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Céline Dion
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Céline Dion
Dansons

Interview mit Piro Tones
"So zu arbeiten ist beflügelnd"

27.04.2022
Pee Wirz (Dada Ante Portas) hat ein neues Projekt am Start: Gemeinsam mit Roger Vivian (Vivian) hat er die PIRO TONES gegründet. Mit "Follow The Sun" zeigen die Beiden einen ersten Song des Albums, das im Herbst erscheinen wird. Ein Song voller Pop-Power mit Sommer-Vibes.
hitparade.ch: Wie kam es zu der Idee, nebst Deiner Stammband Dada Ante Portas gemeinsam mit Roger die PIRO TONES zu gründen?
Pee: Der Schlüsselmoment war 2011. Damals haben wir gemeinsam ein Benefiz-Projekt in Zürich gemacht. Wir haben eine Probe gemacht und ein Konzert. Das lief unglaublich gut – und deswegen haben wir da beschlossen, dass wir irgendwann einmal etwas gemeinsam machen sollten. Ich habe immer mal wieder daran gedacht. Es lief aber einfach viel… mit der Band, mit der Familie… Du weisst ja, wie das ist. Es ist immer wieder versandet. Als 2020 der Lockdown kam, hat Roger mich angerufen. Er kam vorbei, hat mit uns im Garten gegessen und dort haben wir die Sache besiegelt.

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hitparade.ch: Hättest Du eh gern mal wieder etwas anderes gemacht?
Pee: Ja! Ich hatte erst vor, wieder ein Solo-Album zu machen, denn das letzte war genau 10 Jahre her. Aber Roger hat mich sehr schnell von diesem Duo-Projekt überzeugt. Wir sind dran und es macht sehr viel Spass.

hitparade.ch: Wie fühlt es sich für Dich an, etwas komplett Neues aufzubauen? Du bist seit so vielen Jahren stabil mit Deiner Band unterwegs, dass sich das jetzt bestimmt ganz anders anfühlt, oder?
Pee: Es ist eine ganz andere Vorgehensweise. Ich kenne es, wenn man alles gemeinsam mit einer ganzen Band entscheidet – oder aber, wenn man alles alleine macht. Die Duo-Situation finde ich ziemlich perfekt. So zu arbeiten ist beflügelnd. Du kannst viel entscheiden und doch musst Du nicht alles alleine machen. Es ist ein neuer Workflow. Wir haben – ausser den Drums – alles selbst eingespielt.

hitparade.ch: Könnt Ihr denn so viele Instrumente spielen?
Pee: Eigentlich können wir alles ein bisschen. Ich bin mehr der Schrummer und Klimperer. Roger ist das grössere Talent. Ich staune immer wieder ob seiner Musikalität. Ich profitiere viel.

hitparade.ch: Wenn Du heute Abend eine Song-Idee hast: Wie entscheidest Du, ob der Song eher für Dada geeignet ist oder doch eher für PIRO TONES?
Pee: Das entscheide ich eigentlich nicht mehr. Das habe ich mir früher oft überlegt, als ich noch Solo-Projekte gemacht habe. Aber ich hab's mir abgewöhnt. Ich schreibe einfach Songs. Ich mache ein Demo und lege den Song ab. Die Songs suchen sich den Weg dann selbst. Als ich mit Roger angefangen habe zu arbeiten, haben wir viele alte Demos durchgehört. Und da hat er Songs herausgepickt, die ich nicht erwartet hätte. Aber mit seinen Inputs und Ideen wurden diese Songs dann zu PIRO TONES-Songs. Kleine Akustik-Songs wurden plötzlich zu grossen Pop-Nummern. Es ist einfach alles offen. Keine Schubladen.

hitparade.ch: War "Follow The Sun" also auch ursprünglich eines Deiner Demos?
Pee: Ja, genau. Der war auch sehr akustisch. Roger hat die Elektro-Vibes hineingebracht. Der Song klingt jetzt total anders und ich find's geil (lacht).

