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Interview mit Redeem



Redeem - Paperthin Skin
1. Intro
2. Paperthin Skin
3. 999
4. Blackness Of Sorrows
5. Somebody Out There
6. Inside
7. Beauty Of A Lie
8. Crawling
9. Redeem feat. Anna Murphy - Lullaby
10. Murder
11. Poor Man's Wine
12. Redeem feat. JR Richards - Broken
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„Das Kofmehl ist wie Nachhausekommen“



Die Schweizer Band Redeem feiert seit Jahren internationale Erfolge. Und nun gibts gute Neuigkeiten für die Fans: Am 13. September erscheint die neue Scheibe! Mit "Paperthin Skin" zeigen die Indie-Rocker, dass sie nicht nur eine harte, sondern auch eine verletzliche Seite haben.

hitparade.ch: "Paperthin Skin" soll den Triumph über Herausforderungen aufzeigen. Welche Herausforderungen musstet Ihr bei diesem Album meistern?
Saint: Eine der grossen Herausforderungen war definitiv, dass wir mit einem Star-Produzenten gearbeitet haben. Richard Chycki ist nämlich eine echte Grösse in der Szene - er hat mit Aerosmith oder auch Rush gearbeitet. Das hat uns ganz schön eingeschüchtert. Doch es lief grossartig! Er hat uns in eine Lockerheit hineingebracht, sodass wir uns schnell wohl fühlten. So konnten wir frei von der Leber spielen.
Ale: Ja, es war super. Er war total cool und es ist eine Freundschaft daraus entstanden.
Simon: Er war unser Fels in der Brandung!

hitparade.ch: Wie seid Ihr denn an ihn herangekommen?
Saint: Er hat bereits einmal einen Song für uns gemischt, das war beim Album "999". Ich habe mich an seine tolle Arbeit erinnert und ihn deswegen angefragt, ob er das Album mischen würde. Und er meinte, er würde nicht nur mischen, sondern mit uns auch gleich die Aufnahmen machen. Das lag nicht wirklich in unserem Budget. Aber er war ein Fan unserer Songs - und so konnten wir uns einigen, was natürlich super war!

hitparade.ch: Das Album war bereits seit einem Jahr fertig. Der Release wäre auf den Herbst 2018 geplant gewesen… Doch da Eure Europa-Tournee mit CoreLeoni dazwischenkam, habt Ihr den Release verschieben müssen. Was war das für ein Gefühl, die ganze Zeit auf die Veröffentlichung zu warten, obwohl das Ding bereits im Kasten war?
Ale: Es war ganz ok! Wir haben uns umso mehr gefreut, als wir die CD schliesslich in den Händen hielten. Und nach etwas Abstand die Musik wieder zu hören, war ein gutes Gefühl!
Saint: Es war sicher speziell, so lange darauf zu warten, aber es war einfach besser so. Jetzt können wir es richtig geniessen!

hitparade.ch: Hat Euch die Europa-Tournee bereits zu neuem Material inspiriert?
Saint: Ja, wir sind natürlich immer dran! Wir spinnen immer gerne im Proberaum herum.

hitparade.ch: Was war denn das Highlight Eurer Tour?
Simon: Cool war, dass man mit der Zeit in einen Flow kam. Am Anfang muss man sich an alles noch gewöhnen, auch mit CoreLeoni im Bus zu sein - das war erst ein Abtasten. Aber dann wurde es sehr dynamisch und machte umso mehr Spass. Es war streng, aber schön!
Ale: Wir haben es sogar oft geschafft, uns die Städte anzuschauen. Wir hatten meist wenig Zeit, aber es reichte immer, irgendetwas zu sehen.
Simon: Aber nicht immer. Als wir in Prag waren, fand das Konzert in einem Vorort statt. Da hätte man 45 Minuten Zug fahren müssen, um in die Innenstadt zu gelangen. Das lohnte sich zeitlich leider nicht. Aber wir erlebten trotzdem viel Lustiges mit den Einheimischen.

