RELIGULOUS - WER'S GLAUBT WIRD SELIG


Kino


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DVD

Originaltitel Religulous
Genre Comedy | Documentary | War
Regie Larry Charles
Darsteller
Bill MaherHimself
Tal BachmanHimself
Jonathan BouldenHimself
Steve BurgHimself
Francis CollinsHimself
George CoyneHimself
Benjamin CremeHimself
Jeremiah CummingsHimself
Jose Luis De Jesus MirandaHimself
Fatima ElatikHerself
alle anzeigen
Land USA
Jahr 2008
Laufzeit 101 min
Studio Thousand Words
FSK 12
Kinostart CH (de)13.11.2008
DVD-Start07.09.2009
Kino Deutschschweiz Wochen: 4 / Besucher: 10011
Kino Romandie Wochen: 1 / Besucher: 661

Die Wortschöpfung des Titels ist Programm: "Religulous" ist zusammengesetzt aus "religious" (dt: religiös) und "ridiculous" (dt: lächerlich).

Der bekannte amerikanische Komiker und politische Humorist Bill Maher fordert geschickt christliche, muslimische und jüdische Extremisten heraus, in dem er ihre festgefahrenen Weltbilder ankratzt: "Gott hat Homosexuelle erschaffen, der Mensch die Bibel." Maher macht sich auf den Weg nach Rom, Jerusalem, Pakistan, London und viele andere Orte, um die Wahrheit zu finden. Was er jedoch antrifft, sind haarsträubende Pointen.

REVIEWS

Durchschnittliche Bewertung: 4.25 (Reviews: 8)

"Michael Moore meets Atheismus" - das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Der Inhalt ist schnell erzählt: der jüdisch-katholische Agnostiker Bill Maher interviewt verschiedenste Menschen zu ihren religiösen Ansichten und spiegelt die Lächerlichkeit der drei Weltreligionen auf. Das wird im Michael Moore-typischen "Cut-edit"-Stil gezeigt; die Interviews werden so geschnitten und zusammengefügt, dass sich die ursprünglichen Aussagen leicht verfremden, man muss also nicht mit einer dokumentarischen Analyse der Religion heutzutage rechnen. Viel mehr ist "Religulous" ein unheimlich komischer Film; die Antworten der Interviewten sind manchmal so doppeldeutig und lächerlich, dass man sich fast auf dem Boden krümmt (das Highlight: der Senator von Arkansas der sagt, dass man "keinen IQ-Test machen muss, um Senator zu werden", ohne zu merken, wie er sich selbst diffamiert). Und auch die ernste Aussage am Schluss des Films, auch wenn natürlich polemisch und plakativ, ist eine wichtige Aussage, die ich nicht missen möchte. So ist "Religulous", wenn auch kein ernst zu nehmender Dokumentarfilm, ein urkomischer Film mit einem sehr ernsten Hintergrund, welcher heutzutage leider dogmatisiert wurde. Ich bin gerne bereit, hier 6 Sterne zu zücken.

Aufgrund lächerlicher, teilweise fast surrealer Statements von Glaubensfanatikern wird gezeigt, wie absurd Glabuen sein kann. Einzelne Sequenzen sind derart skurril, dass der Film als Komödie bezeichnet werden kann.

Dem Film aber einen dokumentarischen oder erzieherischen Wert beizumessen, wäre übertrieben. Mit der Auswahl der Szenen und dem entsprechenden Schnitt wird dem Film eine tendenziöse Richtung gebeben, jegliche Objektivität geht verloren. Eigentlich schade, den mit dem gesammelten Material hätten die Macher etwas durchaus lehrreiches machen können, etwas mit Überzeugungscharakter. Übrig geblieben ist ein unterhaltsames Potpurri witziger Dialoge - ausreichend für eineinhalb Stunden guter Unterhaltung, zuwenig aber für ernsthaften Tiefgang.
Zuletzt editiert: 17.11.2008 08:46:00

hat einige ganz üble statements drunter. die - wie bereits erwähnt - "gut" zusammengeschnitten werden und so die sprecher ziemlich diskreditieren.
allerdings diskreditiert sich maher meiner meinung nach mit diesem film selber, ich kann seine schlussfolgerungen nicht wirklich ernst nehmen, er hat sich keiner ernsthaften diskussion gestellt. klar kam es nicht dazu, aber er hätte auch leute aussuchen könne, die mit ihm auf gleichem niveau diskutieren können...

