Ausharren wurde dann auch mit mehreren Zugaben belohnt. Fazit: krönender Abschluss bei strömenden Regen.

Bis zum nächsten Jahr in St. Gallen – und hoffentlich mit so coolen Bands wie dieses Jahr.
Silke und Ralf

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