hitparade.ch: Gabs denn eine Stadt, die Euch besonders gefallen hat? Eine, wo Ihr am liebsten noch länger geblieben wärt?
Saint: Hamburg und Berlin sind tolle Städte. Da haben wir schon oft gespielt und es ist immer wieder schön, dort aufzutreten.

hitparade.ch: Spürt Ihr einen Unterschied vom Schweizer Publikum zum internationalen Publikum?
Saint: Auf dieser Tour nicht. Normalerweise sind die Deutschen viel offner und gehen mehr ab als die Schweizer, aber diesmal merkten wir diesen Unterschied kaum.
Ale: Die Schweizer Shows waren sehr cool dieses Mal!

hitparade.ch: Es ist ein typisches Phänomen: Schweizer Künstler, die internationalen Erfolg haben, werden im eigenen Land oft zu wenig gefeiert dafür, dass sie es über die Grenze geschafft haben. Man denke dabei an Künstler wie Yello, Sophie Hunger oder Stephan Eicher. Auch Ihr seid im Ausland sehr beliebt, in der Schweiz ist man jedoch zurückhaltend. Empfindet Ihr das auch so?
Saint: Das empfinden wir auch so. Wir erhalten viel mehr Fanmails aus Deutschland als aus der Schweiz.
Ale: Da wirft sich die Frage auf, ob das daran liegen könnte, dass das Schweizer Publikum vielleicht auch in diesem Bereich zurückhaltender ist.
Simon: Es könnte aber auch grundsätzlich ein Bonus sein, wenn man nicht aus den eigenen Reihen kommt. Kommt eine Band aus dem Ausland, dann wirkt das sofort anders, als wenn die Band aus dem eigenen Land kommt. Vielleicht kann man dieses Phänomen so erklären.
Ale: Das ist auch bei der italienischen Metal-Band Lacuna Coil so! In Italien kennt man die kaum, aber im restlichen Europa füllen sie Hallen!
Saint: Es ist wie es ist, aber diese Herausforderung ist ja das Schöne am Ganzen!

hitparade.ch: Ihr geht ja für den Release des neuen Albums ins Kofmehl nach Solothurn…
Saint: Genau! Das Kofmehl ist wie "Nachhausekommen". Ale und Simon sind ja Solothurner, für mich ist Solothurn die zweite Heimat. Daher ist es für uns immer wieder etwas Besonderes, dort zu spielen. Das wird sicher ein tolles Konzert.

hitparade.ch: Welche internationalen Grössen in der Musikszene inspirieren Euch?
Saint: Die Üblichen! Foo Fighters, Breaking Benjamin oder Alter Bridge. In dieser Ecke fühlen wir uns wohl!

hitparade.ch: Um aufs Album zurückzukommen: Ihr schreibt, "Paperthin Skin" widerspiegle Eure aktuellen Emotionen! Bei welchem Song wirds richtig persönlich?
Saint: Als wir im Studio waren, hat sich meine Freundin von mir getrennt. Von dem her ist das Lied "Somebody Out There" der wohl persönlichste Song für mich. Sie hat mich mit der Aktion richtig inspiriert (lacht). Der Song war für mich eine grosse Herausforderung. Das war eine besondere Erfahrung.

hitparade.ch: Der Song fällt tatsächlich aus dem Rahmen. Dass er von Herzen kommt, das spürt man beim Hören deutlich!
Saint: Danke! Aber zurückgewonnen habe ich sie damit nicht! (lacht).