hitparade.ch: Sind denn alle Grundideen von Dir?
Pee: Nein, es ist etwa Halb-Halb. Die eine Hälfte der Basis-Ideen hat Roger beigesteuert, die andere Hälfte ich. Und einen Song haben wir von Grund auf gemeinsam geschrieben. Der war in fünf Minuten da. Der passierte einfach so. Ich habe eine Strophe gespielt und Roger sagte: "Cool, das ist der Refrain" (lacht).

hitparade.ch: Man sagt doch über die grossen Hits, dass die in der Regel schnell entstehen…
Pee: Ja! Das hört man immer wieder. Wenn man zu lange herumtüftelt, kommt's oft nicht so gut. Beim letzten Dada-Album habe ich das auch erlebt. Den Titelsong "Hush" hatte ich in fünf Minuten.

hitparade.ch: A propos Dada: Wie bringst Du jetzt eigentlich die beiden Bands unter einen Hut? Hast Du ein Mal wöchentlich Probe mit Dada und ein Mal wöchentlich Probe mit Roger?
Pee: Es war so. Aber Luc ist jetzt auf einer längeren Reise bis im Sommer. Deswegen werde ich mich momentan auf PIRO TONES konzentrieren.

hitparade.ch: Das Album von PIRO TONES kommt im Herbst. In Eurem Video auf Facebook sagt Ihr, es sei erst ein Song fertig. Wie ist der aktuelle Stand?
Pee: Nach wie vor: Ein Song ist fertig (lacht). Aber das darf man sich nicht so vorstellen, dass wir keine weiteren Songs hätten. Mit "fertig" meinen wir "fertig gemastert". Die anderen Songs sind auch alle fertig eingesungen. Wir müssen einfach noch an Kleinigkeiten arbeiten, alles noch fertig einspielen und mixen.

hitparade.ch: Ihr seid ja jetzt zwei Sänger. Ihr wechselt Euch beim Singen ab. Ist Zweistimmig auch ein Thema?
Pee: Es ist alles neu für mich. Wir wollten es aber genau so. Zweite Stimmen sind auch klar vorhanden. Es ist schön, dass ich nicht alles alleine trage. Wir wussten erst nicht, ob es funktionieren kann mit dem Abwechseln. Aber wir haben festgestellt, dass wir eigentlich ziemlich ähnlich klingen. Es fügt sich schön zusammen.

hitparade.ch: Wie sieht es mit Live-Konzerten aus?
Pee: Wenn im Herbst das Album erscheint, wäre die Idee, eine kleine Tour zu spielen. Am 6., 7. und 9. Oktober sind schonmal drei Konzerte geplant. Dann gibt's noch ein paar Auftritte, die noch nicht spruchreif sind. Wir freuen uns extrem darauf. Auch wenn es nicht so einfach ist. Im Herbst finden viele Konzerte statt, die aufgrund der Pandemie verschoben worden sind. Dazu kommt, dass die Band neu ist. Wir haben erst einen Song released. Das ist den Veranstaltern natürlich zu wenig. Das kann ich natürlich verstehen. Wir nehmen was kommt und geniessen es.

hitparade.ch: Ist PIRO TONES ein Projekt oder eine feste Band?
Pee: Darüber haben wir auch schon gesprochen. Anfangs war es ein Projekt. Wir wussten ja nicht, ob unser Sound funktionieren würde und was dabei entsteht. Inzwischen kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es mehr als nur ein Album geben wird. Die Arbeit an diesen Songs hat mir unglaublich Spass gemacht. Es spielte mir keine Rolle, welchen der zwölf Songs wir als erstes präsentieren. Ich finde jeden einzelnen Song grossartig. Und das ist ein tolles Gefühl.
Interview durchgeführt:
Bettina Wyss-Siegwart
Redaktion:
Bettina Wyss-Siegwart