1917


Kino


Kino

Originaltitel 1917
Genre Drama | War
Regie Sam Mendes
Darsteller
Andrew ScottLieutenant Leslie
Benedict CumberbatchColonel MacKenzie
Mark StrongCaptain Smith
Richard MaddenLieutenant Blake
Dean-Charles ChapmanLance Corporal Blake
George MacKayLance Corporal Schofield
Colin FirthGeneral Erinmore
Adrian ScarboroughMajor Hepburn
Daniel MaysSergeant Sanders
John HollingworthSergeant Guthrie
alle anzeigen
Land GB/USA
Jahr 2019
Laufzeit 110 min
Kinostart CH (de)16.01.2020
Kino Deutschschweiz Wochen: 5 / Besucher: 55955
Kino Romandie Wochen: 3 / Besucher: 35065
Auszeichnungen
Oscar: Beste Kamera 2020
Roger Deakins
Oscar: Bester Ton 2020
Mark Taylor / Stuart Wilson
Oscar: Beste visuelle Effekte 2020
Guillaume Rocheron / Greg Butler / Dominic Tuohy

Auf dem Höhepunkt des Ersten Weltkrieges sollen die beiden britischen Soldaten Schofield (George Mackay, Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück) und Blake (Dean-Charles Chapman, Game of Thrones) eine nahezu unmögliche Mission erfüllen. In einem unbarmherzigen Wettlauf gegen die Zeit müssen sie sich tief in Feindesgebiet wagen und eine Nachricht überbringen, die verhindern soll, dass Hunderte ihrer Kameraden in eine tödliche Falle geraten. Auch das Leben von Blakes Bruder hängt vom Gelingen dieser Mission ab.

REVIEWS

Durchschnittliche Bewertung: 5.6 (Reviews: 5)

Was für ein Erlebnis! Mit der Technik, der bombastischen Inszenierung und der perfekten Ausstattung der Schauplätze, aber eben auch mit der emotionalen, fantastisch erzählten Geschichte und den Akteuren hievt der Film von Sam Mendes das Medium Film in eine neue Sphäre. Die inszenatorische Meisterleistung mit dem «One Shot» (praktisch nur mit einem einzigen, bewusst gewählten Schnitt) ist zum Glück nicht Selbstzweck, sondern entblättert eine zutiefst menschliche Story auf hohem Niveau. Ich habe ungelogen noch nie einen solch intensiven Weltkriegsfilm gesehen. Er hat zum Glück auch seine ruhigen Momente, die der Charakterzeichnung dienen und unglaublich authentisch sind. Infolge des Genies namens Roger Deakins (Oscar für «Blade Runner 2049», 15x nominiert) ist man mitten im Geschehen drin und ertappt sich dabei, wie man selbst stets die Landschaft nach Feinden absucht. Für die Faszination der Kamera, verbunden mit dem parallelen Kopfkino, wo man erkennt, was hinsichtlich Set Design, Schauspieler und Kameratechnik alles im Voraus geplant, geprobt und orchestriert werden musste, verdient «1917» allein schon den Superlativ! Das ist unglaublich dicht und in nie dagewesenen authentischen Bildern umgesetzt! Daneben sind die Schauspieler eine Wucht. Eleganterweise geben die beiden Stars (Cumberbatch und Firth) die beiden Generäle am Anfang und am Schluss nur in Kurzauftritten. Dafür sind die jungen frischen Gesichter famos! Ich will ja nicht spoilern, aber wenn man gewisse Protagonisten in Echtzeit langsam sterben sieht, wie sich deren Gesichtsfarbe in Echtzeit verfärbt, dann ist das unfassbar intensiv. Obwohl einiges auch mit CGI entstand, sieht man dies nie! Das Kriegserlebnis ist wie bei allen Kriegsfilmen krass: Desorientierung, emotional intensiv, surreal, roh und am Schluss auch nicht moralinsäuerlich, sondern einfach ein audiovisuelles und zu Herzen gehendes Gesamterlebnis, das sich in die Hirnrinde brennt. Da werden auch die ersten 25 Minuten von «Saving Private Ryan» (die mit Handkamera bisher outstanding waren) völlig in den Schatten gestellt. 10 Oscar-Nominationen sind hochverdient! Ich hoffe, «1917» gewinnt alle! Alles unterhalb der Höchstnote hier wäre ein Hohn!