hitparade.ch: Bei welchem Song gabs denn die meisten Diskussionen? Es gibt doch meist einen Song, bei dem man sich nicht so recht einigen kann, wie er klingen soll!
Ale: Saint macht in der Regel sehr ausgereifte Vorproduktionen, daher konnten wir straight durchgehen. Es war eigentlich bei jedem Song sofort klar, wie er gespielt werden soll. Unser Produzent hatte noch ein paar Ideen, doch die Dynamik war gut und wir konnten diese Ideen auch sofort umsetzen und sie passten zu uns.
Saint: Wir kamen sehr gut vorbereitet ins Studio. Wir wollten es unbedingt richtig machen, wir zogen von Beginn an an einem Strang.

hitparade.ch: Wenn man Euren Sound hört, hat man stellenweise das Gefühl, es stünden sechs Musiker auf der Bühne. Wie kriegt Ihr zu dritt einen solch vielschichtigen Sound hin? Schafft Ihr das nur mit Tricksen beim Aufnehmen, oder bekommt Ihr das auch live so hin?
Simon: Es ist weniger getrickst als auf dem letzten Album. Bei einigen Songs hat es ein paar Samples, aber das ist alles. Dass wir zu dritt einen vollen Sound hinbekommen, das war schon immer unsere Stärke! Woran es liegt, weiss ich nicht genau. Vielleicht sind wir einfach brachial lauer als alle anderen (lacht).
Saint: Natürlich sind die Songs so umarrangiert, dass es für ein Trio funktioniert. Aber es ist wirklich unsere Stärke, breit und fett zu klingen. Mehr Leute können wir eh nicht zahlen (lacht).

hitparade.ch: Anna Murphy ist auf Eurem Album als Gastmusikerin, und auch JR Richards ist vertreten.
Saint: Genau! Musik ist ja eine universelle Sprache und wenn man sich mit anderen Musikern zusammentun kann, ist das immer eine tolle Sache. Es entstehen neue Klänge, die man sonst nicht erreicht hätte. Das ist extrem spannend.

hitparade.ch: Eure erste Single "Beauty Of A Lie" ist bereits erschienen. Im Video ist Zombie Boy zu sehen. Er lebt bereits seit zwei Jahren nicht mehr… Wann habt Ihr denn dieses Video gemacht?
Saint: Das war eine Kooperation mit einem guten Freund von mir, er ist Filmemacher und lebt in Bangkok. Er hat unser Album einem weiteren Kumpel geschickt, der diese Bilder mit Zombie Boy gemacht hatte. Und er war der Meinung, dass dieser Song perfekt zu den Bildern passt. Wir sind eigentlich die Filmmusik zu diesem Video, wenn man es genaunimmt.

hitparade.ch: Das Video wirkt, wie Eure Musik, sehr international! Das könnte genausogut von "30 Seconds to Mars" oder so sein!
Saint: Das stimmt! Wir sind wirklich sehr stolz darauf, dass wir solches Material haben!

hitparade.ch: Nun geht die Platte hinaus zu den Menschen, Ihr feiert am 6. September im Kofmehl. Was kommt danach? Wieder eine Europa-Tour?
Wir sind zurzeit an der Planung fürs nächste Jahr. Wir werden versuchen, wieder einen Support-Slot zu erhalten, dann gehts wieder nach Deutschland, Österreich und wir werden sehen wohin noch. Wir freuen uns schon riesig darauf, die neuen Songs endlich live zu präsentieren! Ein Traum wäre einmal die USA. Wir möchten Erfahrungen sammeln und das Leben geniessen. Wir messen unseren Erfolg nicht an verkauften CDs, sondern an den vielen grossartigen Erlebnissen. Das sind die Dinge, die in Erinnerung bleiben und wirklich wichtig sind.
Interview durchgeführt: Bettina Wyss-Siegwart
Redaktion: Bettina Wyss-Siegwart


Linktipps:
Plattentaufe zu „Paperthin Skin“ am 6. September 2019 im Kofmehl Solothurn. Wer die Platte online vorbestellt, kann gratis zur Plattentaufe!
Das neue Album "Paperthin Skin" anhören. Wir verlosen 2 Alben!

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