Manche Antworten und einfallsreiche Ausreden waren sehr amüsant allerdings hätte die Grundidee deutlich mehr Potenzial gehabt. Fast alle Aussagen hat man in der Form schon gehört und hatten keinerlei schockierende oder aufrüttelnde Wirkung. Daher kann ich andi11 nur zustimmen.

Ein Agnostiker macht also einen Dokumentarfilm über Religionen. Das wäre ja, wie wenn ein Vegetarier ein Kochbuch über die Zubereitung von Fleischgerichten schreiben müsste...
Und doch ist "Religiulous" total witzig, weil Maher seine Gesprächspartner zu den absurdesten Aussagen bringt. Besonders gefallen hat mir der US-Senator und sein Gesicht, nachdem er merkt, was er da gerade von sich gegeben hatte. Köstlich! Interessant auch zu sehen, wie gewisse Religionen funktionieren: Geräte, die den jüdischen Alltag am Sabbat "erleichtern" sollen oder der Unsinn, an den die Mormonen glauben... Krass...
Mahers Schlussfolgerung, dass nur der Atheismus das Überleben der Menschheit sichert, ist dann aber schon etwas gewagt.

Endlich mal ein Film, der auch mir vom Inhalt zu gefallen mag, nach all den vielen Bibel-Filmen. Und doch bin ich nicht uneingeschränkt begeistert, denn gerade der Teil in Amsterdam ist nicht wirklich gut gelungen, was man im Film auch an Mahers Gesicht bei gewissen Fragen merkt. Sehr gut dennoch, wie er die vielen offensichtlichen Widersprüche der Religionen aufzeigt und wie sich viele auch bekannte Leute weigern, das zu akzeptieren. Erinnert mich an meine portugiesische Mitarbeiterin, die nach eigener Angabe nicht abergläubisch ist, aber dennoch nie in Reihe 13 sitzen würde...sicher ist sicher...hahaha....

Der Schlussteil fügt eigentlich alles zusammen um was es im ganzen Film gehen sollte, nur hat das leider nicht ganz geklappt. Fast keine ernsthafte Diskussion und schnell zusammengeschnittene Szenen genügen mir nicht.

Ich stehe ja Religionen generell kritisch gegenüber, da sie aus meiner Sicht nicht nur eine unglaubliche Ansammlung von irrem Schwachsinn und abergläubischen Abstrusitäten darstellen, sondern leider schon viel zu viele unnötige Konflikte auf der Welt ausgelöst haben, indem sich die (für mich) Bekloppten verschiedener Religionsgemeinden darum bekriegen, wessen Hirngespinst nun eigentlich das einzig legitime auf der Welt darstellt. Deshalb ist dieser Film für mich Agnostiker mit starker Tendenz zum Atheismus natürlich ein gefundenes Fressen, denn Maher sucht sich in seinem Film wirklich einige der beklopptesten Bekloppten aus, um ihre widersprüchliche und eindimensionale Sichtweise zu entlarven.

Szenen, in denen sich Christen, Mormonen, Scientologen, Muslime und Juden völlig disqualifizieren, um keinen Zweifel aufkommen zu lassen, gibt es genug. Mit zum Teil wirklich brillanten Fragen drängt Maher sie schnell in die Ecke, aus der sich die wenigsten argumentativ lösen können. Zudem gefällt mir sehr gut, dass der Film kein reines Bashing von Islam, Christentum oder einer anderen Religion darstellt, sondern die Absurdität vieler verschiedener Glaubensrichtungen aufgezeigt wird.

Die letzten zehn Minuten rutschen mir allerdings viel zu sehr in einen weiteren Fanatismus ab, denn Maher schließt aus der gesammelten Idiotie, dass die Menschheit quasi dem Untergang geweiht sei, sollten weiterhin Religiöse an der Macht sein. Mit dieser Lehre ruft der Film dann aber letztlich wieder zu genau dieser Intoleranz auf, die Maher zuvor bei den Religionen zurecht anprangert und karikiert. Somit habe ich ein ganz großes Problem mit der Moral des Films.

Zuvor allerdings eine sehr gelungene Zusammenstellung aus Absudidäten aus der Welt der Religionen, in jedem Fall also sehenswert.

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