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Interview mit Heimweh



Heimweh - Ärdeschön
1. Alpabfahrt
2. Heimweh mit Francine Jordi - Heicho
3. So lang
4. Heimweh mit Nicolas Senn - Nume einisch
5. Dunkle Wermut
6. Heimweh feat. Daria Occhini - Buurehuus
7. So in Erinnerig
8. Heimweh mit Lisa Stoll - Ärdeschön
9. Bärgpüräbuäb
10. Dankeschön
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"Unsere Fans haben uns inspiriert"




Georg Schluneggers Männerprojekt "Heimweh" ist seit drei Jahren erfolgreich. Mehrere Auszeichnungen haben die zwölf Sänger aus der ganzen Schweiz bereits abgeräumt – und der Ritt auf der Erfolgswelle geht weiter! Das neue Album ist direkt auf Platz eins der Schweizer Hitparade eingestiegen. Es heisst "Ärdeschön" und es hält, was es verspricht. Davon können sich die Fans auf der neuen Tour überzeugen. Wir haben mit "Heimweh"-Sänger Fabrizio Raffa gesprochen.

hitparade.ch: Das Album heisst "Ärdeschön". Wie kam es zu diesem Titel und was bedeutet er für Dich persönlich?
Fabrizio: Für mich ist das, was wir zurzeit erleben, ärdeschön. Diese Freude, die wir den Menschen machen können. Der Ausdruck ist aus dem Bernischen und mir war er zuvor nicht bekannt. Doch dieses Wort wurde von unseren Fans oft in den Kommentarspalten auf Social Media verwendet – was schliesslich dazu geführt hat, dass es zum Titel des neuen Albums wurde. Unsere Fans haben und gewissermassen inspiriert.

hitparade.ch: "Heicho" ist ein Duett mit Francine Jordi: Was war es für ein Gefühl, mit einer der erfolgreichsten Schlagersängerinnen der Schweiz zu arbeiten?
Fabrizio: Wir hatten sie bereits einige Male getroffen, backstage, als wir an Events aufgetreten sind. Doch man hatte nie wirklich Zeit, sich auszutauschen. Wir hatten aber bereits länger die Idee für eine Zusammenarbeit im Kopf – auch aufgrund des Star-Duetts mit Daria Occhini bei "Happy Day". Georg arbeitet seit vielen Jahren mit Francine zusammen und kontaktierte sie. Die Zusammenarbeit war toll! Sie ist absolut locker und bodenständig.

hitparade.ch: Ihr habt weitere Gastmusiker wie Nicolas Senn dabei. Mit wem würdest Du ganz persönlich einmal gerne singen?
Fabrizio: Da gäbe es viele spannende Möglichkeiten. Ganz grossartig fände ich es, wenn wir gemeinsam mit dem 21 Century Orchestra auftreten könnten. Das würde bestimmt toll passen. Toll wäre es aber auch, wenn jemand aus einem komplett anderen Genre mit uns singen würde. So ein richtiges Kontrastprogramm.

hitparade.ch: Ihr seid zwölf Sänger. Wie stark könnt Ihr Euch einbringen, wenn es um die Stimmen, die Songs oder Arrangements geht?
Fabrizio: Georg ist der Song-Schreiber und liefert die Grundstruktur, doch wir Sänger dürfen uns einbringen. Besonders die Geschichten sind oft von uns – er schreibt sie dann auf. Auch wenn es um den Dialekt geht, tauschen wir uns stark aus. Es wurden auch schon ab und zu musikalische Ideen von uns miteinbezogen. Dass er so offen ist, macht die Zusammenarbeit mit Georg natürlich besonders spannend. Dennoch ist klar, wer das Sagen hat, und das ist auch gut so.

hitparade.ch: Welches ist Dein persönlicher Lieblings-Song von Heimweh? Welchen singst Du am liebsten?
Fabrizio: Das ist wirklich schwer zu beantworten. Ich singe alle Songs gerne. Gegen Ende Tournee passiert es eher, dass ich froh bin, wenn mal wieder Neues dazukommt und einzelne Songs im Archiv landen (lacht).

hitparade.ch: Im November geht die Tour los. Es sind viele Termine in der ganzen Schweiz. Worauf freust Du Dich am meisten?
Fabrizio: Es gibt schon Locations, die besonders toll sind. Beispielsweise ist die Konzerthalle im Congress Centre Kursaal Interlaken ein grossartiger Ort. Ich gehe auch immer sehr gerne an neue Orte, die ich noch nicht kenne. Wir sehen so viele Orte in der Schweiz! Ich war schon an Flecken, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte. Das ist natürlich immer etwas Besonderes und ist viel wert.

hitparade.ch: Was passiert, wenn einmal jemand nicht kann oder krank wird?
Fabrizio: Bis zu einem gewissen Grad können wir das selbst auffangen. Wenn nur eine Person nicht da ist, können wir das händeln. Bei zwei Personen wird es bereits schwieriger. In solchen Fällen kommt häufig Georg mit. Der kennt alle Songs und alle Stimmen, der kann das auf Knopfdruck abrufen. Es gibt Ersatzleute. Aber für jene, die nicht immer dabei sind, ist es eher schwierig. Es ist nicht wenig, was man da auswendig abliefern muss. Und wir sind so eingespielt, dass es nicht leicht ist, mit uns auf die Bühne zu kommen. Man muss einfach besser zuhören, denn es kann schon irritieren, wenn etwas anders klingt, als man es gewohnt ist. Auch bei den Musikern, die wir dabei haben, ist es so.

