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MusicTalk mit Stefanie Heinzmann
„Ich zwänge mich in keine Schublade“

11.05.2021
Stefanie Heinzmann präsentiert am Freitag ihr neues Album „Labyrinth“. Im Music Talk spricht sie über das Labyrinth des Lebens, über den Druck der Gesellschaft, angepasst zu sein, und über die elektronischen Einflüsse ihrer neuen Musik, mit denen sie sich selbst überrascht hat.
hitparade.ch: Ein Song, der besonders auffällt ist "Colors". Er beginnt mit den Zeilen "Cut your hair, but not too short". Musst Du Dich nach wie vor rechtfertigen für Entscheidungen, die Du für Dich selbst triffst?
Stefanie: Ich habe das Gefühl, dass wir uns alle andauernd rechtfertigen müssen für Dinge, die wir mögen und die wir sind. Sogar für Dinge, für die wir nichts können. Meine Haare habe ich vor 1.5 Jahren abgeschnitten und die Leute werden nicht müde mir zu sagen, wie hässlich das aussieht.

hitparade.ch: Das ist tragisch.
Stefanie: Es ist tragisch! Wenn die Leute sich ein wenig mehr mit sich selbst auseinandersetzen würden und die anderen einfach leben lassen, wäre alles einfacher. Es wäre so schön. Wir sind doch alle verschieden, und das soll so sein. Ich finde, meine Haare sollten nicht verantwortlich für den Seelenfrieden von fremden Menschen sein (lacht).

Labyrinth
Best Life
Would You Still Love Me
Knocking Down The Wall
Face The Music
Better Than Nothing
Colors
You're Not Alone
Believe
Life Goes On
hitparade.ch: "Stranger In This World" ist auch so ein Song, der aufzeigt, dass man sich fremd fühlt, wenn man sich nicht gesellschaftskonform verhält.
Stefanie: Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und überall sind Schubladen. Wir sind Menschen, die dazugehören wollen, die geliebt werden wollen. Und das führt dazu, dass man sich irgend in eine Schublade zwängt und man versteckt Seiten von sich. Das ist so wahnsinnig traurig.

hitparade.ch: Bei "Knocking Down The Wall" zeigst Du Selbstbewusstsein und Stärke. Dass Du Dich nicht entschuldigen musst für die Person, die Du wirklich bist und sein willst.
Stefanie: Genau. Ich musste lernen, eine Mauer aufzubauen, damit die negativen Vibes von mir abprallen. Jedoch können diese Mauern zu einem Gefängnis werden. Man versucht sich zu verstecken und zeigt nur Seiten, die gesellschaftstauglich sind. Schlagt die Mauern weg. Seid einfach, wie ihr seid.

Das ganze Gespräch gibt's im Video.
Interview durchgeführt:
Bettina Wyss-Siegwart
Redaktion:
Bettina Wyss-Siegwart


Labyrinth
Best Life
Would You Still Love Me
Knocking Down The Wall
Face The Music
Better Than Nothing
Colors
You're Not Alone
Believe
Life Goes On