Siehe oben. Unbedingt im Kino schauen!

Mit gleich zehn Nominierungen gehört dieser Kriegsfilm von Sam Mendes zu den Top-Favoriten der diesjährigen Oscar-Verleihung - und das absolut zurecht. Mit unglaublicher Bildgewalt kredenzt der Film seinem Publikum einen kleinen Ausschnitt im alltäglichen Kriegsirrsinn, der historisch gesehen nicht die allergrößte Relevanz besitzen mag - aber in den knapp zwei Stunden, denen man dem Treiben als Zuschauer beiwohnen muss, gefühlt von höchster Bedeutung ist. Man steht den Protagonisten dabei stets ganz nahe, was zum einen an einer so gigantischen Kameraarbeit liegt, wie ich sie noch nie zuvor gesehen habe - und zum anderen natürlich, dass man bis auf einen bewusst und nachvollziehbar gesetzten Schnitt den Soldaten in Echtzeit folgt. Ich saß in der zweiten Filmhälfte fast durchweg gebannt vorm Fernseher und glaube, dass es mich im Kino sogar noch mehr mitgerissen hätte, denn eigentlich ist "1917" technisch viel zu gut gemacht für das Heimkino - und damit meine ich keine plumpe Technikwichse ohne Sinn und Verstand, sondern einen neuen Ansatz, eine räumlich wie zeitlich weit entfernte Schlacht erlebbarer denn je zu machen. Grandios.

Angesichts dieser audiovisuellen Wucht haben die beiden Hauptdarsteller (George MacKay und Dean-Charles Chapman) kaum eine Chance, sich in vergleichbarem Maße ins Gedächtnis einzubrennen. Tun sie auch nicht, wenngleich es an ihrer Leistung wenig zu bemängeln gibt und man ihnen ihre Rollen von vorne bis hinten abkauft. Das ist gut bis sehr gut, aber habe ich auch schon intensiver und eindrücklicher erlebt. Ein wenig realistischer hätte der "Einsamer-Wolf-Spießrutenlauf" gerade zum Ende hin dann gerne auch ausfallen dürfen, denn Schofield entgeht irgendwann durch ein paar zu vielen für ihn glücklichen Zufällen dem vorzeitigen Heldentod, wie ich finde. Das ist ein kleiner Kritikpunkt, der sich ein solcher Film, der so dezidiert auf Realismus setzt, dann meines Erachtens schon gefallen lassen muss.

Ansonsten aber ist "1917" schlichtweg beeindruckendes Kino, das jeder, der sich auch nur ansatzweise für Kriegsfilme erwärmen kann, gesehen haben muss. Und ich bin jetzt erst recht ratlos, ob ich "Joker", "Parasite" oder ihm hier die Daumen im Rennen um den "Besten Film" bei den Oscars drücken soll - allesamt tolle Streifen, was doch wirklich schön in Zeiten ist, in denen das Kinoprogramm gefühlt durchgehend nur aus langweiligen Fortsetzungsfortsetzungen von Adaptionen des 21. Sequels einer Comicreihe besteht.

Knappe Höchstwertung.

Wenn ich die ersten zwei Drittel bewerten würde, könnte ich ebenfalls die Höchstnote zücken. Leider wird Mendes mit folgenden Szenen zu schwülstig/kitschig: Frau und Kind im „Keller“, die „schönen“ (überhöhten) und optischen Bilder der zerstörten Ortschaft sowie der etwas übertrieben dargestellte Schluss, der sehr unrealistisch daherkommt. Schade um einen zu Beginn äußerst beklemmenden Film mit beeindruckenden Bildern! 4++

Uneingeschränkt empfehlenswert. Rest siehe oben!

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