hitparade.ch: Du sagst, Ihr seid eingespielt. Wie oft probt Ihr denn?
Fabrizio: Jetzt, vor der neuen Tour, proben wir intensiv. Wenn keine Tour ist, dann proben wir auch nicht. Wir machen das sehr projektorientiert. Da es oft Peaks gibt, wo man fast jedes Wochenende unterwegs ist, ist man nicht böse, wenn mal zwei, drei Wochen Pause ist.

hitparade.ch: Ihr seid grösstenteils in anderen Branchen berufstätig. Wie ist das vereinbar? Habt Ihr einfach grosszügige Arbeitgeber, die so viel Verständnis zeigen?
Fabrizio: Ich selbst arbeite vier Tage pro Woche und kann daher gut planen. Nur zwei von uns leben voll von der Musik, alle anderen arbeiten in anderen Branchen. Daher sind wir sicher auf flexible Arbeitgeber angewiesen. Und sonst fehlt mal einer, das ist wie gesagt händelbar. Die acht Personen, die in der "Stammformation" sind, die sind eigentlich immer da. Die sind zu 98 Prozent an allen Konzerten dabei. Und das ist gut so! So kann die Qualität gewährleistet werden.

hitparade.ch: Ihr seid zwölf Männer, die aus der ganzen Schweiz zusammengewürfelt worden sind. Sind da grosse Freundschaften entstanden?
Fabrizio: Definitiv! In diesen drei Jahren ist das sehr gewachsen. Man sieht sich oft, erlebt viel und fällt auch einmal auf die Nase, was auch dazugehört. Wir können von Glück reden, dass wir solche Erfolge feiern dürfen und dass alles so gut klappt.

hitparade.ch: Wie kamst Du zu diesem Projekt?
Fabrizio: Wir sind von Georg zusammengesucht worden. Er hatte diese Idee im Kopf und hat uns angefragt. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits seit 18 Jahren A Cappella-Musik gemacht. Nach unserer Auflösung klingelte mein Telefon. Es war jemand von HitMill, der mich über das Projekt informieren wollte. Ich dachte, dass mich meine A Cappella-Jungs verarschen, weil wir uns oft Streiche gespielt hatten. Daher ging ich erst nicht unbedingt darauf ein (lacht). Später aber telefonierten wir erneut und es stellte sich heraus, dass der Anruf ernst gemeint war. Ich wurde zum Vorsingen nach Zürich eingeladen. Danach dauerte es nochmals fast zwei Jahre, bis die Sache ins Rollen kam. Ich dachte zwischenzeitlich, es sei unter den Tisch gefallen – aber schliesslich klappte es doch! Und dann ging alles sehr schnell.

hitparade.ch: Wäre auch Solo-Gesang etwas für Dich, oder wolltest Du bewusst in einen Chor?
Fabrizio: Ich mache beides gerne. Auch bei der A Cappella-Gruppe hatte ich mehrere Solo-Parts. Und auch jetzt noch: Ich singe in einer Garage-Rock'n'Roll-Band, die ihr Zuhause im Sedel Luzern hat. Das totale Kontrastprogramm zu "Heimweh" (lacht). Und ein anderes, frisches Projekt ist ein Kindermusik-Projekt: "De Ärdbeerschorsch und d'Znüniband". Das habe ich mit Leuten, die ich teilweise bereits seit über 20 Jahren kenne, auf die Beine gestellt. Johnny Burn, El Ritschi, Heidi Happy, und viele mehr, haben mitgemacht.

hitparade.ch: Was denkst Du, macht den Erfolg von "Heimweh" aus?
Fabrizio: Natürlich sind es die Lieder… aber ich denke, es ist eine Mischung aus der Musik und den Persönlichkeiten. Wir haben Ecken und Kanten, wir sind bodenständig und wir leben das, was wir singen. Wir sind mit vollem Herzen dabei und ich glaube, das spürt man. Wir bekommen oft das Feedback, dass man von uns eingelullt und verzaubert wird.

hitparade.ch: Welches war bisher Dein persönliches Highlight mit "Heimweh"?
Fabrizio: Ich könnte Dir jetzt erzählen, dass es die Preise sind, die wir abgeräumt haben, oder Fernsehauftritte… aber wenn ich ehrlich bin, ist es eher das grundsätzliche Gesamtpaket: Es ist ein Highlight, dass es uns in dieser Form seit drei Jahren gibt, und dass es so gut läuft. Natürlich waren die drei Nummer-1-Hitparade-Einstiege oder die beiden Swiss Music Awards, der Prix Walo oder die beiden Platin-Auszeichnungen etwas Besonderes, aber erst konnte ich damit gar nicht so viel anfangen. Inzwischen habe ich die Preise zu Hause aufgestellt (lacht). Toll war die Auszeichnung, dass wir in "DAS ZELT" letztes Jahr die "Performer of the Year" wurden. Genau dieser Preis zeigt, dass es nicht nur um die Plattenverkäufe geht, sondern dass es sich lohnt, uns live zuzuhören, wo man zwei Stunden lang abtauchen und geniessen kann.

hitparade.ch: In welchen Situationen hast Du Heimweh?
Fabrizio: Heimat ist für mich kein Ort, sondern ein Gefühl. Wenn ich Heimweh habe, dann nach meinen Liebsten oder nach einer Situation. Das kann überall passieren. Ob in Assisi oder auf dem Gipfel des Arvigrats.
Interview durchgeführt: Bettina Wyss-Siegwart
Redaktion: Bettina Wyss-Siegwart


Linktipps:
Zum aktuellen Album "Ärdeschön"
Discographie von Heimweh
Infos zu Heimweh
Infos zu De Ärdbeerschorsch und d’Znüniband

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